Automobilzulieferer DFA hat in der Coronavirus-Krise umgerüstet – Update: Masken jetzt mit Bändern Millionen neue Schutzmasken aus Bielefeld

Bielefeld (WB/hz). Eigentlich liefert die Firma Dr. Freist Automotive Bielefeld (DFA) – vereinfacht gesagt – Dämmaterial für Autobauer. Zu den Kunden des traditionsreichen Familienbetriebes gehören die Großen der Kfz-Branche wie VW, Audi, Mercedes und BMW, sagt Chef Dr. Christoph Freist (64).

So sieht die neue Schutzmaske aus Bielefelder Produktion aus. Eine Million Stück sind bereits verkauft.
So sieht die neue Schutzmaske aus Bielefelder Produktion aus. Eine Million Stück sind bereits verkauft. Foto: Dr. Freist Automotive

Jetzt in den Krisenzeiten um das neuartige Coronavirus hat der mittelständische Betrieb an der Ernst-Graebe-Straße am Rand der Innenstadt auf einen der derzeit mit am meisten benötigten Artikel umgerüstet. Statt Dämmaterial werden Schutzmasken für medizinisches Personal gefertigt.

Die Produktion wird gerade hochgefahren

„Die Produktion wird gerade hochgefahren. Bis zu vier Millionen Masken in der Woche sind möglich“, verweist Christoph Freist auf eine am 26. März erfolgte Freigabe des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte. Die erste Million an Schutzmasken sei bereits verkauft. Kunden sind den Angaben des 64-Jährigen zufolge unter anderem das Evangelische Klinikum Bethel und das städtische Klinikum Bielefeld. „Die Stadt Bielefeld hat 200.000 Stück bei uns bestellt für die Feuerwehr und den Rettungsdienst“, benennt Christoph Freist einen weiteren Kunden.

Die Produktion in der deutschen Automobilindustrie ruht aktuell wegen der Viruskrise. Das ermöglicht es der Firma DFA, kurzfristig auf die Produktion von Schutzmasken umzustellen . Das sei mit einem „beispiellosen Kraftakt“ innerhalb weniger Tage geschehen, sagt der Firmenchef.

Die selbe Technik, wie sie auch in der Medizintechnik benutzt wird

„Seit Jahren stellen wir unser eigenes Mikrofaservlies aus Polypropylen her“, erklärt der 64-Jährige. „Wir haben die selbe Technik, wie sie auch in der Medizintechnik benutzt wird.“ Der Lieferumfang pro Maske zum Preis von 58 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer umfasst Filtermaske und Nasenklammer, heißt es in einer Information der Firma DFA. Gummibänder zum Befestigen der Masken, die zunächst nicht verfügbar waren, liegen inzwischen auch bei, sagt der Firmenchef.

Die Schutzmasken aus Bielefeld werden nicht einzeln, sondern im 1000er Karton abgegeben. Christoph Freist hält es für möglich, dass der Stückpreis sinken könnte, sobald die Produktion auf vollen Touren läuft. Zur Zeit könne der Betrieb (600 Mitarbeiter in Deutschland, Mexiko und den USA, davon mehr als 300 Beschäftigte in Bielefeld) zwei Millionen Masken pro Woche herstellen.

Der DFA-Firmenchef verbindet mit dem neuen Engagement ein ganz persönliches Anliegen. Der 64-Jährige möchte, dass nach asiatischem Vorbild jeder Mensch in Deutschland Schutzmasken trägt. Freist: „Wir müssen Übertragungswege unterbrechen und das Ansteckungsrisiko reduzieren.“

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