Verband fordert Rettungsschirm für gemeinnützige Einrichtungen
Herbergswerk schlägt Alarm

Bielefeld (WB/OH).  Die 29 Jugendherbergen in Westfalen-Lippe, darunter acht in OWL, fürchten wegen der Corona-Krise um ihre Existenz. Gemeinsam mit den weiteren 13 Landesverbänden des Deutschen Jugendherbergswerks (DJH) appellieren die Verantwortlichen in der Region an die Politik, auch für die gemeinnützigen Jugendherbergen einen Rettungsschirm aufzuspannen.

Freitag, 03.04.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 03.04.2020, 05:00 Uhr
Die Jugendherberge in Bielefeld. Foto: Thomas F. Starke

„Ohne Hilfe werden wir die Krise nicht überstehen“, sagt Landesverbands-Geschäftsführer Wolfgang Büttner. Als gemeinnütziges Unternehmen und Träger der freien Jugendhilfe betreibt der Landesverband 29 Jugendherbergen in NRW. Auf Anordnung des Landesgesundheitsministeriums sind diese seit dem 17. März geschlossen. „Durch diese Schließungen und das Verbot von Klassenfahrten ist unser Umsatz quasi über Nacht auf null gesunken“, erklärt Büttner. Nahezu alle Buchungen bis zu den Sommerferien seien storniert. Aktuell gebe es eine zweite Stornowelle, die sich auf Buchungen für den Sommer und darüber hinaus bezieht. 2019 gab es noch rund 650.000 Übernachtungen.

Der Landesverband hat umgehend Sparmaßnahmen ergriffen. Alle 600 Mitarbeiter in den 29 Jugendherbergen und der Hagener Zentrale gehen in Kurzarbeit. Alle Investitionen – ob in Baumaßnahmen oder Marketing-Aktivitäten – seien gestoppt.

„Unsere Liquidität nimmt nichtsdestotrotz rapide ab“, sagt Büttner. Aufgrund der Gemeinnützigkeit hätten die Jugendherbergen auch keine nennenswerten Rücklagen bilden dürfen. Bislang gebe es für die Jugendherbergen keine Hilfen. Wünschenswert seien Zuschüsse. „Bürgschaften zur Absicherung von Krediten helfen zwar auch, aber nur kurzfristig. Sie verlagern das Problem in die Zukunft“, erklärt Büttner.

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