Anonymer Anrufer stellt Geldforderungen – mit Fotostrecke und Video Hotel evakuiert: Erneute Bombendrohung in Bielefeld

Bielefeld (WB/cm). In Bielefeld ist es zu einer weiteren Bombendrohung bekommen!Am frühen Freitagmorgen stellte ein unbekannter Anrufer eine Geldforderung gegen das Légère Hotel am Neumarkt. Die Hotelangestellten riefen die Polizei und evakuierten das Gebäude, in dem 106 Gäste waren.

Das Légère Hotel am Neumarkt in Bielefeld ist am frühen Freitagmorgen evakuiert worden, nachdem es eine Bombendrohung gegeben hatte.
Das Légère Hotel am Neumarkt in Bielefeld ist am frühen Freitagmorgen evakuiert worden, nachdem es eine Bombendrohung gegeben hatte. Foto: Christian Müller

Nachdem bereits am Mittwoch eine Bombendrohung auf die Zentral-Moschee in Bielefeld für eine Evakuierung und umfangreiche Suchmaßnahmen gesorgt hatte, wurden auch diesmal die Räumlichkeiten mit einem Sprengstoffspürhund abgesucht – erneut ohne Ergebnis. Gegen 4 Uhr war der Einsatz beendet.

Drohanruf um 0.53 Uhr

Der erste Drohanruf ging um 0.53 Uhr ein, wie Nachtmanager Ertan Sen berichtete. »Der männliche Anrufer sprach direkt von 20.000 Euro, die er binnen 10 Minuten in Form der Kryptowährung Bitcoin gutgeschrieben haben will, andernfalls würde ein im Hotel deponierter Sprengsatz explodieren. Mit meinem Handy hatte ich den Anruf aufgenommen und den Anrufer in ein Gespräch verwickelt. Der Anrufer sprach von einer letzten Warnung, nannte eine Bitcoin-Adresse und legte auf.« Ertan Sen und seine Kollegen meldeten den Vorfall über den Notruf 110 und begannen die Gäste zu informieren.

106 Gäste evakuiert

Nach kurzer Zeit traf ein Großaufgebot der Polizei ein, wie Polizeihauptkommissar Dirk Seidensticker, der den Einsatz leitete, berichtete. »Zusammen mit Polizeibeamten umliegender Behörden sperrten wir das Umfeld ab und begannen mit der Evakuierung der 106 Gäste. Zwei weitere Gäste des Hotels waren nicht im Haus. In zwei von Mobiel an der Kavalleriestraße abgestellten Bussen konnten sich die Gäste während der Polizeimaßnahmen aufhalten.«

Gegen 3.40 gibt es Entwarnung

Während die Evakuierung im vollen Gange war, bekam Ertan Sen einen weiteren Drohanruf von einer anderen Telefonnummer angezeigt, welches Polizisten mithörten. Nach wenigen Minuten war das Hotel geräumt und die Durchsuchung mit einem Sprengstoffspürhund begann. »Wir suchten alle Räume und die Toiletten ab. Gegen 3.40 Uhr gaben wir Entwarnung, da keine Anhaltspunkte für eine Bombe gefunden worden waren. Die Gäste konnten sich vom Schrecken erholen und zurück in das Gebäude«, sagte Seidensticker.

Hoteldirektor lobt: Einsatz lief professionell

Hoteldirektor Thilo Schrewe war in Sorge, als er von den Anrufen erfuhr, eilte zum Einsatzort und verschaffte sich einen Überblick. Er lobte das Handeln seiner Mitarbeiter und der Polizei. »Als ich den Anruf mitten in der Nacht bekam, war ich erst einmal hellwach. Der Einsatz lief äußerst professionell ab und wurde von allen Beteiligten sehr gut kommuniziert. Wir konnten das Hotel binnen kurzer Zeit räumen und nahmen die Anrufe ernst. Das Handeln in solchen Situationen hatten wir glücklicherweise oft trainiert.«

Ermittlungen dauern an

Schrewe versicherte, dass der Einsatz nachbesprochen wird, um zukünftig zum Wohle der Gäste und Mitarbeiter weiter richtig zu handeln. Die Polizei beendete gegen 4 Uhr ihren Einsatz und rückte ab. Wie Polizeisprecherin Sonja Rehmert am Freitagmorgen in einer Pressemitteilung verlautete, dauern die Ermittlungen zur Identität des anonymen Anrufers und zu den Hintergründen der Bedrohung weiter an.

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