WESTFALEN-BLATT-Kommentar zur Kandidatensuche der Parteien in Bielefeld Oberbürgermeister-Kandidaten, zeigt Euch!

Bielefeld (WB). Die Herausforderer von Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) lassen sich viel Zeit damit, ihren Hut in den Ring zu werfen. Gesucht werde die eierlegende Wollmilchsau, schreibt WESTFALEN-BLATT-Redakteur Michael Schläger in seinem Kommentar. Unschlagbar sei der Amtsinhaber nicht.

Wer fordert Amtsinhaber Pit Clausen heraus?
Wer fordert Amtsinhaber Pit Clausen heraus? Foto: Bernhard Pierel/Archiv

Er st kurz vor Weihnachten hat der NRW-Verfassungsgerichtshof Klarheit darüber Klarheit geschaffen, wie die Kommunalwahl in diesem Jahr ablaufen soll, nämlich mit einer Bürgermeister-Stichwahl. Wegen des lange Zeit schwebenden Verfahrens lassen sich auch in Bielefeld die Herausforderer von Oberbürgermeister Pit Clausen (SPD) viel Zeit damit, ihren Hut in den Ring zu werfen. Jetzt bleiben nicht einmal neun Monate, um sich bekannt zu machen und ein Gegengewicht zum Amtsinhaber aufzubauen.

Unter der Malaise leiden CDU, FDP und Grüne gleichermaßen. Union und Liberale kommen noch einmal ins Grübeln, ob angesichts des Richterspruchs ein gemeinsamer Kandidat schon im ersten Durchgang die besten Chancen hätte. Und die Grünen, die bei der Europawahl erstmals stärkste politische Kraft in Bielefeld geworden waren, haben diesen Auftrieb bisher nicht genutzt, um eine geeignete Frau oder einen geeigneten Mann aufzubauen.

Genug Stoff für einen edlen Wettstreit

Das Sich-Zieren und Abwarten hat aber auch einen ganz profanen Grund: Wer sich einmal als Kandidat geoutet hat, ist in der Position, in der sich er oder sie bisher befindet, quasi verbrannt. So kann eine misslungene OB-Kandidatur auch zum Karriere-Killer werden. Gesucht wird ohnehin – man entschuldige den Vergleich – so etwas wie eine eierlegende Wollmilchsau. Er oder sie soll eine Verwaltung mit mehr als 5000 Mitarbeitern managen, einen durch Kleinst-Parteien zunehmend zersplitterten Rat zusammenhalten und auch noch Bielefeld gut nach außen verkaufen, das Ganze mit einer Job-Garantie von erst einmal nur fünf Jahren.

Dabei würden wir uns doch alle auf einen spannenden Ende-offen-Wahlkampf freuen. Also, zeigt Euch! Unschlagbar ist der Amtsinhaber nicht. Eine Hoppla-Hopp-Planungspolitik, die umstrittene Verkehrswende, fehlende Gewerbeflächen und Klassenzimmer oder eine immer wieder aufflackernde Sicherheitsdebatte geben genug Stoff her für einen edlen Wettstreit.

Kommentare

Oberbürgermeister

Klarstellung: Der Oberbürgermeister ist die "Exekutive".Dazu gehören die Ämter und Verwaltung. Die "Legislative" ist der Rat. Hier wird über "genügend Stoff" zu entschieden sein.

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