Schutzausrüstung wird vorrangig fürs Personal benötigt – Evangelisches Klinikum sagt Veranstaltungen zum Tag der Frauengesundheit ab
Corona: Klinikum Bielefeld schränkt Besuche ein

Bielefeld (WB). Die Bielefelder Kliniken treffen wegen der Ausbreitung des Coronavirus weitere Vorkehrungen. Das städtische Klinikum lässt vorerst keine Besucher mehr zu isolierten Patienten mit Infektionskrankheiten. Grund: Es gibt Nachschubprobleme bei Schutzausrüsten. Die sollen nun in erster Linie nur noch fürs Personal verwendet werden.

Dienstag, 03.03.2020, 13:52 Uhr aktualisiert: 03.03.2020, 16:02 Uhr
Symbildbild Foto: dpa

Das Evangelische Klinikum Bethel (EvKB) hat unterdessen die zum Tag der Frauengesundheit am Sonntag, 8. März (Weltfrauentag) geplanten Veranstaltungen abgesagt. Der besondere Tag sollte im Haus Gilead I in Bethel inklusive Führungen durch die Frauenklinik stattfinden.

Die Absage sei eine reine Vorsichtsmaßnahme, um Patienten im Krankenhaus und auch die Besucher der Veranstaltung zu schützen. In jedem Fall werde das umfangreiche Programm nachgeholt. So wie es eine flächendeckende Entwarnung in Sachen Corona-Virus gibt, werde ein neuer Termin bekannt gegeben.

Vorsichtsmaßnahmen auch für Besucher und Patienten

Das städtische Klinikum Bielefeld teilte mit, gemäß den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) würden im Patienten mit bestimmten Infektionserkrankungen jeweils in einem Einzelzimmer isoliert. Bei Betreten des Zimmers müsse eine Schutzkleidung angelegt werden. Diese Schutzkleidung soll die Übertragung von Krankheitserregern auf Angehörige, Beschäftigte und Patienten verhindern.

Bestimmte Schutzmaterialien (Gesichtsmasken, Schutzkittel u.a.) seien aufgrund der weltweiten Ausdehnung des Coronavirus nicht mehr lieferbar oder es entstünden Lieferengpässe. Das Klinikum benötige diese Schutzmaterialien, um auch weiterhin Patienten mit den verschiedenen Infektionserkrankungen medizinisch versorgen zu können. Die medizinische und pflegerische Versorgung der Patienten habe Priorität. Aus diesem Grund müssten Besuche bei Patienten, die wegen einer Infektionserkrankung isoliert werden, derzeit eingeschränkt werden.

Der Weltfrauentag sollte im Evangelischen Klinikum erstmals mit einer Veranstaltung für Frauengesundheit im Haus Gilead I gefeiert werden. Ein kurzweiliges Veranstaltungsangebot hatte die Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe im EvKB auf die Beine gestellt – spannende Vorträge, eine unterhaltsame Promi-Lesung und Mitmachaktionen sollten angeboten werden.

Übertragungsrisiko wäre zu groß

Es war geplant, diesen besonderen Tag direkt im EvKB stattfinden zu lassen und stündlich umfassende Führungen durch die Frauenklinik anzubieten. Zwar ist die Enttäuschung bei den Organisatorinnen groß, aber als vorausschauende Vorsichtsmaßnahme wird der Tag abgesagt. Auch wenn sich die ersten begründeten Verdachtsfälle in Bielefeld nicht bestätigt haben, zeichnet sich auch in OWL eine Corona-Situation ab, die niemand sicher einschätzen kann. Sobald ein bestätigter COVID-19 Fall in Bielefeld auftritt, sollen die Spezial-Notaufnahmen für den Corona-Virus geöffnet werden. Sie befinden sich in unmittelbarer Nähe zu den Räumlichkeiten des Tags der Frauengesundheit. „Das Übertragungsrisiko für unsere Patienten und unsere Besucherinnen wäre dann einfach zu groß. Deshalb haben wir uns entschieden, kein Risiko einzugehen und die Veranstaltung am kommenden Sonntag vorsorglich abzusagen“, erklärt Prof. Dr. Constanze Banz-Jansen, Chefärztin der Frauenklinik am EvKB die Gründe für diese Vorsichtsmaßnahme.

„Wir hoffen sehr auf das Verständnis aller für diese Absage. Aber verschoben ist nicht aufgehoben. Das interessante Programm rund um die Frauengesundheit steht und sowie sich die Situation rund um das neue Corona-Virus flächendeckend entspannt hat, wird ein neuer Termin festgelegt“, verspricht die Chefärztin.

Auch Tag der offenen Tür für Schwangere abgesagt

Eine weitere Veranstaltung ist abgesagt worden: Der Tag der offenen Tür für Schwangere und junge Familien der Familienbildungsstätte Hedwig Dornbusch-Schule am Samstag, 7. März, fällt wegen Corona aus. Aufgrund der Tatsache, dass Schwangere eine sensible Zielgruppe sind, hat die Hedwig Dornbusch-Schule diesen Beschluss gefasst. Auch wenn bisher nicht klar ist, ob und wie sich das Coronavirus in einer Schwangerschaft auswirkt, gehören Schwangere und ihre ungeborenen Kinder laut Veranstalter zu einem besonders schützenswerten Personenkreis.

 

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