Landschaftsverband: Sanierung des Hauptgebäudes in Bielefeld-Senne nicht mehr wirtschaftlich
Abriss der Albatrosschule möglich

Bielefeld-Senne (WB). Der bauliche Zustand der Senner Albatrosschule ist schlechter als zunächst angenommen. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) als Träger der Förderschule mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung hat deshalb seine Sanierungspläne gestoppt. Ursprünglich sollte das 1976 errichtete Hauptgebäude zwischen 2019 und 2022 für rund zehn Millionen Euro modernisiert werden. Jetzt steht der Abriss im Raum.

Dienstag, 07.04.2020, 07:00 Uhr
Der bauliche Zustand der Senner Albatrosschule ist laut LWL schlechter als zunächst angenommen. Foto: Bernhard Pierel

Zunächst waren die Erneuerung des Dachs sowie der Austausch der Fassade und der maroden Fenster geplant. Das sollte, wie das WESTFALEN-BLATT berichtete , einhergehen mit einer Umstrukturierung des Raumkonzepts. So wollten die Planer die Klassen- und Gruppenräume der Albatrosschule vergrößern, um dem gestiegenen Platzbedarf von Schülern mit Schwerstbehinderung, mit Rollstuhl und zusätzlichen psychischen Behinderungen Rechnung zu tragen. Durch die Verlagerung von Verwaltungsräumen wollten sie zudem Platz schaffen für unterstützte Kommunikation und Sozialarbeit. Auch die Modernisierung von Haustechnik und Brandschutz stand auf der Agenda.

Statische Mängel

Doch nun kommt alles ganz anders. Denn im Zuge der Ausführungsplanungen 2019 wurden weitere gravierende Schäden festgestellt, die zum Zeitpunkt des Beschlusses noch nicht bekannt waren. So entdeckte ein externer Gutachter statische Mängel am Tragwerk des Gebäudes. Eine vertiefende Schadstoffuntersuchung und -kartierung wies zusätzlich zu den bereits bekannten Asbestbelastungen der Außenfassade nach, dass auch der Innenputz in weiten Teilen von Asbestfasern durchzogen ist.

Darüber hinaus ergab eine Untersuchung des Fußbodenaufbaus, dass seinerzeit ein nicht entkoppelter Verbundestrich ohne Schallschutz eingebaut worden war, der zum Beispiel bei Bohr- und Stemmarbeiten für Schüler und Lehrer zu einer erheblichen akustischen Belastung in der Bauphase führen würde. Auch die Erreichbarkeit des Baufeldes stellte sich schwieriger dar als angenommen, denn eine alte Baustraße konnte aus diversen Gründen nun doch nicht reaktiviert werden.

Dramatische Kostensteigerung

Das neue Gesamtpaket an erforderlichen Sanierungsmaßnahmen würde die ursprünglich veranschlagten Kosten nach Berechnungen des beauftragten Architekturbüros dramatisch in die Höhe treiben; und zwar von 9,93 auf mindestens 16,4 Millionen Euro. Das entspräche einer Steigerung von 65 Prozent. Durch diese Kostensteigerung „stellt die Sanierung der Albatros-Schule am Standort Bielefeld-

Senne aus aktueller Sicht keine wirtschaftliche Lösung mehr dar“, schreibt der Bau- und Liegenschaftsbericht des LWL in seinem Bericht.

Neue Zielplanung

Daher solle die Sanierungsmaßnahme nicht weiterverfolgt und stattdessen „eine Neubaulösung auf Wirtschaftlichkeit überprüft werden“. Der LWL spricht hier von einer „neuen Zielplanung des Schulstandortes Bielefeld“ und bezieht ausdrücklich weitere erforderliche Baumaßnahmen seiner Förderschulen in Bielefeld Mitte/Bökenkampstraße (Opticus-Schule, Ravensberger Schule) mit ein. Auch dort werden Ersatzneubauten in Erwägung gezogen.

Was die Albatrosschule betrifft, so könne ihr Betrieb für die derzeit 190 Schüler nach der coronabedingten Schließung bis zur Fertigstellung eines Neubaus übergangsweise aufrechterhalten werden. Dringend notwendige Mängelbeseitigungen wie beim Brandschutz und andere Reparaturen würden noch umgesetzt, „so dass aus baulicher Sicht weiterhin Unterricht stattfinden kann“, versichert LWL-Sprecher Thorsten Fechtner. Da es sich bei den festgestellten Schadstoffen um gebundene Partikel handelt, bestehe diesbezüglich aktuell kein Sanierungsbedarf. Fechtner geht davon aus, dass sich die Planungen konkretisieren, sobald die politischen Ausschüsse des LWL nach der Corona-Krise wieder stattfinden.

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