Ausbaustandard Jahnplatz beschlossen – Bielefelder Grüne sagen „mit Bauchschmerzen“ ja Helle Dächer, Pflaster in Beige

Bielefeld (WB). Die Abstands- und Schwenkbereiche für die Feuerwehr mussten genauso beachtet werden wie der Lichteinfall, die Abgänge zur Stadtbahn, die erwünschte Breite der „Warteinseln“, die von Busspur und Fahrbahn, Standorte von Sitzgelegenheiten, Fahrplänen, Ticketautomaten. Das, was aber vor allem zählte am Abend in der Bezirksvertretung Mitte: das Aussehen der Haltestellendächer für den Jahnplatz.

Von Burgit Hörttrich
Variante 1: begrünte, schirmförmige Dächer für die Bushaltestellen am Jahnplatz. Ein- und Ausstieg sind geschützt. Ein Nachteil: drei Stützenreihen. Bild: Wannenmacher + Möller
Variante 1: begrünte, schirmförmige Dächer für die Bushaltestellen am Jahnplatz. Ein- und Ausstieg sind geschützt. Ein Nachteil: drei Stützenreihen. Bild: Wannenmacher + Möller

Die Haltestellen-Überdachungen wurden zum allerersten Mal öffentlich vorgestellt. Die Reaktionen der Politiker: Die sogenannte „Schirm-Variante“ (Nummer 1) stieß auf Wohlgefallen.

Architekt Andreas Wannenmacher erklärte, die Dächer würden aus hellem Metall bestehen, die Aufsicht begrünt werden. Die Module der Variante 1 seien zur Fahrbahn hin 4,50 Meter hoch, die dahinter angeordneten 3,50 Meter hoch. Anforderung sei gewesen, die Bus-Fahrgäste auch bei Regen trockenen Fußes ein- und aussteigen zu lassen. Die Einzelmodule, die am „zentralen Umsteigebahnhof“ Jahnplatz ständen, seien auch für die übrigen Haltestellen an Alfred-Bozi-, Herforder-/Friedrich-Verleger-Straße und Oberntorwall geeignet. Wannenmacher: „Wir wollen Einheitlichkeit, in der Gestaltung dasselbe Prinzip verfolgen.“ Die Unterseite werde hellweiß gestrichen, damit eine „freundliche Atmosphäre“ entstehe. Beigeordneter Gregor Moss betonte: „Dort werden keine Angsträume geschaffen.“ Die Variante 2 dagegen fand keine Liebhaber. Peter Ridder-Wilkens (Linke): „Zu massiv.“

Baubeginn soll am 1. Juli sein

Weniger harmonisch: Diskussion und Abstimmung des Ausbaustandards für den Jahnplatz-Umbau. Während die Vergabe für die Haltestellendächer erst Anfang September ansteht, drängt die der anderen Arbeiten für die Umgestaltung des Jahnplatzes: Baubeginn soll am 1. Juli sein, die Vergabe am 9. Juni. Dirk Vahrson, stellvertretender Leiter des Amtes für Verkehr, und Gregor Moss warben vergeblich für ein graues Natursteinpflaster für die Aufenthaltsflächen und Gehwege, das zudem 30 Prozent günstiger im Preis liegen würde als beigefarbene Steine. Bezirksbürgermeister Hans-Jürgen Franz (SPD) legte einen Ergänzungsantrag vor mit der Forderung, den Jahnplatz in Beige zu pflastern – im selben Farbton wie die Fußgängerzone Altstadt. Mit Ausnahme von Franz-Josef Tewes (Enthaltung) stimmten alle Parteien in seltener Einigkeit zu.

Nach Sitzungsunterbrechung, einem Wunsch der Grünen, die (zunächst) erheblich Kritik an den Planungen übten, wurde der Ausbaustandard für den Verkehrsknoten letztendlich mit knapper Mehrheit angenommen: SPD und doch noch die Grünen („Mit Bauchschmerzen“) sagten ja, alle anderen nein, die FDP enthielt sich. Die Linke kritisierte, man bekomme den gleichen Jahnplatz, „nur in verkleinerter Form“. Jan-Helge Henningsen (CDU) sieht den Autoverkehr grundlos verdrängt. Schließlich seien die Stickoxid-Grenzwerte unterschritten worden. Gregor Moss konterte darauf: „Ohne Verkehrsversuch auf dem Jahnplatz hätten wir jetzt ein Dieselfahrverbot.“

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