Bielefelds Baudezernent Moss rechnet mit 100 Millionen – Wohnungsbau am Alt-Standort
Kostendeckel für neue Wache

Bielefeld (WB). Der Neubau der Hauptfeuerwache auf dem früheren Firmengelände von Kahmann & Ellerbrock sei das größte Bauvorhaben, das sich die Stadt jemals in Eigenregie vorgenommen habe, sagte Planungsdezernent Gregor Moss am Donnerstag. Dabei will er die Kosten auf 100 Millionen Euro deckeln. Die 165 Millionen, die das Rechnungsprüfungsamt für das Projekt kalkuliert habe, basierten auf einem „Worst-Case-Szenario“.

Freitag, 01.05.2020, 06:00 Uhr
Das frühere Firmengelände von Kahmann & Ellerbrock an der Feldstraße soll Sitz der neuen Hauptwache der Berufsfeuerwehr werden. Baubeginn soll 2023 sein. Foto: Bernhard Pierel

Detlef Linnenbrügger, der Leiter des städtischen Rechnungsprüfungsamtes, habe gemacht, was ein ordentlicher Beamter machen müsse und sei vom schlimmsten anzunehmenden Fall ausgegangen, so Moss. Doch bestimmte Posten in der Kalkulation der Rechnungsprüfer kämen bei der Umsetzung nicht zum Tragen. Baufinanzierungskosten etwa, weil die Stadt offiziell Mieter beim städtischen Immobilienservicebetrieb (ISB) wird. Oder auch eine neue Feuerwache Ost. Die müsse erst einmal im neuen Brandschutzbedarfsplan auftauchen.

Hoffnung auf breite Mehrheit

110 Millionen sei ein realistischer Wert. Und den will Moss noch weiter drücken. Fünf Millionen sollen durch eine Teilvermarktung des Alt-Standortes am Stadtholz hereingeholt werden. Auf dem hinteren Teil des Geländes sollen Wohnungen entstehen, erschlossen über die Bleichstraße. Die bisherige Wache wird nicht komplett aufgegeben, soll künftig der Freiwilligen Feuerwehr dienen, der Jugendfeuerwehr und dem ABC-Zug. Lediglich eine Grundsanierung sei dafür erforderlich. Noch immer freigehalten werden muss die Trasse für die B 66 neu, die eine Erweiterung der Wache am Stadtholz verhindert hatte.

Weitere fünf Millionen sollen an anderer Stelle kompensiert werden. „Der Deckel ist machbar“, betonte Moss und will genau den den Politikern zur Abstimmung vorschlagen. „Noch vor der Sommerpause sollte entschieden werden.“ Der Dezernent hofft dabei auf breite Zustimmung. „Mit einer Ein-Stimmen-Mehrheit kann man so ein Vorhaben nicht auf den Weg bringen.“

Umzug im Jahr 2026

Dass der Deckel eingehalten wird, dafür soll eine Lösung ähnlich wie beim Bau der Alm-Sporthalle sorgen. Dort war ein Generalunternehmer für eine fixe Summe mit dem Bau beauftragt worden. Am Ende wurde das Projekt sogar noch etwas preisgünstiger als ursprünglich kalkuliert.

Ende 2023 soll mit den Abbrucharbeiten der abgängigen Gewerbeimmobilie an der Feldstraße begonnen werden. Bis dahin dient sie noch als Übergangsquartier der Hellingskampschule, die ebenfalls neu errichtet werden muss. Die Feuerwehrleute sollen dann 2026 in ihren Neubau umziehen können. „Es wird eine funktionale Wache mit kurzen Laufwegen“, ist Feuerwehr-Chef Hans-Dieter Mühlenweg überzeugt. Am bisherigen Standort hat die Berufsfeuerwehr rund 11.500 Quadratmeter Nettonutzfläche zur Verfügung, am neuen sollen es 17.000 sein.

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