Elmar Brok hilft Regierungen, hält Vorträge und plant ein Buch
Sein Rat bleibt gefragt

Bielefeld (WB). Ehemaliger CDU-Europaparlamentarier, als solcher möchte Elmar Brok nicht mehr ständig bezeichnet werden. „Das ist Vergangenheit, alles hat seine Zeit. Ich habe jetzt andere Schwerpunkte.“ Der Ausstieg aus dem politischen Tagesgeschäft sei richtig gewesen und leichter gefallen als gedacht.

Freitag, 10.01.2020, 06:00 Uhr
Von wegen Ruhestand: Elmar Brok bleibt auch international Ansprechpartner für viele Politiker. Die Fotos zeigen ihn mit (von unten links im Uhrzeigersinn) dem CDU-Europaparlamentarier David McAllister, dem italienischen Finanzminister Roberto Gualtieri, dem ukrainischen Politiker Vitali Klitschko (hier mit „Scorpions“-Sänger Klaus Meine in Kiew) und dem serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic.

Etwas anderes als eine bloße Biographie

Brok will mehr schreiben: Vorträge und ein Buch. Es soll etwas anderes werden als eine bloße Biographie, die eh keinen interessiere. Gewähltes Mitglied des CDU-Bundesvorstands ist er. „Da betätige ich mich freiwillig. Es gibt kein Muss mehr. Das ist neue Freiheit.“

Auch als Ehrenvorsitzender der CDU Ostwestfalen-Lippe könnte er an allen Vorstandssitzungen teilnehmen. Brok betont „könnte“. Was er meint: „Es nervt die Nachfolger ja auf Dauer, wenn da einer ständig sagt ‚Früher haben wir das aber so gemacht’. Außerdem hat jeder das Recht auf eigene Erfolge und Niederlagen.“

Entscheidung „nicht eine Sekunde bereut“

Es klingt glaubwürdig: „Ich habe die Entscheidung, nicht mehr für das Europaparlament zu kandidieren, nicht eine Sekunde bereut, was mich nach fast einem Jahr selbst überrascht.“ Und manchmal denke er, er hätte vielleicht schon früher aufhören sollen, um beruflich noch etwas anderes zu machen. „Aber ich konnte mich in den letzten fünf Jahren unter anderem als Ausschussvorsitzender und Brexit-Beauftragter noch viel einbringen.“

Seine Expertise bleibt gefragt

Seine Expertise, zum Beispiel als Ukraine-Berater des EU-Kommissionspräsidenten und in EU-Reformfragen, bleibt gefragt und verschwindet nicht. Ob im Global Future Council des Weltwirtschaftsforums, als Vize-Präsident des Weltverbandes der Christdemokraten, Vorstandsmitglied der Europäischen Volkspartei (EVP) oder neuerdings als Senior Fellow der renommierten US-amerikanischen Denkfabrik Aspen Institute. Auch sitzt er in Leitungsgremien verschiedener vor allem außen- und europapolitischer Einrichtungen, wie der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik.

„Ich habe genug ehrenamtliche Funktionen, um mich inhaltlich einbringen zu können.“ Und wenn er doch regelmäßig Angela Merkel, Ursula von der Leyen oder Armin Laschet trifft, dann nutze er diese Gelegenheit auch, „um mal etwas los zu werden“.

Am 14. Januar geht es nach Belgrad

Wenn er international unterwegs ist, wie zuletzt bei Vorträgen in Thailand und Australien oder demnächst in Indonesien, dann unterstützen ihn auch die Länderbüros der Konrad-Adenauer-Stiftung. Am 14. Januar geht es nach Belgrad – auf Einladung des serbischen Präsidenten Aleksandar Vucic. Es dürfte um die EU-Perspektiven des Balkanstaates gehen. „Da kennen mich ja viele, und ich sie. Das zahlt sich immer aus“, sagt Brok.

„Green Deal“ für Brok das richtige Konzept

Den „Green Deal“ der neuen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hält er für das richtige Konzept, um die Bekämpfung der Klimaveränderungen wirtschaftlich tragfähig zu machen. Und was, wenn kein anderer Kontinent beim Klimaschutz Europa folgt, weil die Kosten nicht zu stemmen sind? „Natürlich müssen wir den Schwellenländern dabei helfen. Denn deren Argumentation ist ja nachvollziehbar: ‚Wir holen wirtschaftlich auf, und wenn wir nicht dieselben Umweltsünden begehen dürfen, mit denen ihr reich geworden seid, dann spielen wir da nicht mit’.“ Bei der geplanten Wirtschaftstransformation im Zuge der Klimaschutzmaßnahmen hält Brok die Europäische Investitionsbank (EIB) mit dem Deutschen Werner Hoyer an der Spitze für die wichtigste Institution.

Unterstützung für den OWL-Flughafen

Von Europa in die Region. Bei der Kommunalwahl am 13. September können die CDU-Kreisverbände einen erfahrenen Wahlkämpfer wie Elmar Brok gut gebrauchen. „Wenn es gewollt ist, helfe ich gerne. Ich bin ja eh ständig in OWL unterwegs.“ Die Interessen der Region vertritt er seit kurzem auch in der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen. Dort will er mit seinen Kontakten dazu beitragen, dass der Flughafen Paderborn-Lippstadt eine gute Zukunft hat.

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