Das Klinikum rüstet sich für den Ernstfall
Klinikum Bethel errichtet Zeltstadt für Corona-Verdächtige

Bielefeld (WB/cm). Seit Freitagabend bereiten sich Verantwortliche und Angestellte des Evangelischen Klinikums Bethel (EvKB) weiter auf das Coronavirus vor. Auf dem Parkplatz am Kantensiek entstand eine kleine Zeltstadt, in der Personen mit Corona-Verdachtsfällen gesondert eingeschätzt und behandelt werden sollen.

Samstag, 29.02.2020, 15:29 Uhr aktualisiert: 29.02.2020, 15:32 Uhr
Karin Ellermann, mit ihrem Mann Lutz Puschmann im Behandlungsgespräch mit Dr. Hans Werner Kottkamp und Krankenpfleger Michael Grünbaum. Foto: Christian Müller

»Wir bereiten uns bestmöglich vor und konnten im Eiltempo die Zelte aufbauen. Diese sind eingerichtet wie eine Notaufnahme oder Notfallpraxis. Eine Schwester, ein Arzt, eine administrative Kraft und Reinigungspersonal stehen seit der Nacht ständig zur Verfügung«, sagte Geschäftsführerin Dr. Maren Thäter.

Thäter betonte, dass aktuell keine Gefahren und Gründe zur Hysterie bestehen. Die beheizten Zelte stehen nach den eingeschätzten Sichtungskategorien zur Verfügung, sagte Dr. Hans Werner Kottkamp, Chefarzt der zentralen Notaufnahme. »Im grünen Bereich betreuen wir Personen, die vom Coronavirus nicht betroffen sind, aber eventuell andere Symptome aufweisen und Beratung benötigen. In das »gelbe« Zelt bringen wir Patienten unter, die Erkältungssymptome aufweisen. Einen roten Bereich mit Liegen haben wir im Haus eingerichtet. Dort werden Menschen betreut, die unter anderem in Risikogebieten waren, wie sie das Robert-Koch-Institut ausweist oder nachgewiesenen Kontakt mit Erregern hatten.«

Zeltstadt für Corona-Verdachtsfälle

Zeltstadt für Corona-Verdachtsfälle Foto: Christian Müller

Diesen Patienten wird ein Schnelltest empfohlen, dessen Ergebnis nach etwa zwölf Stunden zur Verfügung steht. Dafür müssen Proben angesetzt werden. In der Nacht kamen bereits vier Patienten in die Zeltstadt. Bei allen konnten keine Verdachtsfälle festgestellt werden. Beim Rundgang mit dieser Zeitung kamen gegen 12.45 Uhr Karin Ellermann in Begleitung ihres Mannes Lutz Puschmann in die provisorische Notaufnahme. Die Bielefelderin klagte über Husten und erhöhte Körpertemperatur.

»Da wir gerade von einer dreimonatigen Asienreise zurückkommen, wollte ich mich untersuchen lassen. Meine Tochter hatte mich darauf hingewiesen, dass wir zu den Risikopatienten gehören könnten. Eigentlich wollten wir auf das Enkelkind aufpassen.« Krankenpfleger Michael Grünbaum und Theresa Bürmann (Administration) hatten ein Ohr für das Ehepaar, gaben nach einer Prüfung der vorgeschriebenen Kriterien allerdings Entwarnung. »Die leichten Erkältungssymptome könnten auch durch den Flug entstanden sein. Obwohl das Ehepaar lediglich angab, nur in Thailand gewesen zu sein, könnten sie sich auf den asiatischen Flughäfen angesteckt haben.«, sagte Grünbaum.

So konnten sich die Bielefelder wieder auf den Heimweg machen. Auf das Enkelkind sollten sie dennoch vorerst nicht aufpassen. Patienten, die mit einem Rettungswagen eingeliefert werden, kommen wie üblich in die Notaufnahme des Gilead 1. Dort können eingerichtete Isolierzimmer über abgeschottete Seiteneingänge erreicht werden. Sofern sich die aktuellen Verdachtsfälle in Bielefeld nicht bestätigen, sollen die Zelte abgebaut und auf Abruf bereitgestellt werden.

Kommentare

Karin B.  wrote: 29.02.2020 18:15
Warum in diesem Fall kein Test?
Warum wird in dem beschriebenen Fall kein Test gemacht? Dabei wird der Krankenpfleger sogar noch zu recht zitiert "...könnten sich auf asiatischen Flughäfen angesteckt haben". Es erscheint einem logisch denkenden Menschen unverantwortlich. Wo soll das hinführen?
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