Er soll Opfer eines Raubes geworden sein – Verdächtiger in U-Haft 17-Jährigen auf offener Straße erstochen

Bielefeld (WB). In Bielefeld ist in der Nacht zum 1. Mai ein 17-Jähriger auf offener Straße erstochen worden. Die Mordkommission geht derzeit davon aus, dass der Jugendliche Opfer eines Raubüberfalls wurde. Der mutmaßliche Täter wurde gefasst.

Von Jens Heinze und Christian Müller           
Angehörige und Freunde haben Blumen und Kerzen an den Tatort in Bielefeld-Baumheide gebracht.
Angehörige und Freunde haben Blumen und Kerzen an den Tatort in Bielefeld-Baumheide gebracht. Foto: Christian Müller

Die Bluttat ereignete sich an einer Stadtbahnhaltestelle im Stadtteil Baumheide. Gegen 23.10 Uhr beobachteten Zeugen an der Haltestelle, wie ein junger Mann mit dem 17-Jährigen sprach und ihn mit einem Messer bedrohte. Kurz darauf kam ihnen das Opfer blutend entgegen. Die Zeugen sahen den Täter über einen Fußweg weglaufen und riefen die Polizei sowie den Rettungsdienst.

Das Opfer, laut Polizei ein in Bielefeld geborener Deutscher mit tschechischen Wurzeln, wurde ins Klinikum gebracht. Dort starb der Jugendliche. Polizeisprecher Knut Packmohr sagte, das Opfer sei innerlich verblutet.

Ein Großaufgebot von Streifenwagenbesatzungen sicherte in der Nacht zum 1. Mai den Tatort. Polizisten suchten nach dem Messerstecher und seiner Waffe. Ein Verdächtiger, auf den die Täterbeschreibung zutraf, wurde vorläufig festgenommen. Der Verdacht erhärtete sich nicht, der Mann wurde am Freitagnachmittag aus dem Polizeigewahrsam entlassen.

Am Freitagvormittag waren Diensthundeführer der Polizei mit Spürhunden im Einsatz, um nach der Tatwaffe zu suchen. Das Messer wurde bislang aber nicht gefunden. Ebenfalls am Freitag wurde die Leiche des Opfers von Rechtsmedizinern obduziert. Polizeisprecher Packmohr: „Die Rechtsmediziner stellten mehrere Stich- und Schnittverletzungen fest.”

Haftbefehl wegen Totschlags

Am späten Freitagnachmittag kam es dann zum Durchbruch für die Mordkommission unter der Leitung von Kriminalhauptkommissar Alexander Scholz. Zwei Zeugen aus der Nacht hätten sich bei der Mordkommission gemeldet und Hinweise auf die Identität des Täters geliefert, sagte Polizeisprecher Packmohr. Der Verdacht habe sich bei weiteren Ermittlungen erhärtet.

Der mutmaßliche Täter, bei dem es sich Informationen dieser Zeitung zufolge um einen Mann mit osteuropäischer Abstammung handelt, wurde in einer Bielefelder Wohnung festgenommen. Dort ist auch die Kleidung des 18-Jährigen aus der Tatnacht sichergestellt worden. Der junge Mann sei bereits wegen diverser Gewaltdelikte polizeibekannt, hieß es von der Mordkommission. Ein Ermittlungsrichter erließ Haftbefehl wegen Totschlags und versuchten Raubes mit Todesfolge.

Freunde beschrieben das Opfer in sozialen Netzwerken als netten, ruhigen Menschen. Von einem Angehörigen hieß es, dass der 17-Jährige Anfang dieser Woche volljährig geworden wäre. „Er hatte eigentlich noch so viel vom Leben zu erwarten.”

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