Digitalcoach hilft Einzelhändlern in OWL beim Weg ins Internet
Gegen die Angst vor online

Bielefeld (WB). Es ist ein Projekt mit Pilotcharakter: Weil immer noch zahlreiche Einzelhändler in OWL nicht im Internet präsent sind und ihnen damit wirtschaftliche Nachteile drohen, hat ein sogenannter Digitalcoach vor wenigen Wochen seine Arbeit aufgenommen. Thomas Dickenbrok (45), gebürtiger Herforder, kennt nach eigenen Angaben die Region sowie den Einzelhandel seit Jahren.

Mittwoch, 08.01.2020, 14:39 Uhr aktualisiert: 08.01.2020, 14:42 Uhr
Thomas Dickenbrok ist Digitalcoach in OWL. Foto: Fels

Einzelhändlern in Sachen Internet behilflich sein

„Ich war die letzten Jahre unter anderem für viele Städte, Einzelhändler und Firmen im Bereich Marketing und Kundenbindung aktiv und weiß um die digitalen Möglichkeiten und Chancen“, sagte er am Mittwoch bei seiner offiziellen Vorstellung beim Handelsverband Ostwestfalen-Lippe.

Dickenbroks Aufgabe: Er soll interessierten Einzelhändlern dabei behilflich sein, im Internet präsent zu sein – etwa mit einer eigenen Homepage, mit Auftritten bei Facebook und Instagram oder auch einem Online-Shop. „Es gibt Leute, die haben vor dem Internet Angst“, hat Dickenbrok erfahren. Sie sorgten sich um den Datenschutz oder befürchteten Shitstorms – also heftige Kundenkritik im Netz. Diese Sorge wolle er den Händlern nehmen. Dafür stelle er sein Know-how bereit. „Jede Beratung und Hilfe ist dabei aber ganz individuell“, betont er.

Drei Projekte erledigt

Die ersten drei Projekte habe er bereits erledigt. Einem Modegeschäft in Enger verhalf Dickenbrok zu einem Online-Shop. Ein Schuhgeschäft in Herford wird künftig über eine Verkäuferin Social-Media-Kanäle wie Facebook und Instagram nutzen – um potenzielle Kunden zu gewinnen. Das gleiche gilt für einen Optiker in Bünde. Dickenbrok: „Es geht darum, Emotionen zu schaffen und gute Bewertungen der Kunden zu erhalten.“ Ein Blumengeschäft in Herford habe über diesen Weg sogar Kunden in Hamburg und Hannover gefunden.

In dieser Form einmalig in Deutschland

Das auf drei Jahre angelegte Projekt „Digitalcoach“ sei in dieser Form deutschlandweit einmalig. Es wird vom Land NRW und dem Handelsverband NRW mit jeweils 700.000 Euro gefördert. Digitalcoache gibt es auch in Düsseldorf, Dortmund und Köln. Fehlendes Geld, Zeit, Know-how oder Verständnis – es gebe viele Gründe, weshalb der digitale Weg von so manchem Händler noch nicht beschritten ist, sagt Thomas Kunz, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes OWL. „Oftmals fehlt nur der erste Schritt.“

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