Bielefelder Labor Diamedis rechnet mit hunderten Untersuchungen
Coronavirus: Testwelle steht bevor

Bielefeld (WB). Aktuell sind es „nur“ 20 Corona-Labortests – in den nächsten Tagen werden es aller Voraussicht nach Hunderte sein: Das Medizinische Versorgungszentrum Diamedis in Bielefeld ist eines von zwei großen Laboren in Ostwestfalen-Lippe, das in der Lage ist, Schnelltests auf Corona innerhalb von drei bis vier Stunden durchzuführen.

Donnerstag, 05.03.2020, 11:00 Uhr
Das Medizinische Versorgungszentrum Diamedis in Bielefeld: Hier werden aktuell Proben auf den Coronavirus getestet. Rechts: Ärztliche Leiterin Dr. Claudia Speckbacher. Links: Jürgen Hochrein, biologisch-technischer Assistent. Foto: Bernhard Pierel

Bislang waren alle Corona-Verdachtsfälle in Bielefeld negativ. Aber das kann sich schnell ändern. „Noch ist die Situation vergleichsweise normal. Ich gehe aber davon aus, dass uns die Testwelle noch bevor steht“, sagt Dr. Claudia Speckbacher (53). Die ärztliche Leiterin des Medizinischen Versorgungszentrums und ihr Team aus 200 Mitarbeitern (Ärzte, Biologen, Chemiker usw.) untersucht in normalen Influenza-Zeiten täglich etwa 1000 Proben von Viren aller Art – Tendenz steigend wegen SARS-Co-V-2, der offiziellen Bezeichnung des Coronavirus.

Seit Wochen laufen die Vorbereitungen

Seit Wochen laufen die Vorbereitungen im Medizinischen Versorgungszentrum in Sennestadt. Über das normale Tagesgeschäft hinaus können dort in den nächsten Tagen oder Wochen täglich 150 bis 200 Coronaproben abgearbeitet werden. „Doch dann werden auch wir an unsere Grenzen stoßen“, sagt die Fachärztin für Laborationsmedizin.

Andere Labore in Deutschland haben jetzt schon keine Kapazitäten mehr. Folge: Es müssen Coronaproben abgelehnt werden. So weit ist es in Bielefeld noch nicht.

Noch muss das Team um Dr. Claudia Speckbacher auch noch keine Nachtschichten leisten. Derzeit reicht bislang auch die technische Ausstattung bei Diamedis. „Wir haben ganz gut gehaushaltet, so dass beispielsweise noch hinreichend Reagenzien zur Verfügung stehen.“ Diese seien für den Coronatest genauso erforderlich wie das so genannte Laminar Flow. Dabei handelt es sich um mikrobiologische Werkbänke, an denen die Mitarbeiter im Labor arbeiten. Sie sorgen dafür, dass Luftkeime nicht von außen herein- oder herausgelangen können.

„Wir müssen sehr sorgfältig arbeiten“

Bei richtiger Anwendung werden die Labormitarbeiter nicht angesteckt. „Wir untersuchen hier täglich multiresistente Keime. Aber auch in einem Coronaverdachtsfall müssen wir sehr sorgfältig arbeiten, damit alle Labormitarbeiter auch wirklich gesund bleiben“, sagt Dr. Claudia Speckbacher.

Ob jemand an dem Virus erkrankt ist, wird im Labor anhand von Abstrichproben aus dem Rachen- und Nasenbereich untersucht. Die Abstriche nehmen in der Regel Hausärzte oder auch die Mediziner in Krankenhäusern vor. Im Medizinischen Versorgungszentrum wird dann überprüft, ob sich der Virus auf dem Abstrich befindet oder nicht.

Ärzte und auch die Gesundheitsämter entscheiden zuvor, ob Labortests tatsächlich erforderlich sind oder nicht. Hatte jemand beispielsweise Kontakt zu einem Infizierten, wird ein Test angeordnet, nicht aber bei einem herkömmlichen Schnupfen ohne Verdachtsmomente.

Etwa 35 Diamedis-Mitarbeiter fahren die Arztpraxen, Krankenhäuser oder die Gesundheitsämter in OWL täglich ab. So kommen die Proben auf dem schnellsten Weg ins Labor nach Bielefeld. Denn schließlich geht es manchmal um Leben oder Tod. Weil das so ist und diese Abstriche Vorrang haben, dauert es hin und wieder länger, bis Corona-Testergebnisse vorliegen und veröffentlicht werden können.

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