Kriminalitätsbilanz der Polizei: Bielefeld wird sicherer – höhere Aufklärungsquote
Straftaten gehen weiter zurück

Bielefeld (WB). Das Leben in der Stadt ist sicherer geworden: Die Gesamtzahl der Straftaten nahm ab, die Aufklärungsquote stieg. Vor allem Straßenraubdelikte gingen um mehr als ein Drittel zurück, hat Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere in ihrer Kriminalitätsstatistik des Jahres 2019 betont. Dennoch will sich die Polizei weiter intensiv um die Sicherheit in der Innenstadt kümmern.

Dienstag, 03.03.2020, 08:00 Uhr
Die Zahl der Straftaten in Bielefeld ist auf dem niedrigsten Stand seit zehn Jahren. Grafik: Stelte

Genau 22.322 Straftaten wurden 2019 angezeigt, im Vergleich zum Vorjahr sind das vier Prozent weniger. Grund sind gesunkene Fallzahlen bei Eigentums-, Vermögens- und Fälschungsdelikten sowie bei der Gewalt- und Straßenkriminalität. Aufgeklärt wurden 13.719 Taten, mehr als im Jahr davor. Von 9966 ermittelten Verdächtigen waren 4283 nichtdeutscher Staatsangehörigkeit, stellt die Polizei fest. Bei der Gewaltkriminalität sank die Fallzahl von 836 (2018) auf 796, unter „Straßenkriminalität“ wurden 4770 Delikte verzeichnet (2018: 5065). Einbrüche nahmen zu – um drei auf 498 Fälle. Aufgeklärt wurden 21,7 Prozent (Vorjahr: 15.6 Prozent). Die Polizei will auf dieses Themenfeld weiter einen Schwerpunkt legen.

Mord und Totschlag

Zehn Straftaten gegen das Leben wurden 2019 verübt: drei Morde und zwei fahrlässige Tötungen. In fünf Fällen von Totschlag wurde ermittelt. Davon tauchen vier als Totschlagsversuche in der Statistik auf. Acht Straftaten wurden aufgeklärt. Im Jahr davor gab es keinen Mord, aber eine fahrlässige Tötung und fünf Totschlagsfälle. Als besonderes Ereignis nannte Giere die im September 2019 erfolgte Messerattacke gegen eine Frau an den Stadtbahngleisen im Jahnplatztunnel. Ein Mann hatte auf seine Ex-Partnerin eingestochen – der versuchte Totschlag wird seit Montag vor dem Schwurgericht verhandelt. „Nur durch das couragierte Einschreiten mehrerer Passanten konnte Schlimmes verhindert werden“, lobte die Polizeipräsidentin das Verhalten der Helfer.

Sexueller Missbrauch

Bei der Polizei gingen 39 Anzeigen werden sexuellen Missbrauchs ein, eine mehr als 2019. Bei sechs Taten handelte es sich um schweren Missbrauch. An Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung wurden 301 Delikte registriert, 34 weniger als 2018. Positiv laut Polizeibilanz ist, dass 80 Prozent der Vorkommnisse aufgeklärt wurden. Die Verbreitung pornografischer Erzeugnisse stieg nach Angaben der Polizei von 47 auf 64. Es konnten aber 59 Fälle aufgeklärt werden.

Messer neu in der Statistik

Erstmals erfasste die Polizei in ihrer Statistik 118 Taten, bei denen Messer oder andere Stichwaffen eingesetzt wurden. In 98 Fällen von Körperverletzungen und Bedrohungen wurden Messer verwendet. Ein Verstoß gegen das Waffengesetz wurde bei 13 Vorkommnissen festgestellt.

Mehr Präsenz, mehr Razzien

Die Polizeipräsidentin verspricht: „Die Sicherheit in der Innenstadt bleibt weiter unser besonderes Anliegen“. Vor allem im Stadthallenumfeld, am Jahnplatz und am Kesselbrink werde die Polizei mit „starker Präsenz, Razzien, Personenkontrollen und Platzverweisen sowie Bereichsbetretungsverboten“ Straftaten im öffentlichen Raum verhindern wollen. Ein Grund dafür sind die gestiegenen Fallzahlen in der Rauschgiftkriminalität (von 1147 auf 1272) sowie bei den Drogentoten: elf im Jahr 2019. Kripochef Wolfgang Niewald: „Das ist der höchste Stand nach 2012“.

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