Bielefelder Krankenhäuser fahren schrittweise hoch, halten aber Reserven vor
Eingriffe nur nach Coronatest

Bielefeld (WB). Die Krankenhäuser fahren nach und nach wieder hoch: Elektive, also planbare und daher auch aufschiebbare Eingriffe und Therapien werden allmählich wieder durchgeführt. Allerdings: Ohne Test auf das Coronavirus geht bei einer OP nichts.

Samstag, 02.05.2020, 07:00 Uhr aktualisiert: 02.05.2020, 08:14 Uhr
Wer stationär aufgenommen wird oder sich einer Operation unterzieht, muss vorab einen Coronatest vornehmen lassen. Foto: Bernhard Pierel

„Jeder Patient muss getestet werden“, heißt es aus dem Klinikum Bielefeld. Dabei ist ein zwei Wochen alter Bescheid, dass man Corona-negativ ist, nicht viel wert, da die Inkubationszeit zwischen zwei Tagen und zwei Wochen liegt. Die Kosten für Abstrich und Labor übernimmt das Krankenhaus. Denn diese Sicherheitsmaßnahme ist wichtig: Schließlich sollen kein OP-Saal lahmgelegt und weder andere Patienten noch Mitarbeiter infiziert werden.

Genauso handhaben es Franziskus-Hospital und Evangelisches Klinikum Bethel. „Der Test geht auf Krankenhaus-Rechnung“, sagt Dr. Georg Rüter, Geschäftsführer des Franziskus-Hospitals, trocken. Zwei Tage vor einer stationären Aufnahme wird im Vorgespräch getestet, erst wenn das Ergebnis vorliegt und negativ ist, darf der Patient ein Bett in Beschlag nehmen. 180 Neuaufnahmen hat es in der vergangenen Woche im „Klösterchen“ gegeben, in einem Fall lautete das Testergebnis „positiv“. Der betroffene Patient war völlig symptomfrei und musste erst einmal in Quarantäne.

Begleitpersonen sind nur in Ausnahmen zugelassen

Anders sieht es aus mit den Menschen, die zum Beispiel vier oder sechs Wochen lang zur Strahlentherapie kommen. „Hier macht ein täglicher Test ja keinen Sinn“, sagt Rüter. Es gelten aber die üblichen Vorsichtsmaßnahmen.

Dazu gehören etwa im EvKB, wo zum Beispiel auch ambulant Patienten behandelt werden oder zu einer Sprechstunde kommen, ein Sicherheitsabstand zwischen den Patienten, die Schaffung von Wartezonen, eine gehörige zeitliche Entzerrung, Händedesinfektion und Mund-Nasen-Schutz und bei engem Patientenkontakt die persönliche Schutzausrüstung der Mitarbeiter. Begleitpersonen sind nur in Ausnahmen und nach Anmeldung zugelassen.

Dis schrittweise Rückkehr zum Regelbetrieb ist auch im Interesse des NRW-Gesundheitsministeriums. Allerdings, betont Minister Karl-Josef Laumann (CDU) in einem Schreiben an die Krankenhäuser, müsse die Versorgung der Covid-19-Patienten weiterhin gesichert sein. Laumann schlägt vor, zehn Prozent der Intensivkapazitäten durchgängig als Reserve frei zu halten. Weitere zehn Prozent sollten innerhalb von 24 Stunden bereit gestellt werden und die nächsten zehn Prozent innerhalb von 48 Stunden. „Die zwischenzeitlich neu etablierten Intensivbetten dürfen bis auf Weiteres nicht zurückgebaut werden.“

Portalpraxen und Fachambulanzen sollen den Betrieb wieder aufnehmen

Auch Portalpraxen und Fachambulanzen sollen wieder den Betrieb aufnehmen, aber ebenfalls Kapazitätsreserven und innerhalb dieser Reserven Quarantänebereiche für Covid-19-Patienten vorhalten – möglichst in abgetrennten Bereichen.

„Wir haben dafür in unseren drei Häusern der Katholischen Hospitalvereinigung eigene kleinen Stationen eingerichtet, die hinter Brandschutztüren liegen“, sagt Rüter. Das ermöglicht eine Abschottung. Zudem ist hier ein fester Mitarbeiterstab zuständig, es erfolgt keine Rotation.

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