Deutschlands bekanntester Exhibitionist fällt dieses Mal in der Bielefelder Altstadt auf
„Ernie“ zieht sich vor zwei Schulen aus

Bielefeld (WB/hz). Der Bielefelder Ernst Wilhelm „Ernie“ Wittig (72), Deutschlands bekanntester Exhibitionist, hat erneut Ärger am Hals . Und zwar zum wiederholten Mal mit der Polizei und Justiz in seiner Heimatstadt.

Freitag, 10.01.2020, 06:00 Uhr
Symbolfoto Foto: Jörn Hannemann

„Ernie“ wiederholte das, was er bereits im Sommer in Hannover getan hatte: Er entblößte sich vor Kindern und Jugendlichen. Tatort war am Donnerstagmorgen in der Bielefelder Altstadt vor Schulbeginn am Ratsgymnasium und dem benachbarten Gymnasium am Waldhof.

Polizeisprecherin Hella Christoph bestätigte den Nacktauftritt des 72-Jährigen gegen 7.45 Uhr an der Ecke Nebelswall/Am Waldhof. „Er hat die Hose fallen lassen. Eine Frau hat sein blankes Gesäß gesehen“, sagte die Sprecherin. Die Zeugin habe zum Telefon gegriffen und die Polizei gerufen. Bei Eintreffen einer Streifenwagenbesatzung sei der selbst ernannte Nacktkünstler wieder bekleidet gewesen. Polizeiangaben zufolge soll „Ernie“ den Beamten erklärt haben, dass sein Auftritt „Kunst“ gewesen sei. Die Streifenwagenbesatzung nahm die Personalien des 72-Jährigen auf und erstattete gegen ihn Strafanzeige wegen exhibitionistischer Handlungen.

„Ernie“ vor dem Gymnasium am Waldhof.

„Ernie“ vor dem Gymnasium am Waldhof. Foto: M. Kloß

Nach fast 30 Vorstrafen und mehr als zehn Jahren im Gefängnis droht dem Wiederholungstäter ein erneuter Aufenthalt hinter Gittern. Gegen „Ernie“ ermittelt bereits seit dem Sommer vergangenen Jahres die Staatsanwaltschaft Hannover.

Unter anderem im August entblößte sich der Bielefelder mutmaßlich vor minderjährigen Schülern eines dortigen Gymnasiums (diese Zeitung berichtete mehrfach). Danach wurde der 72-Jährige wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern angezeigt. Zudem soll der Exhibitionist im Juni in Niedersachsens Landeshauptstadt blank gezogen haben. Das wird als Erregung öffentlichen Ärgernisses gewertet, sagte Kathrin Söfker, Sprecherin der Anklagebehörde.

Die Staatsanwaltschaft Hannover kann die zeitweise unterbrochenen Ermittlungsverfahren nun wieder aufnehmen. Bislang fehlte der Justiz, wie berichtet, eine sogenannte ladungsfähige Adresse des Bielefelders. Daher wurde der Wiederholungstäter seit Monaten gesucht.

Wittig stellte sich am Dienstag der Polizei in Hannover und gab seinen Dauerwohnsitz auf dem Hof seines Bruders an der Milser Straße an. Danach tauchte er auf dem Trainingsgelände des Fußballligisten Hannover 96 auf – und zog wieder blank.

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