Bielefelder Polizeichefin dankt Zeugen einer Messerattacke
Couragiertes Eingreifen verhinderte Schlimmes

Bielefeld (WB). Das couragierte Einschreiten mehrerer Passanten hat im September bei einem Messerangriff im Jahnplatztunnel Schlimmeres verhindert. Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere hat das Verhalten der sechs Helferinnen und Helfer nun bei einem persönlichen Gespräch gewürdigt.

Samstag, 18.01.2020, 18:00 Uhr aktualisiert: 18.01.2020, 18:50 Uhr
Anerkennung für Courage: Polizeichefin Dr. Katharina Giere und Leitender Kriminaldirektor Wolfgang Niewald (rechts) danken , Redouan E., Ghassan A. und Ayhan Ö. (von links).

Die Behördenleiterin und der Leiter der Direktion Kriminalität, Leitender Kriminaldirektor Wolfgang Niewald, dankten den Zeugen für ihr mutiges Handeln. „Sie haben in dieser brenzligen Situation entschieden, unter Einsatz der eigenen Gesundheit gegen den Täter mit Messer vorzugehen“, betonte Giere.

Mann stach mit Messer auf Ex-Partnerin ein

Es war während der Mittagszeit . Passanten warteten auf dem Bahnsteig auf die Stadtbahn, als unvermittelt ein Mann mit einem Messer auf seine Ex-Partnerin einstach. Eine 49-jährige Zeugin bemerkte das und rief sofort laut um Hilfe. Während sie ihre 14-jährige Tochter losschickte, um die Polizei zu informieren, versuchte sie mit aller Kraft, das Opfer von dem Täter wegzuziehen.

Mehrere Wartende, darunter Ayhan Ö., Ghassan A. und Redouan E., griffen ebenfalls beherzt ein und hinderten den Mann an weiteren Attacken auf seine Ex-Partnerin. Ghassan A. wurde durch einen Messerstich am Arm verletzt, bei zwei weiteren Zeugen blieb es bei erfolglosen Angriffen. Gemeinsam gelang es den Zeugen, den Täter zu überwältigen und bis zur Festnahme durch die Polizei festzuhalten.

Polizeichefin lobt außergewöhnlich couragiertes Verhalten

„Damit haben sie weiteren Schaden für das Opfer und für Unbeteiligte verhindert. In dieser Ausnahmesituation haben die Zeugen außergewöhnlich couragiertes Verhalten gezeigt, für das ihnen ausdrücklich Dank und Anerkennung gebührt“, sagte Giere. Hinsehen und Handeln, wenn Andere in Not sind – das bedeute aber nicht unbedingt, sich selbst in Gefahr zu bringen. „Auch das Absetzen eines Notrufes kann bereits große Wirkung erzielen.”

Mehrere Passanten filmten den Angriff mit Handykameras und stellten das Video unmittelbar nach der Tat in sozialen Netzwerken online. Über diese Kanäle von Attacken auf Familienmitglieder oder von Unfällen zu erfahren, könne bei Angehörigen große Sorge hervorrufen, mahnt die Polizei und appelliert, das zu unterlassen. Handyvideos könnten für die Polizei zwar hilfreich sein. Wer aber nur aus Sensationsgier Videos und Fotos fertigt und leichtfertig veröffentlicht, trete die Persönlichkeitsrechte von Opfern und Angehörigen mit Füßen.

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