NRW-Großstädte verzeichnen Rückgang der Straftaten – Bielefeld plant aber keine erneute Einführung Polizei setzt auf Videoüberwachung

Düsseldorf/Bielefeld (dpa/WB). Die Polizei in NRW-Großstädten setzt verstärkt Videoüberwachung im Kampf gegen Straßenkriminalität ein. Bisher haben die Behörden in Aachen, Duisburg, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Köln und Mönchengladbach Kameras an einem oder mehreren Orten installiert. In Bielefeld ist das derzeit aber kein Thema.

Ein Schild weist in Köln auf die Videoüberwachung hin.
Ein Schild weist in Köln auf die Videoüberwachung hin. Foto: dpa

Die Zahl der eingesetzten Kameras dürfte laut Innenministerium künftig weiter zunehmen: Mehrere Polizeibehörden prüfen demnach noch für dieses Jahr, Videobeobachtung einzurichten oder auszuweiten. Die Stadt Dortmund wird zwei weitere Standorte mit Kameras ausrüsten. Bonn will ab Frühjahr zwei mobile Anlagen einsetzen.

In Bielefeld gibt es keine Videoüberwachung, und die Einführung ist laut Polizeibehörde nicht geplant – trotz der bekannten kriminellen Schwerpunkte auf dem Kesselbrink und am Stadtbahnausgang Hauptbahnhof. Bis vor einigen Jahren gab es eine Videoüberwachung im Ravensberger Park.

Polizeibehörden, die schon länger Kameras einsetzen, ziehen ausnahmslos ein positives Fazit. Straftaten in den überwachten Bereichen gingen zurück – sofern die Überwachung in ein Gesamtkonzept eingebunden sei, betonten die Behörden. So würden die Kameras keine Streifenpolizisten ersetzen. Im Gegenteil müsse der Kameraeinsatz stets mit verstärkter Präsenz der Polizei in den Kriminalitätsbereichen einhergehen. „Einfach nur Kameras dahinhängen bringt natürlich nichts“, sagt ein Sprecher der Kölner Polizei.

Mit dem neuen Landespolizeigesetz sind im Sommer 2019 die Hürden für den Einsatz gesenkt worden. Köln hat bereits weitere Bereiche unter Beobachtung gestellt. Dortmund wird – auch nach positiven Erfahrungen an mehreren Standorten in der Ruhrgebietsstadt – bald nachziehen. Die Polizei in Bonn arbeitet an einem Konzept für mobile Videoüberwachung. Die Kameramasten könnten bereits ab Frühjahr immer dort zum Einsatz kommen, wo die Polizei in der Innenstadt besonderen Bedarf sieht, Straßenkriminalität einzudämmen.

Datenschützer sehen den vermehrten Rückgriff auf Kameras durch die Polizei kritisch. Es fehlten weiterhin Nachweise der Wirksamkeit, teilte die Landesbeauftragte für Datenschutz, Helga Block, auf Anfrage mit. Das Innenministerium widerspricht: Die Polizei sei nun beim Kampf gegen Drogen und Gewaltkriminalität „deutlich besser aufgestellt“. „Wir verhindern zwar nicht den Schlag, aber wir verhindern die Eskalation“, so die Einschätzung des Düsseldorfer Polizeisprechers Andreas Czogalla. Die Polizei in der Landeshauptstadt setzt in der Altstadt seit 2005 Videoüberwachung ein. 2016 wurden weitere Kameras ergänzt. Das Konzept habe geholfen, die Altstadt, wo regelmäßig viele alkoholisierte Menschen zusammen kommen, sicherer zu machen.

Die Überwachung einer kriminalitätsträchtigen Straßenkreuzung im Duisburger Stadtteil Marxloh habe geholfen, die Deliktzahlen zu senken, sagte Sprecherin Caroline Dlutko. Gab es im Jahr ihrer Einführung noch 161 Straftaten, waren es 2019 105.

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