Pierangelo Zava aus Bielefeld macht den Anfang, andere folgen am Wochenende
Corona zum Trotz: Die Eiszeit beginnt

Bielefeld (WB). In anderen Zeiten lassen die ersten Sonnenstrahlen das Geschäft brummen, doch die Corona-Krise verändert auch für die Eisdielen alles. Pierangelo Zava blickt seit Mittwoch hoffnungsvoller in die Zukunft: Der Bielefelder Eiskonditor darf wieder Schokoeis, Vanille und Co. in seiner Traditionseisdiele an der Friedrich-Ebert-Straße verkaufen, weil er strenge Vorgaben des Ordnungsamtes einhält.

Donnerstag, 02.04.2020, 06:00 Uhr
Pierangelo Zava verzichtet nur für das Foto auf einen Mundschutz, den er in seiner Eisküche und beim Bedienen trägt. Der 59-jährige Eiskonditor aus Bielefeld hat am Mittwoch seine Eisdiele an der Friedrich-Ebert-Straße für den Außer-Haus-Verkauf geöffnet. Foto: Bernhard Pierel

Auf mehreren Schildern im Eingangsbereich und an der Theke bittet Pierangelo Zava seine Kunden, den Sicherheitsabstand einzuhalten und, das ist ganz wichtig, das Eis nicht in einem Umfeld von 50 Metern zu verzehren. So soll vermieden werden, dass es zu Menschenansammlungen kommt. Nur einzeln dürfen die Kunden an die Eistheke treten und ihre Bestellung aufgeben. Mit den Bistrotischen hat er der Weg ins Innere des Cafés versperrt. Die Sitzplätze im Café sind tabu.

Für Pierangelo Zava ist das alles eine Notlösung. „Ich hoffe zumindest so die Kosten für Miete und Strom einzunehmen“, meint der 59-Jährige, der bis zum Ende der Cor ona-Pandemie eine One-Man-Show ist und seinen Mitarbeiter Corrado Nieri in Kurzarbeit schicken muss.

Virus hat alles auf den Kopf gestellt

Normalerweise beginnt die Saison für Zava Mitte Februar. Nach der Winterpause hatte er sein Eiscafé auch geöffnet. Allerdings sei das Geschäft wetterbedingt nicht sehr stark gewesen. Doch das seien Widrigkeiten, mit denen ein Eiskonditor rechnen müsse. Das Virus habe schließlich alles auf den Kopf gestellt, von einem Tag auf den anderen musste Pierangelo Zava den Schlüssel umdrehen.

Der Eiskonditor, der seit mehr als 30 Jahren in dem Café an der Friedrich-Ebert-Straße arbeitet und es seit 27 Jahren in Eigenregie führt, zeigt sich kämpferisch und setzt auf den Optimismus der Bielefelder.

In der Tat: Noch während er mit Corrado Nieri die Vorbereitungen zur Wiedereröffnung trifft, klopft am Mittwochvormittag eine Großmutter an die Scheibe, die ein Eis für ihre Enkelin kaufen möchte. Zava vertröstet sie auf die Mittagszeit. Geöffnet ist das Geschäft von 12 bis 18.30 Uhr – wie es sich für eine echte italienische Eisdiele gehört an sieben Tagen in der Woche.

Erweiterte Rechtsverordnung

Wenn am Wochenende die Sonne vom Himmel brennt, öffnen sicher auch einige andere Eisdielen für den Außer-Haus-Verkauf. Der war in Bielefeld übrigens nie verboten, wie Björn Palma vom Ordnungsamt erklärt: „Wir haben Eisdielen in diesem Punkt nicht anders behandelt als andere Cafés.“ Allerdings seien Eiscafés in der Verordnung des Landes NRW nicht explizit erwähnt worden, was dazu geführt habe, dass sie in NRW ganz unterschiedlich behandelt worden seien. „Seit Dienstag gibt es eine erweiterte Rechtsverordnung“, sagt Palma. Darin werde ausdrücklich erklärt, dass Eisdielen ihre Ware außer Haus verkaufen dürfen.

Björn Palma betont jedoch auch, dass in Bielefeld kontrolliert wird. Die Stadt habe die Zahl der Außendienstmitarbeiter mehr als verdoppelt. Aktuell kontrollieren 61 Frauen und Männer, dass vor Café, auf öffentlichen Plätzen und zum Beispiel auf Wochenmärkten die Regeln eingehalten werden. Und ihre Zahl soll noch aufgestockt werden.

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