Verein „Rock gegen Krebs“ feiert mit den ehrenamtlichen Helfern
Die Viertel-Millionen im Blick

Bielefeld/Oerlinghausen (WB). Diese Party im Gemeindehaus ist anders. Es gibt Oldies am laufenden Band. Der typische Gitarrenanschlag der „Rattles“ von damals ist unverkennbar. Tatsächlich nennt sich die Formation „Starclubband“ und ist ein lockerer Zusammenschluss von vier ehemaligen Musikern um Eggert Johannsen. Und sie rocken ab, was das Zeug hält. Die Gäste sind begeistert. Sie sind eingeladen von Klaus Büker und seinem Verein „Rock gegen Krebs“ in Oerlinghausen. „Ohne Euch wäre das alles hier nicht möglich“, ruft Büker den knapp 100 Gästen zu.

Sonntag, 09.02.2020, 19:26 Uhr aktualisiert: 09.02.2020, 19:54 Uhr
Zur Dankesparty gehören auch Spendenschecks. Es freuen sich Oexens Klinik-Chef Michael Grosskurth, Gerd Ladugga, Klaus Büker, Carmen Schmied, Marc Hellmann, Rolf Kühnel, Nadja Sieweke, Bürgermeister Volker Neuhöfer, Dr. Franz Kohlhuber und Logopädin Svenja Alf von der Bielefelder Kinderklinik (von links).

Es sind seine ehrenamtlichen Helfer, die einmal jährlich das Mega-Konzert mit Weltstars von „Slade“ über „Smokie“ bis zu den „Lords“ ehrenamtlich auf die Bühne bringen und seit 2005 im inzwischen 14. Jahr ein Rekordspendenergebnis für die Deutsche Krebshilfe einspielen. Deren Vorstand, Dr. Franz Kohlhuber, konnte am Wochenende einmal mehr einen Scheck abholen: „Es ist faszinierend, wie das hier läuft. Die Menschen tun gleich mehrfach Gutes. Sie unterhalten, begeistern mit Musik und ermöglichen uns, allein mit Spenden Forschungsprojekte zu stemmen.“ Bislang hat Büker mit seinem Projekt mehr als 160.000 Euro für die Krebshilfe eingespielt. Weil auch lokale Projekte wie die Kinderkrebsstation in Bethel und die Reha-Klinik in Bad Oexen sowie Helferorganisationen stets bedacht werden, peilen Bükers Mitstreiter die 250.000 Euro-Marke an für 2020.

Stets Anfang November hat Klaus Büker in der Aula des Oerlinghauser Gymnasiums mindestens vier hochkarätige Bands zu Gast. Für viele Bielefelder ist die Oldie-Nacht längst mehr als ein Geheimtipp, sie ist ein Muss. Die Karten sind in weniger als einer Stunde ausverkauft. Und selbst dieser Vorverkauf, freut sich Vereinssprecher Gerd Ladugga, ist längst ein Großereignis. In diesem Jahr findet er im August statt, dazu werden, verrät Ladugga, die Lords spielen: umsonst und draußen: „Dann hat man etwas, auch wenn man keine Karte ergattert.“

Unterstützung für ein Forschungsprojekt

In diesem Jahr erhielt die Krebshilfe 13.500 Euro aus dem Erlös. Damit sollen laut Kohlhuber ein spezielles Projekt zur Früherkennung von Brustkrebs sowie ein Forschungsprojekt der Universität Duisburg-Essen zusammen mit Medizinern, Chemikern und Biologen gefördert werden. Ziel der Wissenschaftler sind Nanowerkzeuge, die im Tumor gezielt ganz spezielle Zellen angreifen können. Erste Ergebnisse, sagt Kohlhuber, seien viel versprechend. Weil durch immer feinere Diagnostik immer früher und immer spezifischer der Krebs unterschieden werden könne, erfolge die Therapie gezielter und mit mehr Erfolg.

Insgesamt 100 Millionen Euro an Einnahmen stehen der Krebshilfe pro Jahr zur Verfügung. Das Geld wird nicht nur gebraucht für die enge Verzahnung von Forschung und Therapie, sondern auch für die weitere Optimierung des Netzwerk-Gedankens, um regionale Kompetenzen zum Wohle des Patienten zu bündeln bei Forschung, Diagnostik und Behandlung bis zur Nachsorge.

Kohlhubers Bericht macht die mehr als 80 Helfer stolz. Von den Maltesern über die Feuerwehr bis zum Sportverein packen sie an bei der Mammut-Party, kümmern sich um Ordnung, Getränke, Catering oder Garderobe.

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