Hassan Mimouni verwandelt die Klosterpassage in Bielefeld in einen Altstadt-Treffpunkt
Ein Markt mit Möglichkeiten

Bielefeld (WB). Markthallen oder Dorfmärkte in Spanien oder Italien sind Orte bunter Vielfalt und Gastlichkeit. Zu solch einem Ort soll auch die frühere Klosterpassage in der Altstadt werden. Der Store-Designer und Gastronom Hassan Mimouni (Thumel 1504) plant den Innenausbau. Im Herbst 2021 soll Eröffnung sein.

Freitag, 06.03.2020, 07:00 Uhr
Hassan Mimouni zeigt, wie einer der Stände in der neuen Markthalle aussehen könnte. Foto: Thomas F. Starke

Einen Eindruck von der neuen Markthalle kann man jetzt schon gewinnen. Mimouni hat in der Passage einen „Probestand“ aufgebaut. Warme Holztöne, eine rustikales Ambiente gepaart mit hochwertigen Frischwaren – so stellt sich Mimouni das Innenleben des Gebäudekomplexes im Herzen der Bielefelder Altstadt vor.

„Bis zu 25 Stände sind geplant“, erläutert Mimouni. Etwas mehr als die Hälfte soll gastronomische Angebote machen, an den übrigen Ständen Käse, Obst, Gemüse, Fleischwaren oder Brot angeboten werden. Die Besucher werden an einer langen Tafel Platz nehmen können. „Community Table“ heißt so etwas aus dem Englischen entlehnt. Oder sie können sich ein ruhigeres Fleckchen suchen, um zu plauschen. Sie können flanieren, kosten, genießen. Im Zentrum der über sechs Zugänge erreichbaren Markthalle wird es eine Bar geben. Ein besonderes Highlight dürfte die Dachterrasse sein. Bisher wird die ausschließlich von der Start-up-Plattform „Pioneers Club“ im ersten Obergeschoss des Gebäudes genutzt. Geplant ist aber ein Treppenaufgang aus der bisherigen Passage.

„Es gibt eine Reihe von Interessenten“

Vorgesehen sind auch acht Pop-up-Stores, kleine Verkaufsflächen, die nur vorübergehend angemietet werden können. Dort können dann auch saisonal interessante Produkte feilgeboten werde – eine kühlende Limonade im Sommer oder frischer Spargel.

„Es gibt schon eine Reihe von Interessenten“, sagt Mimouni. Wen, will er noch nicht verraten. Nur soviel: „Es muss zueinander passen.“ Mimouni bezieht das nicht so sehr auf die Art der Stände. Bayerische Spezialitäten wären ihm genauso willkommen wie orientalische Köstlichkeiten. Ihm geht es um das Miteinander der Stand-Betreiber, um die gleiche „Denke“. Jeder von ihnen wird eine Grundausstattung erhalten, kann danach seine eigene Ausstattung ausrichten.

In London, Frankreich und auf Mallorca umgeschaut

Für sein Bielefelder Projekt hat sich Mimouni von Märkten und Markthallen in London, Frankreich oder auf Mallorca inspirieren lassen. „Wo immer ich unterwegs war, habe ich mich auf Märkten umgeschaut“, erzählt er. Mit der Bautra und deren geschäftsführendem Gesellschafter Dr. Christoph Buse habe er einen Partner, der auch den langen Atem für solch ein Projekt mitbringe.

Die Bautra hatte die Klosterpassage und das benachbarte Gesellschaftshaus 2015 erworben. Ein Jahr später, als es um die Einrichtung des „Pioneers Clubs“ ging – übrigens auch nach Mimouni-Plänen –, kamen die ersten Ideen für eine Markthalle auf.

„Auch Design geht durch den Magen“, sagt Mimouni und hofft, dass das Konzept bei den Bielefeldern ankommt. Das heißt: Eigentlich ist er sich ziemlich sicher, dass dies so sein wird. Abends nach Feierabend könnten die Menschen in der Halle für ein feines Essen daheim einkaufen oder die Vorspeise schon mal gleich an Ort und Stelle probieren. Sein Ideal: „Die Zutaten sind so gut vorbereitet, dass sie daheim einfach zubereitet werden können.“

Öffnungszeiten von 8 bis 22 Uhr

Angedacht sind Öffnungszeiten von 8 bis 22 Uhr. Ob an sieben Tagen in der Woche und damit auch sonntags, das sei noch nicht entschieden. Obwohl: einen sonntäglichen Brunch kann sich Mimouni in der neuen Markthalle durchaus auch vorstellen.

So ist vieles denkbar in dem neuen Konzept. Aktuell geht es erst einmal um den Umbau der Halle. „Die Bauanträge sind eingereicht“, sagt Mimouni. Aktuell werde geschaut, wie es um die Haustechnik bestellt sei. Im Sommer, so der Plan, soll dann mit den Umbauarbeiten begonnen werden. Neun Monate sind dafür veranschlagt. In weiteren zwei bis drei Monaten sollen dann die künftigen Mieter Gelegenheit erhalten, ihre Marktstände auszustatten.

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