Bielefelds Planer unterstreichen bei Bürgerinfoveranstaltung Bedarf an Catterick- und Rochdale-Gelände
Stadt macht Druck bei Kasernen-Nutzung

Bielefeld (WB).Die Stadt will die Flächen der bisherigen britischen Catterick- und Rochdale-Kaserne für die Stadtentwicklung nutzen. Das betonte Sven Dodenhoff vom städtischen Bauamt am Mittwochabend erneut bei einer Bürgerinformationsveranstaltung, zu der die Stadt in die Ravensberger Spinnerei eingeladen hatte und zu der mehr als 60 Besucher gekommen waren.

Freitag, 06.03.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 06.03.2020, 15:06 Uhr
Die Catterick-Kaserne bietet laut den Planern Raum für unterschiedliche Arten der Nutzung. Foto: Thomas F. Starke

Gemeinsam mit den Planern des Büros Drees und Sommer präsentierte Dodenhoff die Ergebnisse der bisherigen Voruntersuchungen in denen es darum geht, wie die Stadt die Flächen künftig neu überplanen möchte. Ob sie die Gelegenheit dazu bekommt oder ob die Bundespolizei das 34 Hektar große Areal der Catterick-Kaserne ganz oder teilweise nutzen wird , das stehe nach wie vor nicht fest, so Dodenhoff.

Entscheidung liegt beim Bund

Klar sei jedoch, dass die Entscheidung darüber ganz allein beim Bund liege, sagte Hartwig Schultheiß vom Büro Drees und Sommer. „Der Bund darf ohne baurechtliches Verfahren solche Liegenschaften nutzen, ganz ausdrücklich auch für die Bundespolizei.“ Die Stadt sehe in den beiden Kasernen dennoch weiter „riesengroße Chancen“, um die Stadtteile weiterzuentwickeln, so Dodenhoff. „Deshalb ist es wichtig zu sagen, was wir mit den Flächen machen wollen.“

Erste grobe Vorüberlegungen stellten die Planer dabei am Mittwochabend vor. Dazu hatte sie unter anderem die Verkehrsanbindungen und das Umfeld mit Blick auf Nahversorgung, Umwelt und soziale Einrichtungen unter die Lupe genommen, um die Stärken und Schwächen der Areale für eine Stadtentwicklung aufzuzeigen. Die Catterick-Kaserne biete die Möglichkeit, Flächen für Wohnen zu entwickeln, aber auch für nicht-störendes Gewerbe und soziale Einrichtungen, sagte Hartwig Schultheiß.

In welchem Zustand die Gebäude seien und ob sich diese für eine weitere Nutzung eigneten, sei noch unklar, da es noch keine Möglichkeit gegeben habe, diese in Augenschein zu nehmen. Dies bestätigte auch Björn Wehmeier (Bauamt). „Bislang durften wir in all den Jahren nur eineinhalb Stunden auf das Gelände und sind dabei hinter einem Offizier quasi im Laufschritt hinterher gelaufen“, so Wehmeier.

Anbindung an die Stadtbahnlinie 3

Denkbar sei auf dem Catterick-Gelände, prägende Gebäude und Baumbestand zu erhalten, die technischen Gebäude im südlichen Kasernenareal könnten eher abgerissen werden, erläuterte Schultheiß.

Die Rochdale-Kaserne (9 Hektar) sei wesentlich dichter bebaut, auch hier gebe es stadtbildprägende Gebäude. Im nördlichen Bereich sei dort vor allem Wohnbebauung vorstellbar, näher an der viel befahrenen Oldentruper Straße  möglicherweise auch Gewerbe. Und in einem Szenario zeigte er auch eine „Bildungsnutzung“. Schultheiß: „Die Stadt arbeitet gerade an der Schulentwicklungsplanung“, deutete er an, dass auch eine Schule angesiedelt werden könnte. Das große Plus des Rochdale-Areals ist die Anbindung an die Stadtbahnlinie 3.

Martin Altmann (Drees und Sommer) erklärte, dass die Vorplanung möglichst bis zum Sommer abgeschlossen sein soll. Einfließen sollen darin auch alle Anregungen und Vorschläge der Bürger, die diese am Mittwochabend in kleineren Diskussionsrunden einbringen und an Pinwänden anbringen konnten. Auch Online ist eine Beteiligung möglich unter www.perspektiven-bielefeld.de.

Fördermittel in Höhe von 743.000 Euro beantragt

Unterstützung für die Stadt, den Zuschlag für die Nutzung der Kasernengelände zu bekommen, könnte unterdessen auch aus Düsseldorf kommen. NRW-Bauministerin Ina Scharrenbach erklärte bei einem Besuch in Bielefeld am Mittwoch, dass die Stadt bei ihrem Ministerium Fördermittel in Höhe von 743.000 Euro beantragt habe. Mit dem Geld sollen die vorbereitenden Untersuchungen für die Umnutzung der Catterick-Kaserne finanziert werden.

Veronika Rosenbohm, Vorsitzende des Mieterbundes OWL, berichtete bei der Bürgerinformationsveranstaltung, dass die Ministerin außerdem Gespräche mit dem Vorstand der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) führen wolle, um bei der Behörde Druck zu machen, die Kasernen der Stadt zu überlassen.

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