Planungen für Botanischen Garten: Grüne haben erst Bedenken, stimmen nun aber zu Hin und Her beim Apothekergarten

Bielefeld (WB).Die Planungen für einen Apothekergarten im Botanischen Garten werden konkreter. Wie berichtet, soll auf der Erweiterungsfläche westlich des bestehenden Geländes der 1200 Quadratmeter große, kreisförmige Apothekergarten entstehen, in dem es auch Heilpflanzen zum Selberpflücken geben soll.

Von Hendrik Uffmann

Die Planungen für den Apothekergarten laufen bereits seit vier Jahren, nachdem 2014 die Erweiterungsfläche für den Botanischen Garten maßgeblich durch den Förderverein gesichert worden war. Im vergangenen August hatte es einen Ortstermin gegeben, bei dem der Förderverein und der städtische Umweltbetrieb (UWB) anhand von gespanntem Flatterband gezeigt hatte, wie der radial angelegte Garten einmal aussehen soll.

Überraschender Widerstand

Seitdem ist die Planung im Detail ausgearbeitet und im Januar in der Bezirksvertretung Gadderbaum vorgestellt worden – wo sie auf überraschenden Widerstand gestoßen war. Denn gefällt werden müssen für den Apothekergarten drei Bergahorn-Bäume, für die allerdings innerhalb des Apothekergartens drei neue Bäume als Ersatz gepflanzt werden sollen. Dennoch gab es aus den Reihen der Grünen-Fraktion so starken Widerspruch, dass sie die Verschiebung dieses Punktes bis zur nächsten Sitzungstermin durchsetzten.

Inzwischen hat sich die Meinung der Grünen in der Gadderbaumer Bezirksvertretung jedoch geändert. Am Montag teilte Fraktionsmitglied und ehemalige Bezirksbürgermeisterin Hannelore Pfaff mit, dass es nun keinen Widerstand mehr gegen das Fällen der Bäume geben werde. „Bei der Klärung weiterer Aspekte pro und kontra des Bestandes der Bergahorn-Bäume hat sich für uns nun ein bisher nicht bekannter Hinweis ergeben: Die Keimblätter und Samen des Berg-Ahorns enthalten giftige Stoffe, die bei Mensch und Tier Vergiftungen auslösen können. Darauf hatten die Planer nicht hingewiesen“, heißt es in einer Erklärung der Gadderbaumer Grünen.

Bei der Neugestaltung des Eingangsbereiches des Botanischen Gartens sei auch der Kinderspielplatz verlegt worden und befinde sich nun in direkter Nachbarschaft zu den Berg-Ahornbäumen. „Allein schon wegen dieses Gefährdungspotenzials für die Kinder können wir uns der Abholzung der Bäume nicht mehr verschließen“, schreiben die Grünen.

Die Grünen betonen, dass es sich dabei nicht um einen Kurswechsel handele. „Allein die Giftigkeit der Keimblätter und Samen hat uns veranlasst, den Entschluss zur Fällung mitzutragen“, so die Grünen.

Anlage soll 621.000 Euro kosten

In der Erklärung heißt es außerdem, dass es den Grünen nie darum gegangen sei, den Apothekergarten grundsätzlich abzulehnen. Vielmehr gehe es um die Abwägung zwischen dem Erhalt dreier großer, gesunder Bergahorn-Bäume und den vorgelegten Planunterlagen des Apothekergartens.

Erneut vorgestellt werden diese nun am Dienstag kommender Woche im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz. Dann wird Michaela Wangler vom UWB nochmals erläutern, wie die Anlage, die insgesamt 621.000 Euro kosten soll, aussehen soll.

Eingebettet wird der Apothekergarten auf dem insgesamt 3500 Quadratmeter großen Erweiterungsgrundstück in eine Blühwiese, auf der später auch ein Gewächshaus entstehen könnte und der auch alte Getreidesorten angepflanzt werden könnten. Der Apothekergarten selbst ist schneckenförmig und besteht aus insgesamt etwa 320 Quadratmeter großen Beeten, in denen die Heilpflanzen wachsen, dem zentralen Platz – der Pavillon darauf ist in den Baukosten nicht enthalten und soll über Spendengelder finanziert werden – sowie Rasenflächen.

Baubeginn im Frühjahr 2021

Einfasst werden sollen die Pflanzflächen mit 60 Zentimeter hohen Natursteinmauern, so dass dadurch Hochbeete entstehen. Dies hat laut UWB den Vorteil, dass es auch bewegungseingeschränkten Besuchern möglich ist, die Pflanzen aus der Nähe zu betrachten.

Begonnen werden soll mit dem Bau des Apothekergartens im Frühjahr 2021, bis zum Herbst des Jahres sollsie Anlage fertig sein.

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