Täter fällen Mehlbeeren oberhalb der Johannisbachaue – 2500 Euro Schaden Bäume im Naturschutzareal abgehackt

Bielefeld (WB). Von „Vandalismus der schlimmsten Art“ spricht Martin Wörmann, Leiter des städtischen Umweltamtes. In der vergangenen Woche haben bislang unbekannte Täter zwei junge Bäume auf der renaturierten Bodendeponie oberhalb der Johannisbachaue unfachmännisch abgehackt.

Von Hendrik Uffmann
Im Vordergrund der obere Teil eines abgehackten Baumes, daneben der zurückgelassene Grill.
Im Vordergrund der obere Teil eines abgehackten Baumes, daneben der zurückgelassene Grill. Foto: Hendrik Uffmann

„Das ist für Naturfreunde- und schützer unerträglich, mir fehlen die Worte“, sagt auch Egbert Worms, der im Umweltamt für den Bereich zuständig ist. Den Sachschaden schätzt er auf etwa 2500 Euro.

Gepflanzt worden waren die Bäume entlang des Weges auf dem „Kamm“ der Bodendeponie, der vom Jerrendorfweg in Richtung Viadukt führt. Nachdem der Obersee vor gut sieben Jahren entschlammt worden war, war das aus dem See gebaggerte Material zu der Bodendeponie aufgeschüttet worden, die anschließend als Freizeit- und Erholungsraum, aber auch für den Naturschutz neu gestaltet worden war. Der Bereich wird extensiv gepflegt – die Wiese wird nur einmal im Jahr gemäht – und Naturschützer haben dort auch schon mehrere Brutpaare der bedrohten und auch in Bielefeld selten gewordenen Feldlerche beobachtet.

Tätern fehlte offenbar das richtige Werkzeug

Damals sei es nicht einfach gewesen, die neu gepflanzten Bäume dort am Leben zu erhalten, sagt Martin Wörmann. „Durch die Bodenverhältnisse war es sehr schwer, die Bäume durchzubringen, mehrfach mussten die Pflanzlöcher vergrößert werden“, erinnert sich der Umweltamtsleiter. Nun seien die Bäume gerade gut angegangen und hätten kräftige Wurzeln gebildet.

Die beiden Bäume, die die Täter in der vergangenen Woche abgehackt haben, gehören zur Gattung der Mehlbeeren, erklärt Egbert Worms. Beide waren etwa fünf Meter hoch und hatten einen Stammdurchmesser von etwa zwölf Zentimetern. In knapp 1,50 Meter Höhe haben die Täter die Stämme durchtrennt – offensichtlich ohne das richtige Werkzeug, wie die zerfaserten Schnittstellen vermuten lassen.

Illegales Grillgelage

Außerdem hat es direkt neben den beiden Bäumen an der Stelle des Weges, wo Steinquader die Spaziergänger zum Ausruhen einladen, offensichtlich ein illegales Grillgelage gegeben, bei dem ein halb verrosteter Holzkohlegrill zurück geblieben ist. Direkt daneben auf dem Boden liegt der obere Teil eines der beiden Bäume.

Aufmerksam gemacht worden auf den Umweltfrevel sei das Umweltamt durch eine Spaziergängerin, die den Vorfall am Donnerstag der vergangenen Woche gemeldet hatte, so Worms. Nun fragt die Behörde nach Zeugen, die das Geschehen beobachtet haben oder Hinweise auf die Täter geben können. Egbert Worms: „Sollten sich irgendwelche Ansatzpunkte ergeben, werden wir Anzeige erstatten.“

Und klar sei, dass für die abgehackten Bäume Ersatz gepflanzt werden soll, um den Allee-Charakter des Weges oberhalb der Johannisbachaue zu erhalten. „Diesen von den Tätern zerstören zu lassen, ist völlig inakzeptabel“, betont Worms.

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