Eigentümer des Senne-Centers in Bielefeld sollen der Erneuerung des Wassersystems zustimmen
Schnelle Sanierung gegen Legionellen

Bielefeld (WB). Im Fall der Legionellenbelastung im Senne-Center an der Max-Planck-Straße könnte sich bald eine Lösung abzeichnen. Ende Januar berät die Eigentümerversammlung über eine baldige Sanierung des Trinkwassersystems in dem Hochhaus.

Donnerstag, 09.01.2020, 08:00 Uhr
1,6 Millionen Euro soll die Sanierung der Trinkwasserleitungen zu den Wohnungen im Senne-Center kosten. Bewohner befürchten, dass das nicht reicht, um das Problem zu beseitigen, weil auch in den Wohnungen saniert werden müsse. Foto: Arndt Wienböker

Im Herbst waren zum dritten Mal seit 2013 so hohe Legionellenkonzentrationen gemessen worden, dass das Gesundheitsamt ein Duschverbot anordnen musste. „Wir müssen das Leitungssystem sanieren oder brauchen eine Alternative dazu“, sagt Christoph Krieg, Geschäftsführer der Haus & Grund GmbH, die das Wohnhaus mit rund 130 Einheiten verwaltet. Das Senne-Center besteht aus Eigentumswohnungen und ist eines der größten Wohnhäuser Bielefelds.

Auch Filter sind teuer

Gesundheitsamt und Hausverwaltung wollen die Eigentümer jetzt überzeugen, die eigentlich erst in ein paar Jahren geplante Erneuerung der Trinkwasserleitung vorzuziehen. Weil Kalt- und Warmwasserleitungen im Gebäude zu nah beieinander liegen, sich kaltes Wasser dadurch erwärmt, wird aus Sicht des Stadt das Legionellenwachstum begünstigt.

Die geplante Sanierung stößt bei einigen Bewohnern aber auf Kritik. Sie soll 1,6 Millionen Euro kosten – Geld, das nicht da ist, weil unlängst erst das Dach saniert wurde. Sie würden lieber Filter in den Duschen einbauen und so die Zeit überbrücken, bis Geld für die Sanierung angespart ist. Die Erneuerung beträfe auch nur die Gemeinschaftsleitungen. Eigentümer nehmen an, dass sie zusätzlich in ihren Wohnungen eigenständig Leitungen erneuern müssten.

„Je Eigentümer kommen da wohl insgesamt 20.000 Euro an Kosten zusammen“, sagt einer der Betroffenen dem WESTFALEN-BLATT. Christoph Krieg geht indes davon aus, dass die Eigentümergemeinschaft für die Sanierung der Gemeinschaftsleitung ein Darlehen aufnehmen könne. Und auch Legionellenfilter seien teuer. Sie kosten Krieg zufolge um die 80 Euro pro Stück und müssten nach vier bis acht Wochen ausgewechselt werden. Und bis ausreichend Geld für die Sanierung angespart wäre, würden Jahre vergehen.

Duschverbot bleibt bestehen

Auch Sozialdezernent Ingo Nürnberger sieht Filter kritisch, weil sie das Legionellen-Problem nicht dauerhaft beseitigen könnten: „Wir brauchen eine Lösung, die so gestaltet ist, dass das Problem schnell geregelt ist“, sagt der Dezernent.

Bisherige Maßnahmen wie die Empfehlung regelmäßiger Leitungsspülungen scheinen immerhin zu wirken. Bei jüngsten Proben sei nur noch an einer der zuvor zwölf massiv belasteten Entnahmestellen ein erhöhter Legionellenwert gemessen worden, sagt Christoph Krieg. Gleichwohl bleibe das Duschverbot bestehen.

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