Bielefelder Solidarpaket der „Corona-Hilfe“: 20-Euro-Gutscheine für Lebensmittel
Stiftung hilft auf Vertrauensbasis

Bielefeld (WB). Vor 14 Tagen ging die Solidarische Corona-Hilfe, ein umfassendes Hilfsangebot der Stiftung für Solidarität bei Armut und Arbeitslosigkeit, an den Start. Seither, so Michael Gugat, „haben wir 350 Personen helfen können.” 1000 Anrufer baten über die Telefon-Hotline 0521/2997700 (montags bis freitags von 10 bis 14 Uhr) um Hilfe, 2000 Menschen ließen sich über Facebook als Helfer registrieren, so der Projektleiter.

Freitag, 03.04.2020, 15:12 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 16:26 Uhr
Die Sennestädter Organisation Hand-in-Hand hat ihre Lebensmittelverteilstation kurzfristig ins KuKs verlegt. Dort werden gespendete Lebensmittel sortiert und in Tüten verpackt. Foto: Bernhard Pierel

Nun schnürt die Stiftung ein weiteres Solidarpaket: „Wer sich, aus welchen Gründen auch immer, zur Zeit in einer finanziellen Notlage befindet, erhält einmal im Monat einen Einkaufsgutschein im Wert von 20 Euro“, erklärt Franz Schaible, Vorstandsvorsitzender der Stiftung für Solidarität. Um diese Hilfe zu erhalten, bedürfe es keines Nachweises. „Wir gehen von der Ehrlichkeit der Menschen aus und vertrauen darauf, dass unsere Hilfe nur in Anspruch genommen wird, wenn sie wirklich benötigt wird. Wir können nicht kontrollieren und wollen dies auch nicht.“

Einkaufsgutscheine

„Am Ende des Monats wird es in vielen Haushalten eng. Die günstigen Lebensmittel sind in den Supermärkten längst ausverkauft. Wer zum Beispiel ALG-II oder Kurzarbeitsgeld bezieht, kann sich die teureren Lebensmittel einfach nicht mehr leisten“, weiß Friederike Vogt, Mitglied im Projektleitungsteam Corona-Hilfe Bielefeld. All jenen soll geholfen werden. Wer noch selbst einkaufen kann, erhält das Solidarpaket in Form eines Einkaufsgutscheins, entweder für ein Lebensmittelgeschäft oder einen Drogeriemarkt. Der Gutschein wird per Post zugeschickt.

Wer nicht selbst einkaufen kann, muss mitteilen – entweder über die Hotline oder Facebook - was er benötigt. „ Unsere Nachbarschaftshelferinnen und -helfer übernehmen dann den Einkauf und liefern ihn aus. Unsere Datenbank umfasst 250 Helfer. Durch sie erreichen wir im Umkreis von 500 Metern jeden Bielefelder“, sagt Michael Gugat. Finanziert wird das neue Hilfspaket allein durch Spenden. Und damit die nicht ausgehen, bittet Franz Schaible um weitere Gelder unter IBAN: DE90 480501610044196715. Verwendungszweck: Solidarfonds.

Spenden willkommen

Langsam knapp wird es nun auch bei der kostenlosen Lebensmittelverteilung des Mobilen Tisches. Nahmen vor Corona rund 1000 Haushalte die Angebote der nunmehr geschlossenen Bielefelder Einrichtungen in Dornberg, Brackwede, Sennestadt und Mitte in Anspruch, so kamen mit Beginn der Corona-Krise zwischen 250 und 300 Haushalte pro Woche hinzu. „Wir kommen langsam an unsere Grenzen“, weist Franz Schaible auf ein weiteres Problem hin. So nehme die Arbeitsgemeinschaft Lebensmitteltisch Bielefeld, die kurz vor der Corona-Krise gegründet wurde und die derzeit die mobile Lebensmittelausteilung mit einem großen Kontingent an ehrenamtlichen Helfern koordiniert, gerne weitere Spenden entgegen, um Lebensmittel einkaufen zu können. Das Zentrallager befindet sich derzeit im Kultur- und Kommunikationszentrum (KuKs) in der Meisenstraße 65.

Nach wie vor wird jedem, der Hilfe benötigt, sei es beim Einkaufen, beim Hundeausführen oder bei anderweitigen sozialen Problemen geholfen. Anfragen können über die Hotline oder über die eigens eingerichtete Facebook-Seite gestellt werden: https://www.facebook.com/groups/solidarischecoronahilfebielefeld.

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