550 Mitarbeiter aus 14 Einheiten werden in ein neues Gebäude umziehen
Polizei gibt drei Standorte auf

Bielefeld (WB). Lange war spekuliert worden, nun ist es offiziell. Das Polizeipräsidium Bielefeld gibt in der Innenstadt drei angemietete Standorte auf und zieht Mitarbeiter, Fahrzeuge und Technik in einer neuen Mietimmobilie zusammen. Geräumt werden das Hochhaus am Kesselbrink (u. a. Schutzpolizei Wache Ost, SEK), das Gebäude an der Lerchenstraße (u. a. Einsatzhundertschaft und Verkehrspolizei) und die Büroetage an der Markgrafenstraße (Opferschutz-Kommissariat im Haus der Kirche). Bezugsfertig soll der neue Standort zwischen dem 1. Juli 2023 und dem 30. Juni 2024 sein.

Donnerstag, 09.01.2020, 11:21 Uhr aktualisiert: 09.01.2020, 11:42 Uhr
Das Polizeihochhaus am Kesselbrink ist einer von drei Standorten in der Innenstadt, die aufgegeben werden. Foto: Thomas F. Starke

„Realisierung einer neuen Liegenschaft ein Großprojekt“

„Für das Polizeipräsidium Bielefeld ist die Realisierung einer neuen Liegenschaft ein Großprojekt“, sagt Polizeipräsidentin Dr. Katharina Giere. Groß dürfte auch die Freude des künftigen Vermieters über die Einnahmen sein. Bei einer festen Mietzeit von 20 Jahren mit fünf Jahren Verlängerungsoption ist von einem höheren zweistelligen Millionenbetrag auszugehen.

Am Mittwoch hat das Land NRW das Vergabeverfahren zur Neuanmietung eines Polizeigebäudes in Bielefeld öffentlich gestartet. Um die 550 Mitarbeiter aus 14 Einheiten, die noch an den drei alten Standorten verteilt sind, sollen zusammen ziehen, sagt Polizeisprecherin Sonja Rehmert. Das Polizeihochhaus am Kesselbrink und die Immobilie an der Lerchenstraße sind Jahrzehnte alt, weitgehend marode und von Nagern befallen (siehe „Rattenproblem in der Wache Ost“ am Ende dieses Artikels). Das Opferschutz-Kommissariat liegt von an allen anderen Polizeiliegenschaften isoliert in einem angemieteten Obergeschoss im Haus der Kirche an der Markgrafenstraße.

Vorgaben in der öffentlichen Ausschreibung sind klar formuliert

Die nicht verhandelbaren Vorgaben in der öffentlichen Ausschreibung für das neue Polizeigebäude mit einem 24-Stunden-Dauerbetrieb der Polizeiwache Ost sind klar formuliert. Angemietet werden soll ein großes, bereits bestehendes Gebäude oder ein Neubau. Gefordert werden 15.750 Quadratmeter Bürofläche. Das Grundstück muss zudem über eine befestigte Freifläche von mindestens 900 Quadratmetern verfügen. Um die 500 Auto- und Zweiradstellplätze – davon 87 Garagen- und 47 Carport-Stellplätze – verlangt das Polizeipräsidium für seine künftige Liegenschaft. Zudem sind Räumlichkeiten für eine Schießanlage zum Waffentraining der Polizisten, spezielle, 3,50 Meter hohe Trainingsräume sowie eine Zwingeranlage für die Diensthunde erwünscht.

Ein besonders wichtiges Kriterium für das neue Objekt ist die günstige (überregionale) Verkehrsanbindung. Das Polizeigebäude muss in einem fest definierten Bereich in der Innenstadt zwischen Adenauer-Platz, der Bahnstrecke zum Hauptbahnhof, der Eckendorfer- und der Straße Am Stadtholz liegen. Ein Umzug in das alte Telekom-Hochhaus, das aktuell umgebaut wird, scheint vom Tisch zu sein. Die Polizei fordert zwei Zu- und Ausfahrten in mindestens zwei verschiedene Richtungen. Einbahnstraßen, wie es sie gleich zweifach vor dem alten Telekom-Hochhaus gibt, sind nicht erwünscht.

Das Vergabeverfahren für die neue Polizeiliegenschaft soll Mitte Dezember diesen Jahres enden. Welcher Vermieter den Zuschlag erhält, soll Ende Januar 2021 vom Land NRW entschieden werden.

Rattenproblem in der Wache Ost

Wie marode inzwischen die alten Polizeigebäude in Bielefeld sind, zeigt ein aktuelles Beispiel aus der Wache Ost im Erdgeschoss des Polizeihochhauses am Kesselbrink. Dort mussten das Büro des Dienstgruppenleiters und ein Schreibraum wegen unerträglichen Gestanks geschlossen werden. Der Grund sollen verendete Ratten sein.

Polizeisprecherin Sonja Rehmert bestätigt einen Fall aus der Weihnachtszeit: Der Hausmeister habe in einem Büro die Wand aufgestemmt und dahinter eine tote Ratte gefunden. Polizisten vermuten, dass es noch weitere verwesende Nager gibt, die versteckt im Haus liegen. Denn es stinke nach wie vor.

Der Eigentümer des Polizeihochhauses, der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB), sei bereits aktiv, sagte BLB-Sprecher Carsten Pilz. „Um den Zugang der Tiere zu dem Dienstgebäude zu verhindern, lässt der BLB mögliche Öffnungen am Gebäude und an der Fassade durch feinmaschiges Gitter verschließen und zieht zur weiteren Kontrolle einen Kammerjäger hinzu“, sagte der Sprecher. Zudem würden im und rund ums Hochhaus Köder gegen Ratten ausgelegt.

 

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