Stadt Bielefeld legt Ergebnisse der Suche nach geeigneten Flächen in Jöllenbeck vor
Vier Standorte für neue Wohngebiete

Bielefeld (WB). Bei der Suche nach Flächen in Bielefeld, die sich für eine Wohnbebauung eignen könnten, hat die Stadtverwaltung nun auch die Ergebnisse ihrer Analyse für den Stadtbezirk Jöllenbeck vorgelegt. Insgesamt hat die Verwaltung neun Flächen mit insgesamt 63,7 Hektar ausgemacht, die im derzeit gültigen Regionalplan als allgemeiner Siedlungsbereich vorgesehen sind, aber im Flächennutzungsplan bislang noch nicht als Bauflächen ausgewiesen sind.

Mittwoch, 08.04.2020, 06:00 Uhr
Diese 9,2 Hektar große Fläche östlich der Wordstraße ist laut Stadtverwaltung geeignet, um dort Wohnbebauung zu entwickeln. Foto: Hendrik Uffmann

Besitzer ansprechen

Von diesen seien vier Flächen mit insgesamt 48,4 Hektar städtebaulich besonders geeignet, um dort neue Wohnhäuser zu bauen. Diese solle die Stadt nun versuchen, vorrangig zu entwickeln und die Eigentümer– alle Flächen sind im Privatbesitz – sollen aktiv angesprochen werden, ob sie ihre Grundstücke als Bauland verkaufen wollen.

Zu den vier Flächen zählen ein 9,2 Hektar großes Areal an der Wordstraße, die insgesamt 23,8 Hektar großen Flächen nördlich und südlich der Heidbrede, ein Areal südlich der Eickumer Straße (2,9 Hektar) sowie die Fläche östlich und westlich der Jöllenbecker Straße im Bereich Meyer zu Köckers Feld (12,6 Hektar).

Das Grundstück an der Word­straße wird derzeit vor allem für die Landwirtschaft genutzt, einen rechtsverbindlichen Bebauungsplan gibt dafür noch nicht. Städtebaulich und auch hinsichtlich der Erschließung ist das Areal nach Einschätzung der Verwaltung geeignet. Bei der Entwicklung seien besonders der angrenzende landwirtschaftliche Hof zu berücksichtigen sowie die Frage der Regenrückhaltung.

Planungen an der Heidbrede

An der Heidbrede ist die Fläche zweigeteilt. Auf der nördlichen Seite geht es um die landwirtschaftliche Fläche des Erdbeerhofes Hochstädter, für die die Pläne, wie berichtet, bereits in der Bezirksvertretung Jöllenbeck vorgestellt und diskutiert worden sind. Dort könnten nach aktuellen Entwürfen bis zu 300 Wohneinheiten entstehen, allerdings gibt es Bedenken und Kritik von Anwohnern und noch offene Frage seitens der Politik.

Südlich der Heidbrede wäre laut Verwaltung neben Wohnbebauung auch die Ansiedlung von wohnverträglichem Gewerbe und Dienstleistern denkbar. Allerdings solle der südliche Teil nicht vorrangig entwickelt werden, um die Infrastruktur vor Ort wie Straßen, Schulen und Kitas nicht zu überlasten, da es bereits konkrete Pläne für den nördlichen Bereich gebe.

An der Eickumer Straße gibt es aktuell für die vor allem landwirtschaftlich genutzte Fläche derzeit keinen gültigen Bebauungsplan. Auf einem Teil liegt der bisherige Sitz der Firma Detmers, die, wie berichtet, in einen Neubau im Gewerbegebiet Lechtermannshof umgezogen ist. Die Bebauung zum südlich gelegenen Siek, das selbst frei bleiben müsse, solle aufgelockert werden, so das Bauamt.

Die Fläche im Bereich Meyer zu Köckers Feld könnte in zwei Abschnitten realisiert werden, wobei zunächst der Bereich östlich der Jöllenbecker Straße entwickelt werden sollte, da es dort angrenzend bereits Wohnbebauung gebe.

Hier sollte frühzeitig ein Konzept zur Erschließung entwickelt werden, das unter anderem auch die Wasserwirtschaft und den Abstand zum Wald im westlich der Jöllenbecker Straße gelegenen Teil berücksichtigen soll, so das Bauamt.

Meldung nach Detmold

Ziel sei bei diesen vier Flächen, diese Empfehlungen zu einem gesamtstädtischen Baulandprogramm zusammenzuführen. Unterliegen sollen diese dann auch der Bielefelder Baulandstrategie.

Bis dort tatsächlich gebaut werden könnte, dürfte jedoch noch einige Zeit vergehen. Denn zunächst sollen die Flächen, nach Zustimmung der Politik, der Bezirksregierung in Detmold vorgeschlagen werden für die anstehende Neuaufstellung des Regionalplanes, in dem sie grundsätzlich als Siedlungsgebiet beibehalten werden sollen.

Neben diesen vier Flächen hat die Stadtverwaltung im Stadtbezirk Jöllenbeck fünf so genannte Potenzial- und Suchräume (insgesamt 8,7 Hektar) ausgemacht. Diese sollen der Bezirksregierung perspektivisch als neuer Allgemeiner Siedlungsbereich vorgeschlagen werden.

Dazu zählt auch ein einen Hektar großer Bereich an der Heidsieker Heide. Bislang ist die landwirtschaftlich genutzte Fläche für gewerbliche und industrielle Nutzung vorgesehen – die Empfehlung der Verwaltung lautet jedoch, sie in Wohnbaufläche umzuwandeln.

Fünf Potenzialräume

Für ein zwei Hektar großes Areal an der Zirkonstraße im Bereich westlich der Straße Im Bergsiek läuft bereits ein Bebauungsplanverfahren, der Aufstellungsbeschluss wurde im Dezember 2019 gefasst. Im Bereich Am Himmelreich/Kerkbreede gibt es eine 3,1 Hektar große landwirtschaftliche Fläche, für die kein Bebauungsplan besteht und die aktuell angefragt ist für eine Wohnbauentwicklung. Dieser Bereich sollte nach Einschätzung der Stadt aus Gründen des Landschaftsschutzes jedoch keine Priorität haben. Vorstellbar seien im südlichen Bereich eine Bebauung bis in Höhe Türkisweg und eine perspektivische Entwicklung nördlich des Niederfeldweges bis zum Telgenbrink.

Grundsätzlich geeignet sind laut Verwaltung auch zwei Grundstücke am Berkensiek (1,6 Hektar) und an der Straße Im Twelen (1 Hektar), aber auch diese sollten keine Priorität haben.

Politische beraten werden sollten die Vorschläge der Stadtverwaltung eigentlich in der März-Sitzung der Bezirksvertretung Jöllenbeck, die jedoch aufgrund der Corona-Pandemie ausgefallen ist.

Kommentare

Thomas  wrote: 08.04.2020 08:07
Warum
Wie findet ihr das? Warum sollen noch mehr Flächen zugepflastert werden? Irgendwann sollte damit Schluss sein. Es gibt praktisch keine unberührte Flächen mehr, Wildtiere werden ständig aus den Lebensräumen verdrängt, und das nur weil ein überbevölkertes Land noch mehr Raumflächen für noch mehr Konsumenten schaffen will, was nur dem Großkapital mehr Ertrag bringt.
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