Ausbaustandards für den Jahnplatz fallen durch – jetzt ist der Rat am Zug Beige und mit Pilz-Dächern

Bielefeld (WB). Das Naturstein-Pflaster auf dem Jahnplatz soll jetzt doch beige sein, die Radwege durch eine „kontrastreiche Oberfläche” vom Rest des Platzes abgehoben werden, nicht durch rot eingefärbten Asphalt. Gehwegfurten sollen wie Zebrastreifen über die Radwege führen, den Fußgängern zusätzliche Sicherheit bieten.

Von Michael Schläger
Begrünt, von unten weiß: die neuen Haltestellen-Dächer am Jahnplatz.
Begrünt, von unten weiß: die neuen Haltestellen-Dächer am Jahnplatz. Foto: Wannenmacher

Im Stadtentwicklungsausschuss des Rates wurde am Dienstag um die Ausbaustandards des Platzes fast schon gefeilscht, am Ende ein Kompromiss erzielt. Der aber wiederum fand keine Mehrheit. Bei Stimmengleichheit wurden die Standards abgelehnt. Denn CDU, Bielefelder Mitte, FDP und auch die Linke stimmten dagegen.

Wie schon bei der Grundsatzentscheidung über den Jahnplatz-Ausbau muss das nun vom Rat an diesem Donnerstag „geheilt“ werden. Hier verfügt die Paprika-Kooperation aus SPD, Grünen, Bürgernähe/Piraten und Lokaldemokraten über eine Stimme Mehrheit – dank Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD). Anders als beim letzten Mal wurde der Punkt auch rechtzeitig auf die Tagesordnung gesetzt, damit nicht wieder rechtliche Bedenken ins Feld geführt werden.

Dächer sollen begrünt sein

Diskutiert haben die Stadtentwicklungs-Politiker am Dienstag auch über das Markenzeichen des neu gestalteten Jahnplatzes, die künftigen Haltestellen-Dächer. Architekt Andreas Wannenmacher stellte dort die Entwürfe seines Büros vor. Favorisiert wurde von den Politikern die Variante mit Pilz-Dächern. Die Flachdächer wurden als zu statisch empfunden. Die Dächer sollen begrünt sein, ein ausgefeiltes Lichtkonzept dafür sorgen, dass es unter den Dächern hell genug ist. Dazu soll auch eine weiße, perforierte Dachgestaltung beitragen.

Künftig wird es am Jahnplatz doppelt so viel Dachfläche wie bisher geben. Die Idee, die Fläche zu verkleinern und damit in Kauf zu nehmen, dass ein Teil der Fahrgäste bei schlechtem Wetter buchstäblich im Regen stehen könnte, wurde verworfen. Spätestens im September soll abschließend über die Ausgestaltung der Dächer entschieden werden. Auch für sie gilt: 2022 muss alles fertig sein.

Ralf Nettelstroth (CDU) vermisst ganzheitliche Planung

Planungsdezernent Gregor Moss hielt ein eindringliches Plädoyer für die Verwaltungsvorschläge zur Platzgestaltung, warb für ein grau changierendes Pflaster, das auch von Sehbehinderten besser eingeschätzt werden könne. Die vorgeschlagene Farbe auf Radwegen werde nicht dauerhaft halten, so Moss, der betonte, der Verwaltungsvorschlag fuße auf einem komplexen Abstimmungsprozess, auch mit der Bezirksregierung. Nach einer Sitzungsunterbrechung einigten sich die Paprika-Partner schließlich darauf, auf den rot eingefärbten Asphalt zu verzichten.

Kritik kam von Ralf Nettelstroth (CDU). Er betonte erneut, es fehle an einer ganzheitlichen Planung. Irene Binder (FDP) erinnerte an die entstehenden Kosten: „Wir reden hier über alle möglichen Details und Pflasterfarben, aber ob die Zuschüsse von 15 Millionen Euro für den Platzumbau ausreichen, sagt niemand.“

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