Einschlägig vorbestraftem Bielefelder wird Prozess wegen Missbrauchs eines Grundschülers gemacht
Sextäter soll Kind ins Gebüsch gelockt haben

Bielefeld (WB/hz). Einem mutmaßlichen Sextäter (33) aus Bielefeld droht die unbefristete Einweisung in die geschlossene Psychiatrie. Der nach Informationen dieser Zeitung mehrfach einschlägig vorbestrafte Mann soll zweimal einen Grundschüler ins Gebüsch gelockt und sich vor dem heute acht Jahre alten Kind befriedigt haben.

Sonntag, 02.02.2020, 15:00 Uhr
Symbolbild. Foto: dpa

Wegen dieser Taten in den Sommerferien 2018 und am 2. August 2019 muss sich der Bielefelder seit Freitag vor der 4. Großen Jugendschutzkammer des Landgerichtes verantworten.

Zum Prozessauftakt ließ der 33-Jährige über seine Anwälte Dr. Holger Rostek und Dr. Lutz Klose mitteilen, dass er sich zu den Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs eines Kindes nicht äußern werde. Anschließend wurde der Achtjährige unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Gerichtssaal befragt. Der deutschstämmige Angeklagte musste sich zum Schutz des Jungen nach hinten auf eine Zuschauerbank setzen.

Die in der Öffentlichkeit begangenen Taten, die Staatsanwältin Sabine Berger dem Bielefelder in der Anklage vorwirft, wiegen schwer. So soll der Mann in den Sommerferien 2018 den Schüler im Osten der Innenstadt am Spielplatz an der Liebigstraße in ein Gebüsch gelockt haben. Dort soll sich der 33-Jährige teilweise entkleidet und verlangt haben, dass das Kind das Geschlechtsteil des Erwachsenen manipuliert. Der Junge soll sich geweigert haben, der Bielefelder soll sich vor dem Minderjährigen befriedigt haben.

Zeugen griffen ein

Das Gleiche soll sich am 2. August 2019 gegen 16.05 Uhr in einer Nachbarstraße des ersten Tatortes wiederholt haben. Der Angeklagte soll denselben Grundschüler in ein Gebüsch am Bolzplatz der Heckstraße gelockt haben. Dieses Mal wurden aber Zeugen auf das Geschehen aufmerksam und griffen ein, teilte die Polizei anlässlich der Verhaftung des 33-Jährigen am 7. August mit.

Der Bielefelder wurde mit Handys gefilmt, um den Übergriff zu dokumentieren. Gleichzeitig rannte ein Zeuge zum Tatort, um dem Achtjährigen zu helfen. Dem Sextäter gelang zunächst die Flucht. Anhand der Handyaufnahmen wurde er anschließend von Kripoermittlern identifiziert und fünf Tage später morgens in seiner Wohnung verhaftet. Seitdem sitzt der Bielefelder im hiesigen Gefängnis in Untersuchungshaft.

Zuvor hatte die Staatsanwaltschaft bereits einen Haftbefehl gegen den 33-Jährigen wegen Wiederholungsgefahr erwirkt. Informationen dieser Zeitung zufolge ist der Mann einschlägig vorbestraft. Im Jahr 2011 wurde er bereits wegen sexuellen Missbrauchs zu einer mehrmonatigen Bewährungsstrafe verurteilt. Drei Jahre später folgte die nächste Bewährungsstrafe, dieses Mal wegen Exhibitionismus.

Was dem Bielefelder beim aktuellen Prozess droht, das machte Richterin Annelen Brock nach der Verlesung der Anklage deutlich. Sie wies darauf hin, dass im Falle eines Schuldspruchs der einschlägig vorbestrafte Bielefelder in eine geschlossene Psychiatrie eingewiesen werden könne.

Der Prozess ist zunächst für vier Verhandlungstage terminiert. Das Urteil soll am 2. März fallen.

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