Vorstand der Christkönig-Gemeinde lehnt Kirchenabriss und Neubau auf dem Gelände ab Alternative für Heim-Standort vom Tisch

Bielefeld (WB). Die Suche nach einem Alternativ-Standort für den Neubau des Laurentius-Pflegeheims ist erneut gescheitert. Am Montagabend hat der Kirchenvorstand der Christkönig-Gemeinde die Überlegung abgelehnt, die Christkönig-Kirche selbst sowie die angrenzenden Gebäude mit Pfarrheim und drei Wohnhäusern abzureißen, um auf der Fläche einen Neubau zu errichten, der Pflegeheim und eine neue Kapelle integriert.

Von Hendrik Uffmann
Die Christkönigkirche und die angrenzenden Wohnhäuser wurden 1954 gebaut, das Pfarrheim 1977.
Die Christkönigkirche und die angrenzenden Wohnhäuser wurden 1954 gebaut, das Pfarrheim 1977. Foto: Bernhard Pierel

Damit sehe er nun keine Möglichkeit mehr, einen anderen Standort als die umstrittene Fläche am Rande des Gellershagenparks als Ort für den Neubau zu finden, sagte am Dienstag Schildesches Bezirksbürgermeister Martin Sauer (Grüne). „Ich kenne kein Grundstück mehr, das dafür in Frage kommt.“ Dies bedeute, dass das Planungsverfahren für den Neubau nun wie vorgesehen weiterlaufen werde. Bislang hatte die Schildescher Bezirksvertretung im ersten Schritt den Aufstellungsbeschluss für einen neuen Bebauungsplan für das Gelände an der Weihestraße gefasst, im nächsten Schritt gehe es nun um den Entwurfsbeschuss.

Großer Zeitdruck

Das Verfahren müsse außerdem nun zügig weitergehen, da es auch großen Zeitdruck gebe, so Martin Sauer. „Der Neubau muss bis zum 31. Juli 2023 fertig sein.“ Hintergrund ist, dass die gesetzlichen Vorschriften für Alten- und Pflegeheime dann strenger sind und das jetzige Laurentiusheim diese nicht mehr erfüllt.

Bereits vor eineinhalb Jahren habe es Überlegungen gegeben, das Grundstück, auf dem die Christkönig-Kirche sowie das Pfarrheim der Gemeinde und die Wohnhäuser stehen, neu zu überplanen und die Wohnungen und das Gemeindehaus abzureißen, um dort das Pflegheim neu zu bauen, so der Schildescher Bezirksbürgermeister. Nach ersten architektonischen Planungen habe es damals jedoch geheißen, dass die dann zur Verfügung stehende Fläche zu klein sei, so dass der Verein katholischer Altenhilfeeinrichtungen (VKA) als Träger des Laurentiusheims dies abgelehnt habe.

Nachdem die Initiative „Unser Gellershagenpark“, der sich gegen eine Bebauung der bislang vorgesehenen Fläche nördlich der Weihestraße einsetzt, unter anderem das Gelände der Christkönig-Kirche erneut vorgeschlagen habe, habe es nochmals Gespräche mit dem katholischen Pastoralverbund und dem Erzbistum in Paderborn gegeben, so Sauer. Beide seien nicht abgeneigt gewesen, auch für eine große Lösung, bei der auch die Christkönig-Kirche selbst hätte abgerissen werden müssen.

Die Idee sei gewesen, einen Neubau „aus einem Guss“ zu errichten, der Pflegheim, eine neue Kapelle und gemeinsam zu nutzende Räume integriert. Martin Sauer: „Diese Idee fanden wir auch gut, da wir dann das Grundstück, auf dem das Heim bislang geplant ist, als Grün- und Parkfläche hätten erhalten können und keine Bäume gefällt werden müssten.“

Kirche ist sanierungsbedürftig

In der Sitzung am Montag jedoch habe der Kirchenvorstand der Christkönig-Gemeinde diese Überlegungen abgelehnt, sagte am Dienstag Dechant Norbert Nacke, Leiter des Pastoralverbundes Mitte-Nord-West und selbst Vorsitzender des Kirchenvorstands. „Ich bedauere dies sehr. Aber ich muss leider sagen, dass es bis 2023 nicht möglich ist, einen so großen Neubau zu planen. Und dann hätten wir möglicherweise den Betrieb des Heims gefährdet. Ich habe mich deshalb in der Sitzung überzeugen lassen“, erklärte Nacke.

Dabei wäre es aus seiner Sicht sinnvoll gewesen, die 1954 errichtete Kirche und die angrenzenden Wohngebäude und das Pfarrheim abzureißen, um einen kompletten Neubau zu errichten – auch, weil die jetzigen Gebäude in die Jahre gekommen seien und saniert werden müssten. „Wenn man sich die Kirche ansieht, sieht man auf den ersten Blick, dass sie renovierungsbedürftig ist. Da muss etwas passieren.“ Dies gelte auch für die ebenfalls 1954 gebauten drei Wohnhäuser sowie das 1977 errichtete Pfarrheim.

Bedacht werden hätte jedoch auch die Belange der Gemeinde, „wenn durch das Bauvorhaben die bestehende äußere Gemeindestruktur abgerissen worden wäre“, so Nacke weiter, und die Gemeinde während der mehrjährigen Bauphase ohne eigene Räume gewesen wäre.

Jetziges Haus geht an VKA

Da nach der Entscheidung des Kirchenvorstandes von Montagabend diese Pläne endgültig vom Tisch seien, müssten die Fragen, wie es langfristig mit den jetzigen Gebäuden weitergehe, nach wie vor gelöst werden.

Das jetzige Laurentiusheim gehört bislang der Christkönig-Gemeinde. Laut Norbert Nacke soll es jedoch auf den VKA übertragen werden, dieser Schritt stehe nun bevor. Nacke: „Der VKA wird deshalb über die Folgenutzung des Hauses entscheiden.“

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