Polizei rückt in der Großstadt bislang zu 70 Einsätzen wegen des Coronavirus aus Weniger Kriminalität in Bielefeld

Bielefeld (WB/hz). Die anhaltende Krise um das neuartige Coronavirus hat offenbar auch ihre guten Seiten. Die Kriminalität in Bielefeld, dem Oberzentrum in OWL, geht zurück. Die Polizei meldet einen breiten Rückgang in fast allen Bereichen bis hin zu den Verkehrsunfällen.

Symbolbild
Symbolbild Foto: dpa/Christian Charisius

Tages-Wohnungseinbrecher haben kaum noch Chancen, weil die Bewohner zwangsweise zu Hause sind. Straßenräuber finden kaum noch Opfer, weil deutlich weniger Menschen in der Stadt unterwegs sind. Die nächtliche Abzieherei von Straßengangs rund um die Clubs und Bars an der Amüsiermeile Boulevard und an anderen Orten in der Bielefelder Innenstadt gibt es nicht mehr, weil alles geschlossen ist. Polizeisprecherin Sonja Rehmert: „Die Polizei Bielefeld nahm in der vergangenen Woche insgesamt deutlich weniger Einsätze wahr. Dies galt sowohl für das Stadtgebiet als auch für die ostwestfälischen Autobahnabschnitte. Die Kriminalitätsentwicklung war in der vergangenen Woche insbesondere bei den Delikten Häusliche Gewalt, Körperverletzung, Diebstahl, Raub und Wohnungseinbruchsdiebstahl rückläufig.“

Weniger Unfälle, aber Hochzeit für neue Betrügereien rund um Corona

Auch die Anzahl der Verkehrsunfälle habe sich reduziert. „Bei diesen Entwicklungen ist zu beachten, dass Fallzahlen bezogen auf kurze Zeiträume immer gewissen Schwankungen unterliegen und sich diese Momentaufnahmen auch auf andere Gründe als nur die Coronakrise zurückzuführen sein können“, stellte die Polizeisprecherin klar.

Krisenzeiten sind auch immer Hochzeiten für skrupellose Betrüger. Die Großstadt scheint davon noch verschont geblieben zu sein. Bislang gab es bei der Polizei Bielefeld noch keinen angezeigten Betrugsfall im Zusammenhang mit der Coronakrise, sagte die Sprecherin. Allerdings gibt es erste Berichte, wonach in Bielefeld Kriminelle in Schutzanzügen an Haustüren aufgetaucht und sich als Mitarbeiter des Gesundheitsamtes ausgegeben haben sollen, um für einen angeblichen Virustest zwecks Suche nach Beute in Wohnungen zu gelangen.

Kontaktverbot: Polizei unterstützt die Stadt – bislang 70 Einsätze

Die Polizei Bielefeld warnt vor Kriminellen, die die Angst vor dem Corona-Virus momentan auf vielfältige Weise ausnutzen. Sogenannte Fake-Shops im Internet bieten medizinische Geräte und Atemschutzmasken an, die Kunden nie erhalten. Auch eine neue Variante des Enkeltricks ist im Umlauf: Täter geben sich als infizierte Angehörige aus, um Geld bei ihren Opfern zu erschleichen. Tipps zum Schutz vor diesen Betrügern gibt es im Internet auf der Webseite der Polizei NRW .

Seit mehr als einer Woche unterstützt die Polizei Bielefeld die Stadt Bielefeld bei der flächendeckenden Überwachung und Durchsetzung der Verbote aus der Verordnung zum Schutz vor Neuinfizierungen mit dem Coronavirus. Die Polizei Bielefeld nahm seit etwa 70 Einsätze wahr, überwiegend zu verbotenen Personenansammlungen im öffentlichen Raum, die durch Bürgerhinweise oder eigene Feststellungen bekannt wurden. „Dabei handelte es sich unter anderem um spielende Kinder und Jugendliche auf Spielplätzen, Personengruppen auf Parkplätzen, in Parks und auf Schulhöfen, aber auch um ein geöffnetes Café mit Besucherverkehr“, sagte die Polizeisprecherin.

In den Fällen, in denen Verstöße gegen Viren-Schutzverordnung festgestellt wurden, traf die Polizei Bielefeld in Abstimmung mit der Stadt Maßnahmen wie Platzverweise oder leitete Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. Bei manchen Einsätzen wegen vermeintlich verbotener Ansammlungen trafen die Polizisten auch niemanden mehr an. Straftaten wurden der Polizei Bielefeld bei Verstößen gegen die Virus-Schutzauflagen bis jetzt nicht bekannt.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7351202?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F