Brand mit Menschenrettung in Bielefeld-Brackwede simuliert Feuerwehr übt bei Ikea

Bielefeld (WB/cm). Am Dienstagabend ist in der Ausstellung des Einrichtungsmarktes am Südring ein Feuer ausgebrochen – so zumindest das Szenario. Zwei Handwerker mussten von den Brandbekämpfern gerettet werden, einer von ihnen war in den Rauchgasen zusammengebrochen. Einsatzleiterin Ulla Schneider, Referendarin aus Kassel, hatte alle Hand zu tun, die 45 Einsatzkräfte zu koordinieren.

Insgesamt 45 Kräfte verschiedener Feuerwehrwachen im Bielefelder Süden waren bei der Übung im Einsatz
Insgesamt 45 Kräfte verschiedener Feuerwehrwachen im Bielefelder Süden waren bei der Übung im Einsatz Foto: Christian Müller

Alarmiert wurden die Brandbekämpfer der Wache Süd und der Löschabteilungen Brackwede und Kupferhammer am Abend aufgrund einer ausgelösten Brandmeldeanlage. Die zuerst eingetroffenen freiwilligen Kräfte rüsteten sich mit Atemschutzgeräten aus und bereiteten sich auf den Einsatz vor. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes meldeten, dass zwei Handwerker nach ausgeführten Arbeiten vermisst wurden, sagte Schneider.

»Das bestätigte sich, da der Feueralarm über einen Handdruckmelder einging. Die Freiwilligen gelangten mit einem Feuerwehrschlüssel an die Objektschlüssel und verschafften sich letztlich Zutritt zur Brandmeldezentrale. Dort konnten sie genau überprüfen, welche Meldergruppe auslöste und erhielten weitere Informationen aus der Objekt- und Laufkarte.« Unter Atemschutz gingen zwei Trupps von beiden Seiten zur Erkundung und Menschenrettung vor.

Handwerker aus Rauch gerettet

Etwas später trafen auch die hauptamtlichen Brandbekämpfer der Wache Süd ein und integrierten sich in den Einsatz, beschrieb Übungsleiter Frank Klumpe. »Eine große Herausforderung bei der Übung war die Koordination zwischen den Hauptamtlichen und den Freiwilligen an einem großen Objekt wie Ikea. Die Kräfte der Löschabteilungen waren in den ersten Minuten komplett auf sich allein gestellt und meisterten die anspruchsvolle Aufgabe vorbildlich. Wenn ein Einsatz bereits läuft, können wir nicht von vorn beginnen, sondern müssen weiter machen.«

Auch wenn den eingesetzten Kräften schnell klar wurde, dass es sich nur um eine Übung handelt, wurde der Einsatz professionell abgearbeitet. Im Treppenhaus fanden die Kräfte eine Puppe mit menschlicher Größe und stattlichem Gewicht vor. Sie simulierte einen verletzten Handwerker auf der Suche nach dem Ausgang ins Freie. Von einem Trupp wurde der Handwerker mit einer vermuteten Rauchgasvergiftung aus dem Gebäude gerettet.

Ein weiterer Trupp suchte das Obergeschoss ab, sagte Ulla Schneider, die mitten in einem Praktikum bei den Bielefelder Brandbekämpfern steckt. »Im Obergeschoss haben die vielen kleinen und verwinkelten Schlafzimmer die eingesetzten Kräfte sehr gefordert. In einem dieser Zimmer in der Bettenausstellung fanden sie einen Handwerker im dichten Rauch vor, der zusammengebrochen war. Der Rauch kam aus einer Nebelmaschine und der Handwerker war in Wirklichkeit auch eine Puppe.«

Übung war ein Erfolg

Der Trupp rettete den bewusstlosen Mann aus dem Rauch, ein weiterer übernahm die Löscharbeiten. Natürlich nur fiktiv und ohne Wasser, schließlich sollte der Markt am Südring am Mittwochmorgen wieder ohne Schäden öffnen. Schneider schätzte, dass die Löscharbeiten etwa 15 Minuten dauerten. Ursache des Brandes und die Schadenssumme nannte sie natürlich nicht.

Auch den Mitarbeitern des Sicherheitsdienstes war die Übung nur bedingt bekannt, sagte Klumpe. »Die hatten uns hier sehr gut unterstützt. Lediglich die Übungsorganisatoren und die Löschabteilungsführer waren eingeweiht, rund sechs Leute. Kurz vor Beginn der Übung war ein Teil der Freiwilligen noch bei einem realen Türöffnungseinsatz und fuhren von dort zum Südring.« Großes Lob hatte Frank Klumpe auch für die Verantwortlichen des Ikea-Marktes übrig. »Hier wird regelmäßig geübt und evakuiert, was nicht viele Betriebe in Bielefeld machen.«

Bei Ulla Schneider viel nach Übungsende die Anspannung ab. »Es war sehr aufregend, da ich kaum jemanden von meinen Kollegen kenne und auch das Objekt nicht kannte. Da ich während meiner Ausbildung zur Brandreferendarin aktuell bei der Bielefelder Feuerwehr hospitiere, versuche ich so viel wie möglich zu erlernen. Dabei hat mir dieser Übungseinsatz geholfen.«

Abschließend wurde der Einsatz noch vor Ort nachbesprochen, erzählte Frank Klumpe. »Sehr gut war, dass die freiwilligen Brandbekämpfer sehr zielgerichtet in ihrem Handeln waren. Das Ziel der Übung, die Zusammenarbeit der unterschiedlichen Wachen zu stärken, war erfolgreich. Glücklicherweise entdeckten wir während der Übung unter anderem in den Laufwegen oder Abläufen kleine Fehler, die verdeutlicht und im Team geändert werden. Übungen dieser Art werden auch genutzt, um eventuelle Fehler in Laufkarten zu entdecken, was hier nicht der Fall war.«

Nach gemeinsamer Besprechung des Einsatzes und Rückbau der eingesetzten Mittel rückten die 45 Brandbekämpfer in ihre Wachen ein. Und so mancher Bielefelder, der am Abend den Südring befuhr, brauchte sich keine Sorgen mehr über die vielen Feuerwehrfahrzeuge vor dem Ikea-Markt machen.

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