Vor allem Restmüll landet beim Wertstoff – Bielefeld liegt im Durchschnitt Gelbe Tonne: ein Drittel Fehlwürfe

Bielefeld (WB). Als in Bielefeld 2014 die Wertstofftonne – die mit dem gelben Deckel – als Nachfolgerin des Gelben Sacks eingeführt wurde, trennten die allermeisten Einwohner ihren Müll noch „sortenrein“. Inzwischen klagt das Duale System Deutschland („Grüner Punkt“), dass die Quoten landesweit schlechter und schlechter werden. Andreas Geisler, Geschäftsbereichsleiter Stadtreinigung im Umweltbetrieb, bestätigt das: „30 Prozent dessen, was in der Gelben Tonne landet, gehört dort nicht hin.“

Von Burgit Hörttrich
Der Abfall für die Gelbe Tonne wird nicht gut genug getrennt.
Der Abfall für die Gelbe Tonne wird nicht gut genug getrennt. Foto: WB

Diese 30 Prozent – überwiegend handele es sich dabei um Restmüll – würden dann in der Verbrennungsanlage verfeuert. Was sich wiederum negativ auf die Höhe der Gebühren für jeden Haushalt auswirke.

Leerung der Gelben Tonne ist nur indirekt kostenlos

Die Leerung der Gelben Tonne im Vier-Wochen-Rhythmus ist kostenlos, denn sie wird von den Betreibern der Dualen Systeme finanziert; Verbraucher haben die Gebühr gewissermaßen bei ihren Einkäufen bereits mitgezahlt.

Bei „Fehlwürfen“ gibt es drei Ermahnungen – danach wird die Tonne gegen Gebühr ausgetauscht

Allerdings gebe es bei unbelehrbaren „Müllsündern“ Ausnahmen. Stelle das Kon­trollteam des Umweltbetriebes, das auf Hinweise der Müllwerker reagiere, fest, dass immer wieder „Fehlwürfe“ in einer bestimmten Gelben Tonne, einem Groß-Sammelbehälter, landen, gebe es drei Ermahnungen. Ändere sich nichts, werde die Gelbe Tonne gegen ein gebührenpflichtiges Behältnis ausgetauscht.

Kein Sortiersystem ist bei der Verbrennung perfekt

Zu 100 Prozent funktionierten aber auch die Sortiersysteme selbst nicht, so Geisler. So würde schwarzer Kunststoff nicht erkannt und für die Verbrennung als Restmüll aussortiert. Dasselbe gelte zum Beispiel auch für Joghurtbecher, bei denen der Alu-Deckel nicht entfernt wurde. Sortierer seien verpflichtet, mindestens 50 Prozent des Sammelguts nach der Sortierung zu verwerten.

Was in die Gelbe Tonne gehört und was nicht

Geisler weiß jedoch, wie schwierig es ist, den Einwohnern zu vermitteln, was in die gelbe Tonne gehört und was nicht. Unter den Begriffen „Verpackungen (ohne Papier/Pappe)“ und „Stoffgleiche Nicht-Verpackungen“ könnten sich eigentlich nur Eingeweihte etwas vorstellen. Geisler: „In die Gelbe Tonne gehören gebrauchte Verpackungen wie Tetrapacks, Kunststoffflaschen, in denen etwa Reinigungsmittel waren, oder leere Fischdosen, aber auch typische Haushaltsprodukte wie der kaputte Wäschekorb.“

Mit 30 Prozent liege Bielefeld „nicht schlechter als andere Kommunen“

Der Umweltbetrieb hat dazu eine (mehrsprachige) Sortieranleitung veröffentlicht. Darin steht auch, was keinesfalls in die gelbe Tonne sollte: nämlich Rest- und Biomüll, Holzabfälle, Elektrogeräte, Glas, Glühbirnen/Energiesparlampen, CDs/DVDs, Altkleider, Papier und Pappe.

Immerhin: Mit 30 Prozent dessen, was nicht in die Wertstofftonne darf, liege Bielefeld „nicht schlechter als andere Kommunen“, weiß Geisler: „Durchschnitt eben.“

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