Viele Interessenten für Fläche des ehemaligen Versorgungsamts – Abriss hat begonnen Wohnen, Wissenschaft oder Gewerbe?

Bielefeld (WB). Die Arbeiten für den Abriss des ehemaligen Versorgungsamtes an der Ecke Voltmannstraße/Kurt-Schumacher-Straße haben begonnen. Das Bungalow-Gebäude ist bereits entkernt und von Schadstoffen befreit, nach Ostern beginnt der Abbruch, der etwa eine Woche dauern soll. 

Von Hendrik Uffmann
Die Beseitigung der Schadstoffe in den Gebäuden ist bereits abgeschlossen, nach Ostern beginnt der Abbruch der Bungalows.
Die Beseitigung der Schadstoffe in den Gebäuden ist bereits abgeschlossen, nach Ostern beginnt der Abbruch der Bungalows. Foto: Hendrik Uffmann

Und damit wird ein begehrtes Filetgrundstück frei. Wie das derzeit noch städtische Gelände anschließend genutzt wird, stehe derzeit aber noch nicht fest, sagt Reinhold Peter, Technischer Leiter des städtischen Immobilienservicebetriebs (ISB). „Nach dem gültigen Bebauungsplan ist dort Wohnen ebenso möglich wie Gewerbe oder auch die Nutzung durch Einrichtungen der Uni oder Fachhochschule“, erklärt Peter.

Das Interesse an dem knapp 4400 Quadratmeter großen Grundstück sei jedenfalls sehr groß. „Es gibt sehr viele Anfragen“, bestätigt Peter. Welcher der Interessenten zum Zuge komme, darüber gebe es allerdings noch keine Entscheidung. Sicher sei, dass die Stadt, der das Grundstück gehört, es verkaufen werde – der aktuelle Bodenrichtwert liegt bei 350 Euro pro Quadratmeter. Und es gebe bereits Verhandlungen mit möglichen Käufern.

Ausweichquartier für die Bauphase

Wohnbebauung sei aktuell immer ein Thema, so Reinhold Peter. Aber auch Institute, die zur Universität oder der Fachhochschule gehören, seien vorstellbar, ebenso auch Gewerbe wie etwa ein Verbrauchermarkt. „Wir hatten zum Beispiel vor längerer Zeit auch schon mal eine Anfrage eines Discounters“, so der ISB-Leiter.

Auch andere Nutzungen sein schon einmal geprüft und dann wieder verworfen worden. Bei den Vorbereitungen für die Sanierung der Wellensiek-Grundschule habe es auch die Überlegung gegeben, auf dem Grundstück an der Voltmannstraße/Kurt-Schumacher-Straße ein Ausweichquartier für die Bauphase zu errichten. Aus logistischen Gründen habe man sich dann aber entschieden, statt dessen einen Containerbau direkt vor der Wellensiekschule zu errichten. Berücksichtigt werden müsse bei den Planungen, dass das Gelände direkt an ein Wohngebiet angrenze. Reinhold Peter: „Es geht dabei auch um die Akzeptanz der Bevölkerung.“

Da es für das Grundstück einen gültigen Bebauungsplan gebe, so Peter, sei eine Beratung und Zustimmung der Bezirksvertretung Schildesche nicht notwendig. Dem Grundstücksverkauf müsse allerdings der Betriebsausschuss des ISB zustimmen.

Bereits im März 2018 hatte, wie berichtet, die SPD-Fraktion in der Schildescher Bezirksvertretung eine Anfrage an die Stadtverwaltung gerichtet, ob und wie das Grundstück für Wohnbebauung genutzt werden könne. Angesichts der Wohnungsnot und des Fehlens von bebaubaren Grundstücken sollte diese Chance genutzt werden, hatte die SPD-Fraktionsvorsitzende Susanne Kleine­kathöfer die Anfrage begründet.

In das Eigentum der Stadt übergegangen

In der Mai-Sitzung 2018 hatte die Bezirksvertretung dann einstimmig einen SPD-Antrag beschlossen, nach dem eine Wohnbebauung auf dem Areal geprüft werden soll.

Errichtet worden war der Gebäudekomplex in den 1960er Jahren, um dort die Leitung für den Bau der Universität unterzubringen. Dazu hatte das Land Nordrhein-Westfalen das städtische Grundstück langfristig angemietet, danach war das Gebäude in das Eigentum der Stadt übergegangen.

Anschließend waren das Versorgungsamt und dann die Fachhochschule für öffentliche Verwaltung hier eingezogen. Letztere war aber bereits vor drei Jahren ausgezogen. In den vergangenen Jahren waren die Bungalows dann an die Firma Ceres Vision GmbH vermietet worden. Diese ist eine Ausgründung aus dem Labor für Bildverarbeitung der Fachhochschule Bielefeld und hatte bis Herbst 2018 die Gebäude genutzt.

Seitdem waren die Bungalow-Bauten mehr und mehr heruntergekommen, nun sind sie durch einen Bauzaun für die Entkernungs- und Abrissarbeiten gesichert. 

Die Kosten für den Abbruch einschließlich der Beseitigung der Schadstoffe liegen laut Reinhold Peter bei etwa 200.000 Euro.

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