Wie die Kirchen die Wiederaufnahme der Gottesdienste in Bielefeld planen
Beten mit Abstand

Bielefeld (WB). Begrenzte Platzzahl, ein Ordnungsdienst, Desinfektionsmaßnahmen und veränderte Abläufe – mit „normalen“ Gottesdiensten werden jene, die vom kommenden Sonntag wieder erlaubt sein werden, wenig zu tun haben. „Wir müssen erst einmal Erfahrungen sammeln und darauf aufbauen“, erläutert Norbert Nacke, Dechant des Dekanats Bielefeld-Lippe, das Konzept der katholischen Kirche in Coronazeiten.

Mittwoch, 06.05.2020, 10:22 Uhr aktualisiert: 06.05.2020, 10:40 Uhr
Dechant Norbert Nacke verteilt in der Jodokuskirche Platzkarten: 75 Gläubige dürfen dort künftig zum Gottesdienst kommen. Sie müssen wie auf dem Foto der Dechant auch eine Maske tragen. Foto: Thomas F. Starke

Nach der Verfügung des Landes sind in Nordrhein-Westfalen wieder Gottesdienste erlaubt, auch in Bielefeld werden sowohl evangelische wie auch katholische stattfinden, doch nicht überall.

Evangelische Kirche

„Das wird für uns ein besonderer Sonntag werden“, ist Superintendent Christian Bald überzeugt. „Es werden ganz andere Gottesdienste sein, ganz anders, als wir sie gewohnt sind.“ In den Kirchen gilt Maskenpflicht, auf Gesang wird verzichtet, der Mindestabstand von 1,5 Metern wird für leere Bänke sorgen müssen.

Der Superintendent hatte im Vorfeld die Gemeinden gebeten, bei der Ausarbeitung der Konzepte behutsam vorzugehen und den Schutz der Gottesdienstbesucher an erster Stelle zu sehen.

Langsam und umsichtig wolle man das Leben der Gottesdienste wieder aufnehmen, erklärt Bald in einer Videobotschaft des Evangelischen Kirchenkreises. Darin appelliert er an die Gottesdienstbesucher, achtsam zu sein, den Anweisungen des Begleitpersonals in den jeweiligen Gotteshäusern Folge zu leisten und zum Gottesdienst eine Maske mitzubringen.

Katholische Kirche

Im Pastoralverbund Bielefeld-Mitte-Nord-West wird am Sonntag in den sechs Kirchen (Christkönig, Liebfrauen Jöllenbeck, St. Liborius, Heilig Geist, St. Jodokus und St. Johannes Baptist) jeweils ein Wortgottesdienst gefeiert. „Auf die Austeilung der Kommunion verzichten wir erst einmal“, erklärt Norbert Nacke. Werktags finden reihum Messen statt. Für jede Kirche wird ein separates Sitzplatzkonzept erarbeitet, dadurch wird sich die Besucherkapazität erheblich verringern. So finden beispielsweise in St. Jodokus 75 Gläubige Platz, in St. Johannes-Baptist in Schildesche 68 und in Liebfrauen in Jöllenbeck maximal 38. Die Gottesdienstbesucher müssen Masken tragen, auf das Singen von Liedern wird verzichtet. Ein Ordnungsdienst überwacht das Einhalten der Hygienebestimmungen.

Im Pastoralverbund Bielefeld-Ost gehen die Gemeinden zunächst einen Sonderweg, es werden keine Sonntagsgottesdienste gefeiert. Stattdessen gibt es in den sieben Kirchen jeweils nachmittags ein Vespergebet. „Wir wissen, dass wir manche Hoffnungen enttäuschen und mit den eng gefassten Angeboten Kritik auf uns ziehen. Anderswo wird anders entschieden und gehandelt. Unsere eigene Verantwortung und Gewissensentscheidung können wir aber nicht auf andere übertragen“, erläutert Pfarrer Bernhard Brackhane die Maßnahmen im Bielefelder Osten. Man werde die Türen der Kirchen noch nicht für Gottesdienste öffnen, „weil wir sie nicht weit öffnen können,“ so Brackhane und verweist auf die Platzbegrenzungen in den Gotteshäusern. So würden in St. Hedwig nur 42 Personen, in St. Meinolf 54 oder in Maria Königin 60 Personen Platz finden. Werktags werden am Vormittag in den Kirchen des Pastoralverbundes Ost Messen mit den entsprechenden Sicherheits- und Hygienevorschriften gefeiert. Im Pastoralverbund Bielefeld-Süd sollen am Sonntag in der Herz Jesu-Kirche in Brackwede, St. Bartholomäus in Senne, St. Michael in Ummeln und St. Thomas Morus in Sennestadt mit einer begrenzten Teilnehmerzahl Gottesdienste gefeiert werden. Dazu ist eine Anmeldung erforderlich. Es ist geplant, in vier der fünf Kirchen heilige Messen mit Kommunion zu feiern.

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