Nest am Hof Meyer zur Müdehorst in Bielefeld aufgestellt – Hoffnung auf Brutpaar noch in diesem Jahr
Neues Storchen-Zuhause am Schwarzbach

Bielefeld (WB). Im Tierpark Olderdissen, in der Johannisbachaue und am Hof Quakernack in Senne haben sich die Weißstorchenpaare bereits niedergelassen, an einem ganz neuen Standort können sich die großen Vögel nun ebenfalls buchstäblich ins „gemachte Nest“ setzen. Am Montag ist in der Schwarzbachaue hinter dem Hof Meyer zur Müdehorst ein weiteres Storchennest aufgestellt worden. Und schon in diesem Jahr könnte es besetzt werden.

Dienstag, 03.03.2020, 12:00 Uhr aktualisiert: 05.03.2020, 12:06 Uhr
Dirk Heidemann (links) und Viktor Skuratov dirigieren den Mast in das Bodenloch. Foto: Hendrik Uffmann

Denn die Umgebung dort sei ideal, seit vor zwei Jahren einige der hohen Pappeln, die entlang des Bachs standen, gefällt worden seien, da sie nicht mehr standsicher waren, erklärt Egbert Worms vom städtischen Umweltamt. „Jetzt gibt es hier freie Anflugmöglichkeiten und in den Wiesen umher ein gutes Futterangebot“, so Worms.

Aktion zur Artenvielfalt

Bei Kerstin und Kim André Meyer zur Müdehorst, denen das im Naturschutzgebiet liegende Grundstück gehört, war Worms sofort auf Unterstützung gestoßen. „Wir wollen etwas für die Artenvielfalt tun. Und schon ein Jahr, nachdem die Pappeln weg waren, haben wir auf den Wiesen die Störche gesehen“, sagte Kerstin Meyer zur Müdehorst, als sie am Montag den Aufbau des Nestes beobachtete. Und zu dem Ausblick auf Rehe, Gänse und manchmal sogar Eisvögel, die sie von der Terrasse des Hofcafés genießen, komme nun hoffentlich auch der Anblick der Störche hinzu, hofft Kim André Meyer zur Müdehorst.

Gebaut hat das Nest Hans-Dieter Prester, der bereits seit Jahren als „Kümmerer“ für die Störche in Bielefeld im Einsatz ist. Er hat unter anderem an seinem Hof an der Herforder Straße in Baumheide ein Nest aufgestellt, beobachtet die Tiere, die in der Johannisbachaue am Hof Wehmeyer brüten und weiß inzwischen, wie die Nester am besten konstruiert werden.

Der Unterbau dafür besteht aus einem Teil eines alten Heuwenders, das Prester in Avenwedde (Kreis Gütersloh) entdeckt hat. Darauf montiert er eine Lage aus Baustahlmatten, darauf folgen dann jeweils zwei Schichten Weiden- und Bambusgeflecht, die dann im Inneren mit Stroh ausgepolstert werden. „Das Nest ist so stabil, dass ein Mensch dort hineinklettern kann, falls es notwendig sein sollte“, erklärt Prester. 80 bis 100 Kilogramm wiegt das Nest mit einem Außendurchmesser von 1,60 Metern, schätzt Prester.

15 Meter langer Mast

Montiert ist die Konstruktion auf einem hölzernen Stromleitungsmast, den die Stadtwerke Bielefeld zur Verfügung stellen. Und Techniker des Unternehmens, die sonst an den Freileitungen arbeiten, waren es auch, die den Mast samt Nest am Montag aufgestellt haben. Mit einem geländegängigen Lkw mit Hubarm rangierten sie zum geplanten Aufstellort direkt an der Böschung des Schwarzbachs.

Sorgsam bugsierte Viktor Skuratov den etwa 15 Meter langen Mast in Position, so dass Dirk Heidemann und Stefan Egerland ihn in das zuvor gebohrte Loch einsetzen konnten. „Der Mast ist zwei Meter tief im Boden verankert“, erklärte Egerland.

Nun hoffen Kerstin und Kim André Meyer zur Müdehorst, dass sich möglichst bald ein Storchenpaar in dem Nest niederlässt. Die Chancen dafür, sagt Hans-Dieter Prester, stehen gut. „Die einzelnen Störche, die noch kein Nest und keinen Partner haben, kommen etwas später. Es kann also gut sein, dass das Nest noch in diesem Jahr besetzt wird und es dann im Mai Nachwuchs gibt.“

Das Nest in der Schwarzbachaue ist das zwölfte, das es nun in Bielefeld gibt. Seit 2016 ständig besetzt sind die Nester am Hof Wehmeier, am Hof Quakernack sowie seit 2017 in Olderdissen. Durchschnittlich bis zu zehn Jungtiere gab es dort jeweils pro Jahr. Zwei weitere Nester gibt es laut Egbert Worms am Schelphof in Heepen, eines in den Rieselfeldern Windel, eines am Hof Ramsbrock in Senne, eines am Köckerhof in Babenhausen sowie drei weitere in der Johannisbachaue. Geplant seien nun keine weiteren Standorte, da auch das Futterangebot im Blick behalten werden müsse, so Worms: „Ab jetzt müssen die Störche selbst kreativ werden.“

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