Gildemeister-Übernahme: Nach seinem Abgang 2016 ist es ruhig um den gebürtigen Bielefelder geworden
Ex-DMG-Chef Kapitza feiert 65. Geburtstag

Bielefeld (WB/OH). Beim Bielefelder Maschinenbaukonzern DMG Mori AG hat er 20 Jahre lang als Vorstandschef den Ton angegeben und die einstige Gildemeister AG aus der Krise zu Rekordzahlen geführt. Seit seinem urplötzlichen Abgang nach der Mehrheitsübernahme durch die japanische DMG Mori Co. im April 2016 ist es indes ruhig geworden um Dr. Rüdiger Kapitza. An diesem Montag wird der gebürtige Bielefelder 65. Inzwischen gilt Liechtensteins Hauptstadt Vaduz als sein Lebensmittelpunkt.

Montag, 10.02.2020, 02:40 Uhr aktualisiert: 10.02.2020, 05:01 Uhr
20 Jahre lang stand Rüdiger Kapitza an der Konzernspitze von Gildemeister und DMG Mori AG. Foto: Edgar Fels/Archiv

„Ich bin Privatmann“, sagte Kapitza dem WESTFALEN-BLATT bei einem Telefonat am Freitag. Weitere Auskünfte wollte er nicht geben.

Unter Kapitzas Ägide ging Gildemeister 2009 eine Kooperation mit dem japanischen Wettbewerber Mori Seiki ein. Aus diesem Bündnis, das in einer Übernahme statt Fusion mündete, entstand der global agierende Marktführer für spanende Werkzeugmaschinen – seit 2016 unter Führung der Japaner, die mehr als 76 Prozent der Aktien halten. Mit der Ankündigung eines Beherrschungsvertrags verließ der streitbare Manager den Konzern. Die genauen Hintergründe blieben unklar.

„Mit der globalen Ausrichtung und einer engagierten jungen Führungsmannschaft bei der DMG Mori AG sehe ich das Haus gut bestellt. DMG Mori kann stolz und optimistisch in die Zukunft blicken“, erklärte Kapitza damals zu seinem Abschied. Heute setzt der deutsche Teilkonzern mit etwa 7300 Mitarbeitern rund 2,65 Milliarden Euro um und gilt als umsatz- und ertragsstärker als die japanische Mutter.

28 Jahre stand Kapitza in Diensten des Bielefelder Konzerns. Ermittlungen gegen ihn wegen Verdachts der Untreue, Bestechlichkeit, Bestechung und Steuerhinterziehung wurden 2010 wegen geringer Schuld und geringen öffentlichen Interesses eingestellt, zum Teil gegen Zahlung einer Geldauflage. Kapitza galt als Konzernchef als einer der bestbezahlten Manager Deutschlands.

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