Ingo Stucke ist Kandidat in Altenbeken
Bielefelder Pfarrer will Bürgermeister werden

Bielefeld/Altenbeken (WB). Der Bielefelder Sozialdemokrat Ingo Stucke will Bürgermeister in Altenbeken (Kreis Paderborn) werden. Für die Kommunalwahl im Herbst hat die SPD Altenbeken den 48-jährigen evangelischen Pfarrer als Bürgermeisterkandidaten vorgestellt, der auf Amtsinhaber Hans Jürgen Wessels folgen soll und gegen den CDU-Ortsvorsitzenden Matthias Möllers antritt.

Sonntag, 26.04.2020, 06:00 Uhr aktualisiert: 26.04.2020, 06:20 Uhr
Die Altenbekener SPD hat ihren Kandidaten für die Bürgermeister-Wahl unter Einhaltung der Abstandsregelung vorgestellt (von links) : SPD-Kreisvorsitzender Burkhard Blienert, Ingo Stucke, Ulrich Meyer und Friedhelm Klute. Foto: Sonja Möller

Ingo Stucke war viele Jahre Mitglied des Bielefelder Stadtrates und ist stellvertretender Unterbezirksvorsitzender der Bielefelder SPD. Seit sechs Jahren ist er Pfarrer in der Bartholomäus-Kirchengemeinde in Brackwede. Im Fall der Wahl wolle er seinen Beruf als Pfarrer an den Nagel hängen, so Stucke: „Als Pastor ist man generell offen für Begegnungen. Das ist man auch als Bürgermeister.“

„Wir haben sehr großes Glück gehabt, solch einen respektablen Kandidaten gefunden zu haben“, freut sich der Altenbeker Ortsvorsitzende Friedhelm Klute. Man habe sich die Suche nicht leicht gemacht, betont der Fraktionsvorsitzende Ulrich Meyer: „Die Liste der gewünschten Komponenten war ziemlich lang.“ Unter anderem sollte der Kandidat möglichst SPD-Mitglied sein, viel politische Erfahrung mitbringen, sich aber auch gut in der Verwaltungsarbeit auskennen. Meyer: „All das bringt Ingo Stucke mit. Und da er von außen kommt, hat er keinen Altenbekener Tunnelblick, sondern viele frische Ideen.“

Seine potenzielle neue Wirkungsstätte kennt Ingo Stucke bislang vor allem vom Umsteigen, wie er augenzwinkernd erzählt: „Ich bin leidenschaftlicher Bahnfahrer. Demnächst will ich in Altenbeken ein- und nicht umsteigen.“ Der Bielefelder plant den Umzug ins Eisenbahnerdorf.

„Für jemanden, der aus der Großstadt kommt, ist die Welt in Altenbeken noch in Ordnung. Es gibt ein reges Vereinsleben und die Kirche steht im Dorf“, schildert er seinen Eindruck, macht aber auch deutlich, dass es einige offene Themen gebe: So möchte er die drei Ortskerne mit den Geschäften und der Gastronomie stärken und das altersgerechte, barrierefreie Service-Wohnen weiterentwickeln. „Hier gibt es Bedarf“, ist Ingo Stucke überzeugt. Auch die Neubau- und Gewerbegebiete will er weiterentwickeln.

Zudem möchte der Theologe Altenbeken zu einer fairen Kommune ausbauen. „Und zwar nicht nur beim Kaffee, sondern auch bei der Beschaffung“, betont er. Hier möchte er durchgehend auf ausgezeichnete, nachvollziehbare Lieferketten setzen, um so Kinderarbeit in den Produktionsländern auszuschließen: „Das Thema liegt mir sehr am Herzen.“

Trotz Corona-Krise und Abstandsregelung freut sich der Altenbekener SPD-Kandidat auf einen „kurzen, knappen Wahlkampf“. Auch wenn Veranstaltungen bis zum 31. August abgesagt sind, ist es ihm wichtig, den direkten Kontakt zu den Bürgern zu suchen: „Ich möchte mich persönlich vorstellen und werde sprichwörtlich Klinken putzen gehen – natürlich mit der nötigen hygienemäßigen Distanz“, sagt Ingo Stucke und fügt augenzwinkernd an: „Mit meinen 2,05 Metern bin ich schwer zu übersehen.“

Er freut sich vor allem auf den direkten Kontakt und das Feedback der Bürger. „Ich habe lange Kommunalpolitik gemacht. In der Kreisstadt Bielefeld mit seinen sehr langen Verwaltungswegen braucht man viel Geduld.“ In Altenbeken spüre er sofort, dass es einen starken Zusammenhalt gebe.

„Die Corona-Krise wird die Kommunalpolitik verändern. Wir sehen jetzt, wie gut es ist, eine kommunale, öffentliche Infrastruktur zu haben“, ist der studierte Historiker und Theologe überzeugt.

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