Offener Brief an Bielefelds Oberbürgermeister mit Bitte um Unterstützung „Hilfeschrei“ der Club-Betreiber

Bielefeld (WB).„Eine sofortige Hilfe für die Bielefelder Clubs noch im März ist entscheidend“. Mit einem eindringlichen Appell wenden sich Betreiber von Diskotheken, Clubs und Eventstätten in einem offenen Brief an Oberbürgermeister Pit Clausen. Darin bitten sie um Unterstützung und einen „Rettungsschirm“ für die Bielefelder Clublandschaft, um deren Aus zu verhindern.

Von Hendrik Uffmann
Das „Stereo“ am Boulevard ist derzeit wie alle Clubs geschlossen, zeigen Betreiber Mirko Schmidt (rechts) und Chris Hülsewede vom Movie. Sie befürchten, dass die aktuelle Krise das Aus für viele Diskotheken und Clubs in Bielefeld bedeuten könnte.
Das „Stereo“ am Boulevard ist derzeit wie alle Clubs geschlossen, zeigen Betreiber Mirko Schmidt (rechts) und Chris Hülsewede vom Movie. Sie befürchten, dass die aktuelle Krise das Aus für viele Diskotheken und Clubs in Bielefeld bedeuten könnte. Foto: Bernhard Pierel

Benötigt würden jetzt Fördermittel, um die Kulturbetriebe aufrecht und die dortigen Arbeitsplätze erhalten zu können, die sofortige Abschaffung der Vergnügungssteuer, die Übernahme von Bürgschaften für neue „Corona-Kredite“, Lösungen für Mietverträge wie Stundungen, den Erlass oder die Übernahme der Mieten durch die Stadt, Entlastungen bei Löhnen und Gehältern für die 1500 Mitarbeiter in den Betrieben sowie Kostenübernahmen und Ausfallentschädigungen während der Zwangsschließung, heißt es in dem Brief an den Oberbürgermeister.

Die Corona-Krise trifft die Branche besonders hart

Unterzeichnet habe diesen neben Mirko Schmidt vom „Stereo“ im Neuen Bahnhofsviertel im Auftrag der Interessengemeinschaft Bielefelder Clubs, die sich angesichts der aktuellen Krise gegründet hat, auch Peter Daletzki (Café Europa), Monika Contursi (Club Bielefeld), Ivo Klumpp (Hinterzimmer), Sascha Berg (Lokschuppen), Chris Hülsewede ( Movie) und Serkan Besiroglu (Sams).

Die Corona-Krise treffe die Branche besonders hart. Die Clubs, Diskotheken und Eventlocations seien die ersten Bereiche gewesen, die aufgrund der Corona-Krise per stätischem Erlass hätten schließen müssen. Für diesen Schritt hätten sie Verständnis und befürworteten diesen, damit die Krise schnell überwunden werde, so die Clubbetreiber.

„Hilfspakete, die in ein paar Wochen greifen, kommen zu spät“

Notwendig sei die Unterstützung nun, um „existenziellen Schaden für die Branche und alle damit verbundenen Unternehmen, Arbeitsplätze und Existenzen“ abzuwenden. „Hilfspakete, die in ein paar Wochen greifen, kommen zu spät“, heißt es in dem Schreiben. Allein im Stereo gebe es 70 Angestellte in Teilzeit sowie sieben Vollzeitkräfte und 25 Freiberufler wie Grafiker und DJs, die dort tätig seien, erklärt Mirko Schmidt.

Gespräche mit Banken liefen bereits, so Schmidt. „Doch Clubs und Diskotheken gelten dort derzeit natürlich als Risiko-Branche. Kredite wären also nur möglich, wenn es staatliche Bürgschaften oder Unterstützung gibt.“ Notwendig seien allerdings ohnehin weniger Kredite als vielmehr Gelder, die später nicht zurückgezahlt werden müssten.

Clubs leisteten einen wichtigen Beitrag zur Kultur in Bielefeld

Dabei gehe es nicht nur um die Clubkultur in Bielefeld, sondern um die Vielfalt und das kulturelle Leben in der Stadt. Denn die Clubs leisteten einen wichtigen Beitrag zur Kultur in Bielefeld, sie seien für viele junge Menschen Treffpunkte und Orte für ein tolerantes Miteinander. Die Clubs holten internationale Künstler nach Bielefeld und trügen so zur Lebensqualität in der Stadt bei.

Dies alles stehe jetzt auf dem Spiel, mahnen die Betreiber. „Die Clubkultur und eine ganze Branche stehen jetzt davor, unwiederbringlich abgeschafft zu werden“, schreiben die Clubbetreiber in ihrem Brief, den sie Clausen am Sonntag haben zukommen lassen.

Dass der Oberbürgermeister nun viele andere Aufgaben habe und deshalb nicht sofort auf das Schreiben reagieren könne, dafür hätten die Unterzeichner großes Verständnis, so Mirko Schmidt. „Der Brief ist deshalb vor allem erst einmal ein Hilfeschrei.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7342053?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F