Vesperkirche eröffnet in der Neustädter Marienkirche – täglich 350 kostenlose Mittagsmenüs
Tafeln in guter Gesellschaft

Bielefeld (WB). Der Moment, an dem die ersten Gäste durch das Nordportal die Neustädter Marienkirche betreten, ist für alle Beteiligten aufregend. Wird auch alles klappen? Reichen Essen und Getränke, sind die Abläufe gut durchdacht? Nach gut einer Stunde haben sich die Gesichter entspannt und es steht fest: Die erste Vesperkirche in Bielefeld ist ein Erfolg.

Dienstag, 04.02.2020, 03:00 Uhr aktualisiert: 04.02.2020, 05:03 Uhr
Doris Niedergassel ist eine von zahlreichen ehrenamtlichen Helferinnen, ohne die die Vesperkirche nicht funktionieren würde. Hier serviert sie Asad Gholani einen Teller mit Hähnchengeschnetzeltem auf Bandnudeln und mit Möhrengemüse. Auch Kathi Brosowski (links) wartet auf ihr Essen. Foto: Bernhard Pierel

Erfolgreicher Start der Vesperkirche

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  • Erfolgreicher Start der Vesperkirche
Foto: Bernhard Pierel
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Bis zum 23. Februar haben Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, täglich von 11.30 bis 14 Uhr ein kostenloses Mittagessen in der Neustädter Marienkirche einzunehmen. Diese wurde eigens zum Speisesaal umgestaltet. Die Gäste werden von einem Oberkellner in Empfang genommen und an schön gedeckten Achtertischen platziert. Wählen können sie zwischen einem vegetarischen Menü und einem mit Fleisch. Dazu gibt es alkoholfreie Getränke. Anschließend wird ein Nachtisch gereicht. Wer mag, kann dann noch eine Tasse Kaffee an Stehtischen oder in der zum Café umfunktionierten Marienkapelle einnehmen. Das Angebot kommt allseits gut an.

Gäste werden mit Würde behandelt

„Das Hähnchengeschnetzelte war sehr lecker. Und wenn ich das sage, dann will das was heißen, denn ich arbeite hauptberuflich in einer Großküche“, erzählt Angelika Rudenika. Die 60-Jährige ist an ihrem freien Tag eigens mit der Stadtbahn aus Brackwede angereist, um die Vesperkirche kennenzulernen. „Ich war sicherlich nicht das letzte Mal hier. Dass das Essen serviert wird, zeigt, dass die Gäste mit Würde behandelt werden“, lobt Rudenika, die auch schon mit ihren Tischnachbarinnen und Nachbarn ins Gespräch gekommen ist.

Miteinander ins Gespräch kommen

Genau diese Intention steckt hinter dem Modell der Vesperkirche, die in Bielefeld erstmals von der Evangelischen Kirche in Kooperation mit der Diakonie für Bielefeld und der Neustädter Marienkirche veranstaltet wird. Beim gemeinsamen Essen sollen ganz unterschiedliche Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Somit richtet sich die Vesperkirche nicht nur an bedürftige Menschen, sondern an alle Bielefelder. Etwa solche wie Heidrun Röthemeyer. Sie arbeitet in der Innenstadt bei einem Verlag und verbringt ihre Mittagspause in der Vesperkirche. „Ich finde die Idee super und staune, wie gut das alles organisiert wurde“, sagt sie.

Tatsächlich ist das System bis ins kleinste Detail durchdacht. Insgesamt kümmern sich während der drei Wochen 740 freiwillige Helfer um den reibungslosen Ablauf. Am Premierentag waren darunter auch bekannte Gesichter. Etwa Christian Bald, der Superintendent der Evangelischen Kirchenkreises, und Regine Burg, seine Vorgängerin. Des Weiteren kümmerten sich Sozialdezernent Ingo Nürnberger oder der Rechtsanwalt und Ratspolitiker Vincenzo Copertino persönlich um das Wohl der Gäste.

Kostenloses Angebot – Spenden sind willkommen

„35 Freiwillige werden täglich benötigt. Sie konnten sich auf unserer Homepage im Internet anmelden. Binnen zwei Monaten waren alle Plätze vergeben“, erläutert Uwe Moggert-Seils, Sprecher des Evangelischen Kirchenkreises. Darunter sind auch „Überzeugungstäter“ wie Kathrin Buschkämper, die während der gesamten Dauer der Vesperkirche das Kommando über die Spülküche übernommen hat. Im externen Spülwagen bedient sie den Spülautomaten, der binnen drei Minuten das dreckige Geschirr und Besteck wieder auf Hochglanz bringt. „Eigentlich bin ich von Beruf Landschaftsgärtnerin. Ich habe mich für drei Wochen von meinem Job freistellen lassen“, erzählt Kathrin Buschkämper, die täglich das Geschirr von 350 Gästen spült. Genau so viele Menüs stellt das Diakonische Altenzentrum Bielefeld zur Verfügung. Derweil liefert die Bäckerei Pollmeier/Lechtermann den täglichen Nachtisch in Form von Kuchen und Gebäck.

Persönliches Engagement, Geld- und Sachspenden machen die Vesperkirche möglich. Das Angebot ist kostenlos. Spenden indes nach wie vor willkommen.

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