Firma NTB rüstet Schulen aus – Bielefeld arbeitet auch an Versorgung der Schulgebäude WLAN-Technik aus Oldentrup für Münster

Bielefeld (WB). Die Stadt Münster ist – zumindest in einer Hinsicht – dort, wo Bielefeld möglichst schnell hin will. Alle 80 Schulen in der 300.000-Einwohner-Stadt sind flächendenkend mit einer drahtlosen Internetverbindung (WLAN) ausgerüstet. Mit aufgebaut hat die Technik das Unternehmen Nachrichtentechnik Bielefeld (NTB) in Oldentrup.

Von Hendrik Uffmann
Tim Beck (Leiter Technik, von links), NTB-Geschäftsführer Daniel Brosend und Alexander Groß (Leiter Vertrieb) vor dem Firmensitz an der Bechterdisser Straße in Bielefeld-Oldentrup.
Tim Beck (Leiter Technik, von links), NTB-Geschäftsführer Daniel Brosend und Alexander Groß (Leiter Vertrieb) vor dem Firmensitz an der Bechterdisser Straße in Bielefeld-Oldentrup. Foto: Hendrik Uffmann

1900 Access-Points haben die Techniker von NTB installiert und außerdem ein System eingerichtet, mit dem diese an allen Schulen einheitlich gesteuert werden können. So könne zentral auf alle WLAN-Netze zugegriffen werden, um zum Beispiel Sicherheits-Updates zu installieren, erklärt Daniel Brosend, Geschäftsführender Gesellschafter von NTB.

Darüber hinaus hat das Bielefelder Unternehmen den Auftrag bekommen, fünf Jahre lang die Unterstützung für den Betrieb der WLAN-Netze an den Münsteraner Schulen zu leisten.

Volumen von etwa 650.000 Euro

Im Dezember 2018 hatte sich NTB bei einer Ausschreibung gegen Mitbewerber durchgesetzt und den Zuschlag für den Auftrag erhalten, der laut Brosend ein Volumen von etwa 650.000 Euro hat. Seit Ende des vergangenen Jahres sind die Funknetzwerke in den Schulen in Münster in Betrieb.

In Bielefeld werde mit Hochdruck daran gearbeitet, ebenfalls alle städtischen Schulen mit WLAN auszurüsten, sagt Georgia Schönemann, Leiterin des Amtes für Schule. „Das ist eine große Infrastrukturmaßnahme, an der wir dran sind. Wir wollen das so schnell wie möglich umsetzen“, so Schönemann.

Aktuell laufe eine Bestandsaufnahme, wie viele Access-Points an den 81 städtischen Schulen – 44 davon sind Grundschulen – mit insgesamt 45.000 Schülern benötigt werden, um auch die Kosten für das Projekt zu ermitteln. Bis Ende des kommenden Jahres soll dies spätestens abgeschlossen sein, da bis dahin auch die Fördergelder beantragt werden müssen, die Bund und Land im Rahmen des Digitalpakts zur Verfügung stellen. Insgesamt 20 Millionen Euro werde Bielefeld aus diesem Topf enthalten – angeschafft werden soll davon aber auch neue Präsentationstechnik für die Schulen und auch Endgeräte wie Tablet-Computer.

Ausnahme Berufskollegs

Seien Bedarf und Kosten an manchen Schulen schneller als bis Ende 2021 klar, sollen auch die Förderanträge schneller gestellt und rascher mit der technischen Umsetzung begonnen werden, versichert die Amtsleitern.

Bislang gebe es in den städtischen Schulen noch kein einheitliches WLAN für die öffentliche Nutzung – mit Ausnahme der Berufskollegs. Dort seien in den vergangenen zwei Jahren große Fortschritte gemacht worden und sei die Technik zum Teil schon installiert. An den allgemeinbildenden Schulen gebe es vereinzelt WLAN-Netze, die die Schulen selbst eingerichtet hätten.

NTB-Geschäftsführer Daniel Brosend zeigt sich erstaunt darüber, dass die Kommunen in Ostwestfalen-Lippe „völlig unterschiedlich aufgestellt“ seien, wenn es um die Ausrüstung ihrer Schulen mit der WLAN-Technik gehe und die Beantragung der Fördergelder an vielen Stellen zäh verlaufe. „Münster ist ein Paradebeispiel dafür, wie es klappen kann“, so Brosend.

Zu tun gibt es für sein 1991 gegründetes Unternehmen dennoch so viel, dass es auf Expansionskurs ist. Der 2009 bezogene Standort an der Bechterdisser Straße in Oldentrup, in dem aktuell knapp 40 Mitarbeiter beschäftigt sind, soll deutlich vergrößert werden. Das bislang eingeschossige Gebäude mit 600 Quadratmetern Nutzfläche soll deshalb um eineinhalb Geschosse mit zusätzlichen 750 Quadratmetern Fläche aufgestockt werden. Die Bauarbeiten sollen in der kommenden Woche starten, laut Daniel Brosend investiert NTB knapp eine Million Euro in die Erweiterung.

Nötig sei die Vergrößerung auch, um mehr Platz für zusätzliches Personal zu schaffen. Aufgrund des Fachkräftemangels könnten kaum Fachleute eingestellt werden, weshalb NTB künftig noch stärker selbst ausbilden wolle. Aktuell habe das Unternehmen fünf Auszubildende, davon vier im technischen Bereich.

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