Beim Modelleisenbahn- und Spielzeugmarkt im Kuks kommen alle auf ihre Kosten
Sammeln und basteln aus Leidenschaft

Bielefeld (WB). Bernd Gräbe hatte vor 55 Jahren damit begonnen, Modelleisenbahnen zu sammeln. „Dann habe ich es irgendwann übertrieben und Ärger mit meiner Frau bekommen“, schmunzelt der 75-Jährige.

Montag, 06.01.2020, 12:00 Uhr
Sammler aus Leidenschaft: Bernd Gräbe (75) hat sich vor allem auf Dampf-Loks aus den 50er- und 60er Jahren spezialisiert. Seit einigen Jahren frönt er wieder seinem Hobby, beim Markt in Bielefeld findet er eine große Auswahl an Angeboten vor. Foto: Arndt Wienböker

Also widmete sich der Friedrichsdorfer anderen Hobbys wie zum Beispiel dem Schiffsmodellbau. Bis ihn – nicht zuletzt wegen der Enkelkinder – die alte Leidenschaft wieder packte. „Vor drei Jahren habe ich die alten Sachen wieder rausgekramt – auch, weil meine beiden Enkel sehen wollten, was ich da so habe.“ Nun ist im Hause Gräbe wieder eine 1,5 mal 5 Meter große Modelleisenbahn-Anlage aufgebaut – mit allem, was dazugehört. „Ich spiele und bastele immer noch gerne. Dabei lege ich viel Wert auf die filigranen Sachen“, sagt der leidenschaftliche Sammler.

Dinge dieser Art findet Bernd Gräbe auf dem Modelleisenbahn- und Spielzeugmarkt im Kultur- und Kommunikationszentrum Sieker (Kuks) reichlich. 46 Händler aus Nah und Fern haben auf 400 Meter Länge Tische aufgebaut und präsentieren ihre Spielzeug-Waren. Das Sortiment umfasst Modelleisenbahnen, Modellautos, Lego, Playmobil, Holzspielzeug, Trecker, Bagger, Modellbausätze, Steifftiere, Dampfmaschinen, Bücher und noch einiges mehr.

Gut besuchte Halle

Und bereits zum offiziellen Beginn am Sonntag um 11 Uhr ist die Halle in der Meisenstraße 65 gut besucht. Es gibt (fast) nichts, was es nicht gibt. Handeln, tauschen, kaufen und verkaufen ist ausdrücklich erwünscht.

Vor allem die Freunde der Modelleisenbahn kommen auf ihre Kosten. Angeboten werden Bahnen aller möglichen Hersteller in allen Spurweiten – analog, digital, bespielt oder ganz neu, Gleich- oder Wechselstrom. Das Publikum ist fast ausschließlich älteren Semesters. „Die jüngere Generation hat leider kaum noch Interesse an solchen Dingen“, sagt Rolf Dombrowski aus Minden. Der 70-Jährige bietet nostalgische Märklin-Lokomotiven und Waggons aus den 1930er Jahren an. „Ich bin seit 40 Jahren ein begeisterter Sammler und Händler. Das hat mir immer großen Spaß und Freude bereitet.“

Gerade die älteren Modelle aus Blech hätten im Laufe der Zeit jedoch an Wert verloren. „Für einen Anhänger, der früher 600 Mark gekostet hat, bekommst du heute vielleicht noch 60 Euro.“ Spezialisiert hat sich Dombrowski auf die Märklin-Bahnen der Spurweiten 0 und 1. Die älteste Lok in seinem Besitz stammt aus dem Jahr 1895. Die steht aber nicht zum Verkauf, sondern ist zu Hause geblieben.

Umfassendes Sortiment

Günter Koch aus Bielefeld hatte ebenfalls eine Sammelpause eingelegt, bis er wieder von dem Virus infiziert wurde. „Heute suche ich vor allem Zubehör wie Häuser oder Bäume“, verrät der 71-Jährige. Da ist er bei Andreas Schlüter genau an der richtigen Adresse. Der Bielefelder bietet alles an Zubehör an, was es zum Gestalten einer Platte für Modelleisenbahnen gibt. Das Sortiment umfasst Figuren, Straßen, Häuser, Bäume, Kabel oder Klebstoffe. Und je mehr Besucher ins KuKs strömen, desto größer wird auch der Andrang an seinem Stand. „Am Anfang war’s etwas zäh, aber jetzt läuft’s“, zeigt sich der Händler mit dem Umsatz zufrieden. Schlüter betreibt ein Reise-Gewerbe und fährt jedes Wochenende in eine andere Stadt: „Man muss da hingehen, wo die Kundschaft hingeht.“

Und die kommt am Sonntag zum ersten Mal ins KuKs. „Ich bin sehr zufrieden. Der Standort wird gut angenommen, die Halle hier ist fast optimal für unseren Markt“, erklärt Organisator Joachim Eilers. Der 77-jährige Dortmunder weiß, wovon er redet, schließlich hat er schon Hunderte solcher Märkte, wie zum Beispiel in Kaunitz, organisiert. „Der Standort hier in Bielefeld hat auf jeden Fall Zukunft“, sagt Eilers.

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