Folgen der dürren Sommer immer sichtbarer – am Bielefelder Johannisberg werden 25 Bäume gefällt Bangen um den Buchenwald

Bielefeld (WB).Immer deutlicher werden in den Bielefelder Wäldern die Schäden sichtbar, die die heißen und trockenen Sommer der vergangenen beiden Jahre angerichtet haben. Am Johannisberg fällt die Stadt seit Montag 20 Buchen und fünf Ahornbäume die so vertrocknet sind, dass sie eine Gefahr für die angrenzenden Häuser sowie die Nutzer der Waldwege darstellen.

Von Hendrik Uffmann
Herbert Linnemann (links) und Thomas Busche begutachten eine der mächtigen Buchen, die am Montag am Johannisberg gefällt wurde. Der Stamm des Baumes ist so trocken, dass die Runde großflächig abgeplatzt ist. Eigentlich hätten die Fällarbeiten schon vor Wochen stattfinden sollen, um die Natur so wenig wie möglich zu stören, doch waren da die Wege zu maschig.
Herbert Linnemann (links) und Thomas Busche begutachten eine der mächtigen Buchen, die am Montag am Johannisberg gefällt wurde. Der Stamm des Baumes ist so trocken, dass die Runde großflächig abgeplatzt ist. Eigentlich hätten die Fällarbeiten schon vor Wochen stattfinden sollen, um die Natur so wenig wie möglich zu stören, doch waren da die Wege zu maschig. Foto: Thomas F. Starke

„Das sind zum Teil 190 Jahre alte Bäume, die in die parkähnlich angelegte Landschaft am Bielefelder Schützenhaus gepflanzt worden sind“, sagt Stadtförster Herbert Linnemann.

Und die jetzigen Fällarbeiten dürften nur der Anfang sein. Denn neben den Buchen, die nun beseitigt werden müssen, gibt es weitere Bäume, die schwer geschädigt sind, die aber zunächst noch stehen bleiben können. „Wir wollen abwarten, wie sie im Herbst aussehen und schauen, ob sie vielleicht überleben. Aber unsere Hoffnung ist nicht sehr groß, vermutlich werden wir dann erneut fällen müssen“, sagt Thomas Busche von der Abteilung Forsten des städtischen Umweltbetriebs.

Der Sonne voll ausgesetzt

Und was sich nun am Johannisberg abspielt, wird auch in den anderen Buchenwaldbeständen ankommen, die immerhin 35 Prozent des Bielefelder Stadtwalds ausmachen, so Busche.

Dass zunächst der Johannisberg betroffen ist, liegt an der Topografie. Denn gefällt werden müssen in erster Linie Bäume, die am Südhang in Richtung Ostwestfalendamm und zur Straße Johannistal stehen. Denn dort, erläutert Linnemann, sind sie der Sonne voll ausgesetzt und bekommen zusätzlich die Wärme der Innenstadt zu spüren. „Außerdem fließt durch die steile Hanglage das Wasser stärker ab“, erklärt der Stadtförster.

Zu erkennen sind die Schäden an den Buchen auch für Laien sofort. Während die gesunden Buchen schon austreiben, ragen die dürren und vertrockneten Äste der geschädigten Bäume ohne Knospen in den Himmel, außerdem sind die Kronen bei diesen deutlich lichter. Und auch an den Stämmen sind die Probleme klar zu erkennen, zeigt Thomas Busche. An vielen Stellen platzt die Rinde ab, kommt das darunter trockene Holz zum Vorschein. Hinzu kommen Schäden durch Pilze wie die Weißfäule, für die durch die Trockenheit angeschlagenen Bäum viel anfälliger sind. 

Kräftige Regen kommt zu spät

Durch die Dürresommer der vergangenen Jahre schaffen es die bis zu 35 Meter hohen Buchen nicht mehr, das Wasser bis in die Kronenspitzen zu transportieren. Für die Bäume, die jetzt gefällt werden, kam auch der kräftige Regen im Februar zu spät. Außerdem reiche dieser noch lange nicht, um den Grundwasserspiegel auf ein normales Niveau zu bringen, betont Linnermann. „Der oberste Meter der Erdschicht ist wieder ganz gut durchfeuchtet, aber in größerer Tiefe fehlt das Wasser nach wie vor.“

Am Johannisberg setzten Busche und Linnemann darauf, dass sich der Wald dort selbst verjüngt, neue Bäume sollen dort nicht gepflanzt werden. Überall am Boden wachsen schon junge Buchen, die bislang die Trockenheit besser überstanden haben, da sie im Schatten der alten Bäume geschützt waren. Linnemann. „Hier zeugt die Natur, was sie leisten kann.“ Eine Hoffnung der Förster: Dass manche von ihnen mit den steigenden Temperaturen und weniger Regen besser klar kommen und sich an das sich wandelnde Klima anpassen.

Wie es für die größeren Buchen aussieht, müsse nun abgewartet werden, sag Thomas Busche: „Es kommt darauf an, wie der Sommer in diesem Jahr wird.“

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