Skepsis gegenüber Plänen von Bielefeld Marketing Weihnachtsmarkt: Schausteller wünschen sich frühere Eröffnung

Bielefeld (WB). Der Idee der Bielefeld Marketing, den Bielefelder Weihnachtsmarkt in Zukunft bis zum 6. Januar zu verlängern, steht der Schaustellerverein Bielefeld eher skeptisch gegenüber. Der am Montag im Rahmen der Jahreshauptversammlung im Amt bestätigte Vorsitzende André Schneider und sein Stellvertreter Klaus Rasch sagen, das Jahresende bedeute für Weihnachtsmärkte generell einen Schnitt: „Danach geht nur noch wenig.“

Von Burgit Hörttrich
„Der Besuch auf dem Klosterplatz mit Weihnachtsmarkt und Eisbahn hätte im Januar besser sein können“, urteilt der Vorstand der Schausteller. Das Jahresende bedeute einen „Schnitt“. Eine Eröffnung vor Totensonntag dagegen würde sehr begrüßt.
„Der Besuch auf dem Klosterplatz mit Weihnachtsmarkt und Eisbahn hätte im Januar besser sein können“, urteilt der Vorstand der Schausteller. Das Jahresende bedeute einen „Schnitt“. Eine Eröffnung vor Totensonntag dagegen würde sehr begrüßt. Foto: Bernhard Pierel

Bestätigt sehen sie sich durch den Besuch auf der neuen Eisbahn und dem angeschlossenen Weihnachtsmarkt auf dem Klosterplatz in der „Nachspielzeit“ vom 2. bis einschließlich 6. Januar. André Schneider: „Der hätte besser sein müssen.“ Er habe während der Schulferien nach den Feiertagen „dort deutlich mehr Menschen erwartet.“ Klaus Rasch weiß, dass Städte wie Osnabrück, Dortmund und Mannheim von ihren Weihnachtsmarkt-Verlängerungen bis zum Drei-Königs-Tag wieder zurück getreten seien.

Eröffnung vor Totensonntag umstritten

Die Schausteller würden sich aber wünschen, dass der Weihnachtsmarkt früher öffnet – nämlich drei Tage vor dem Totensonntag. Das hat es – hoch umstritten – einmal gegeben. Klaus Rasch erinnert sich an eine „überdurchschnittlich gute Resonanz“ und ergänzt: „Da ist die Freude über den Weihnachtsmarkt noch frisch, die Menschen sind begeisterungsfähig.“ Diese Stimmung zu erzeugen sei im November einfacher als „im neuen Jahr als Verlängerung. Da brummt es nicht mehr.“ Unter dem Strich ziehe man aber eine positive Weihnachtsmarkt-Bilanz – trotz der zu warmen und zu nassen Witterung.

Dass es wegen des Jahnplatz-Umbaus 2020 das „rote Dorf“ während des Weihnachtsmarktes nicht geben werde, treffe die Schausteller hart, so Schneider und Rasch. Bis zur Standvergabe Ende März erhoffe man sich einen Vorschlag der Bielefeld Marketing, die den Weihnachtsmarkt veranstaltet. Eine Platz-Alternative, die ähnliche Umsätze wie der Jahnplatz verspreche, gebe es in ihren Augen nicht, so der Schausteller-Vorstand.

Positive Jahresbilanz

Das Jahr 2019 sei insgesamt gut gelaufen, so Rasch und Schneider. Für die Schausteller beginne die Hauptsaison nach den Sommerferien. Der Auftakt der Kirmes-Saison sei für die Region allerdings der St. Petri-Markt in Versmold (ab 28. Februar). Der erste Jahrmarkt in Bielefeld ist traditionell die Frühjahrskirmes auf der Radrennbahn (ab 11. April). Die Kirmes sei immer gut besucht, so André Schneider, „und an den Wochenenden proppevoll“. Er führt das auch auf die jährlich wechselnden Attraktionen zurück, die neben Klassikern wie Musikexpress und Autoscooter Anziehungspunkte seien. In diesem Jahr kämen unter anderem eine Geisterbahn und der „Chaos Airport“.

Beruhigend findet es der Vorstand der Schausteller, dass der Jahnplatz-Umbau erst nach dem Leinewebermarkt beginnen soll. Seitdem das Stadtfest von drei auf fünf Tage verlängert worden sei, lohne es sich, dort auch aufwändige Fahrgeschäfte zu installieren. Was die Leinewebermarkt-Besucher in diesem Jahr auf dem Platz vor dem Rathaus erwartet, das mag André Schneider noch nicht verraten.

Doppeljubiläum in diesem Jahr

Der Höhepunkt des Jahres für die Schausteller soll ein Doppeljubiläum werden. Am 7. Februar wird mit einem Ball in der Stadthalle das 100-jährige Bestehen des Schaustellervereins Bielefeld e.V. gefeiert (die 60 Mitglieder kommen auch aus der Region) und gleichzeitig das 70-jährige Bestehen des Frauenclubs Bielefeld.

Der Schaustellerverein Bielefeld sei auch Gründungsmitglied des Deutschen Schaustellerverbandes.

Der Jubiläumsball mit dem Fahneneinmarsch als Höhepunkt sei keine öffentliche Veranstaltung, man habe jedoch Politiker, Vertreter der Wirtschaft und der Verbände dazu eingeladen, erläutert André Schneider.

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Geht das jetzt schon wieder los?

Trink- und Fressmarkt vor dem Ewigkeitssonntag, damit Budenbetreiber mehr Geld verdienen. Das wird auch noch vollig ungeniert geäußert. Unglaublich.

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