Leckerli-Aktion dient der Mobilisierung der Tiere in Bielefeld – mit Fotostrecke
Osterhase bespaßt Tiere im Tierpark Olderdissen

Bielefeld (WB). Dass Bären echte Schleckermäuler sind und gerne Honig naschen, ist ja bekannt. Aber wer hätte gedacht, dass Wildschweine verrückt nach Nudeln sind oder Luchse den Geruch von Eseldung unwiderstehlich finden? Dr. Antje Fischer, Inhaberin und Leiterin der Zoo-Schule „Grünfuchs“ im Tierpark Olderdissen, kennt sich aus.

Mittwoch, 08.04.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 08.04.2020, 10:58 Uhr
Bärin Jule ist fündig geworden und durchkämmt ein Päckchen, das mit Stroh und diversen Leckerlis versehen wurde. Die Suchaktion dient der Mobilisierung der Braunbären nach ihrem langen Winterschlaf. Foto: Uta Jostwerner

Zu Ostern spielt die Biologin gerne den Osterhasen und beglückt die Tiere mit gefärbten Eiern und anderem Naschwerk. Dies geschieht normalerweise in geführten Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Doch in Corona-Zeiten ist der Tierpark für Besucher bekanntlich geschlossen. Die Osterüberraschung für einige Tiere des Tierparks lässt sich Antje Fischer gleichwohl nicht nehmen. Sie wurde dabei in diesem Jahr tatkräftig von ihrer Tochter Nela (7) unterstützt.

Ostern im Tierpark Olderdissen

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  • Ostern im Tierpark Olderdissen Foto: Uta Jostwerner
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Natürlich geht es bei der Aktion nicht darum, menschliches Verhalten, nämlich das Verstecken und Suchen von Ostereiern, auf Tiere zu übertragen. Vielmehr sollen artspezifische Verhaltensweisen angeregt werden. „Die Bären Max und Jule sind gerade erst aus ihrem Winterschlaf erwacht. Wenn wir Leckerchen in ihrem Gehege verstecken, dann geht es darum, das natürliche Suchverhalten der Bären wieder zu mobilisieren“, erklärt Fischer. Dazu hat sie alte Geschenkkisten mit allerlei Leckereien präpariert, die sie im Bärengehege versteckt. Ebenso Obst und Gemüse, gekochte und gefärbte Eier sowie Honig und – man staune – Vanillejoghurt, auf den Braunbär Max besonders abfährt.

 

Einige Gaben werden absichtlich höher angebracht, damit die Bären gezwungen werden, sich zu strecken, denn nach dem Winterschlaf sind ihre Knochen noch steif und die Muskeln schlaff. Und tatsächlich kommen Max und Jule noch etwas behäbig aus ihrem Bärenhaus herausgetapst und nehmen mit ihren Supernasen Witterung auf. „Bären haben einen ausgeprägten Geruchssinn, der sechs mal stärker ausgebildet ist als beim Hund“, weiß Antje Fischer. So dauert es nicht lange, bis sich Max über seinen geliebten Vanillejoghurt hergemacht und Jule die ersten Eier verputzt hat. Dann wird’s spannend: Max hat eine Kiste entdeckt, die erhöht auf Baumstämmen liegt. Er streckt sich zur vollen Größe von 2,50 Metern und hievt das Päckchen mit der Schnauze herunter. Es folgen einige gezielte Prankenhiebe und der Inhalt des Päckchens verschwindet in seinem Maul. Weiter geht’s zur nächsten kulinarischen Überraschung.

 

Auch bei den Wildschweinen geht es nicht nur darum, ihren Gaumen mit Eiern, Nudeln, Küken und Fischen zu kitzeln. „Vor allem den Frischlingen fehlt die Beschäftigung“, erklärt Antje Fischer. Und so hat sie alte Kartons, die von Nela mit Frühlingsmotiven dekoriert wurden, mit Stroh und allerlei Leckerchen befüllt. Ostergeschenke, die von den Wildschweinen ruckzuck durchwühlt und zertrampelt werden. Und wehe dem Kameraden, der davon auch etwas abbekommen möchte. Da hört die Freundschaft im Gehege ganz schnell auf und es setzt einen Rüffel.

Da gehen die Luchse schon sozialer miteinander um. Die versuchen nämlich gemeinsam, einen an einem Baum baumelnden Jutesack, der mit Eseldung gefüllt und mit Duftstoffen wie Baldrian und Currypulver versehen wurde, herunter zu bekommen. „Wir führen hier keine Fütterung, sondern eine Beutesimulation durch“, erläutert Antje Fischer. Indes: Die Luchse verlieren schnell das Interesse und lassen von der vermeintlichen Beute ab. Haben wohl etwas Besseres erwartet, wie an ihrer Pipi-Duftnote – Zeichen der vorfreudigen Erwartung – eindeutig zu erkennen war.

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