Der BfB-OB-Kandidat für Bielefeld setzt auf starkes bürgerliches Lager
Ludwig strebt die Stichwahl an

Bielefeld  (WB). Nach der Nominierung von Ralf Nettelstroth zum CDU-Oberbürgermeister-Kandidaten hat sich auch Rainer Ludwig, der OB-Bewerber der Bürgergemeinschaft für Bielefeld (BfB), zu Wort gemeldet. „Ich habe gute Chancen in die Stichwahl zu kommen, weil die großen Parteien verdammt klein geworden sind“, sagte Ludwig am Mittwoch.

Donnerstag, 27.02.2020, 12:00 Uhr
Der BfB-OB-Kandidat Rainer Ludwig hofft, bei der Wahl im September in die Stichwahl zu kommen. Foto: Hans-Werner Büscher

Sein Alter – Ludwig ist 72 – sieht er dabei nicht als Hindernis an. „Adenauer ist im selben Alter Bundeskanzler geworden“, so Ludwig, der viele Jahre als Dezernent im Bielefelder Rathaus tätig war. Auf diesen Erfahrungsschatz gründet er auch seine eigene Kandidatur. „Ich wurde immer dorthin gesetzt, wo Probleme unlösbar schienen.“ Tatsächlich war Ludwig im Laufe seiner Rathaus-Jahre abwechselnd für fast alle Ressorts verantwortlich. Vor allem als Sozialdezernent hatte er seinerzeit in der Drogenpolitik Akzente gesetzt.

„Die Grünen erleben einen absoluten Hype“

„Aus Sicht von heute“, betonte Ludwig, sehe er die Grünen als stärkste politische Kraft im neuen Rat. Die Partei erlebe aktuell einen absoluten Hype, sei schon bei der Europawahl im vergangenen Jahr in Bielefeld vorn gewesen.

Seine BfB verortet Ludwig eindeutig im bürgerlichen Lager, freute sich, dass auch sein CDU-Mitbewerber Nettelstroth die Wählergemeinschaft zum Kreis potenzieller Koalitionspartner in einem bürgerlichen Rathaus-Bündnis betrachte.

An Nettelstroth schätzt er dessen Sach- und Fachkompetenz. „Nettelstroth ist der Kopf der Bielefelder CDU“, lobte ihn Ludwig. Für bedenklich hält Ludwig allerdings, dass Nettelstroth nach Bernd Landgraf und Andreas Rüther bereits der dritte OB-Bewerber innerhalb von zehn Jahren sei. Die Partei habe es versäumt, Führungspersonal gezielt aufzubauen.

„Akzente hat Pit Clausen kaum gesetzt“

Amtsinhaber Pit Clausen (SPD) schätze er „als Person“, erklärte Ludwig. Doch der sei vor allem damit befasst, das Paprika-Bündnis aus SPD, Grünen, Bürgernähe/Piraten und Lokaldemokraten zusammenzuhalten. „Akzente hat er kaum gesetzt.“

Ludwig, der im kommenden Monat von Steinhagen nach Bielefeld-Senne umziehen will, und der BfB-Vorsitzende Dietmar Krämer wollen auf der Ratsliste für die Kommunalwahl am 13. September kandidieren. Wer an Nummer eins antrete, sei noch nicht ausgemacht. Mindestziel sei die Wiedererlangung des Fraktionsstatus im neuen Rat. Eine Zusammenarbeit mit der AfD komme für die BfB nicht in Frage. Ludwig lobte das gute Zusammenspiel mit Krämer, der bei der Wahl 2014 mit dem Widerstand gegen die Stadtbahnlinie 5 „das“ Wahlkampfthema gesetzt habe.

Krämer erklärte, die Wählergemeinschaft sei nach den Querelen der Vergangenheit inzwischen wieder personell gut aufgestellt. Aktuell zähle sie knapp 100 Mitglieder. Die BfB wolle Direktkandidaten für alle 33 Ratswahlkreise aufstellen, auch Bewerber für alle zehn Bezirksvertretungen benennen.

Inhaltlich setzt die BfB auf eine familienfreundliche, zukunftsfähige und unternehmerfreundliche Stadtpolitik, will einen funktionstüchtige Verwaltung und setzt auf mehr Sicherheit und Sauberkeit. Das Thema Umwelt sei nicht separat aufgeführt. „Es greift in all diese Bereiche hinein“, so Krämer.

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