Bielefelder Steve Wasyliw sitzt im CDA-Bundesvorstand – Neujahrsempfang am Montag
„Ich kämpfe für eine gerechtere Gesellschaft“

Bielefeld (WB). Schon im Alter von 16 Jahren trat Steve Wasyliw in die Christlich-Demokratische Arbeitnehmerschaft (CDA) ein. Seit dem vergangenen Jahr gehört der Schildescher als Mitglied im Bundesvorstand zur Spitze des CDU-Arbeitnehmerflügels. „Die CDA ist das soziale Gewissen der CDU“, sagt der 30-Jährige.

Samstag, 04.01.2020, 15:00 Uhr aktualisiert: 04.01.2020, 16:00 Uhr
Steve Wasyliw ist Mitglied im CDA-Bundesvorstand.

Doch hört die CDU auch auf ihr soziales Gewissen? „Die CDA hat deutlich an Einfluss gewonnen, wenn man bedenkt, dass beim CDU-Bundesparteitag im Jahr 2003 in Leipzig noch das Neoliberale im Mittelpunkt stand“, meint Wasyliw. „Bei Kanzlerin Angela Merkel hatte ich nie das Gefühl, dass sie das Soziale vernachlässigt. Und die Parteivorsitzende Annegret Kramp-Karrenbauer ist Mitglied der CDA.“

Dass Wasyliw sich nach seinem Jura-Studium als Akademiker in der CDA engagiert, ist aus seiner Sicht nicht ungewöhnlich. „Man denkt bei der CDA zwar vielleicht zuerst an den Arbeitnehmer mit der Schippe in der Hand. Aber die CDA ist vielmehr der Sozialflügel der Partei.“

Durch „persönliche Kontakte“ in der CDU Schildesche habe sich sein Engagement in der CDA ergeben. Schließlich agiert sein Parteikollege Michael Weber als Bielefelder CDA-Chef und Angelika Gemkow als CDA-Bezirksvorsitzende. Wasyliw entschied sich für die CDA, weil ihn die Kernthemen wie Gesundheit, Arbeit oder Pflege besonders ansprachen.

„Weniger Hochglanzpolitik“

„Die CDA macht im Gegensatz zur Mittelstandsvereinigung weniger Hochglanzpolitik und wirkt nicht ganz so sexy. Aber ich will mit der CDA für eine gerechtere Gesellschaft kämpfen. Und wir wollen die Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft ermöglichen.“

So macht sich CDA-Bundesvorsitzender Karl-Josef Laumann immer wieder für eine Erhöhung des Mindestlohns stark. Auch Wasyliw meint, der Mindestlohn könnte „dynamischer“ sein, also schneller an die Lohnentwicklung angepasst werden. „Aber wir dürfen uns keinen Überbietungswettkampf liefern. Denn in Deutschland haben wir eine gute Lösung gefunden: Nicht die Politik, sondern eine Kommission empfiehlt die Höhe des Mindestlohns.“

Das zweite große Thema ist für Wasyliw die Digitalisierung der Arbeitswelt. „Ich sehe Prognosen mit Sorge, dass im Jahr 2025 Maschinen mehr Arbeitsstunden leisten als Menschen“, sagt Wasyliw. „Deswegen müssen wir alle Bevölkerungsschichten besser auf den digitalen Wandel vorbereiten.“ Durch die Digitalisierung entstünden auch neue Jobs – und neue Chancen. „Wir müssen allen die Angst vor der Technik nehmen.“

„Mehr Junge Stadträte“

Ein Zukunftsthema ist für die CDA, die in Bielefeld etwa 150 Mitglieder zählt, die Nachwuchsförderung. Aktuell sitzt mit Alexander Rüsing nur ein CDU-Mitglied unter 40 Jahren im Stadtrat. „Natürlich beschäftigt dieses Thema die CDU und die CDA. Wir brauchen mehr junge Menschen im Stadtrat und in den Bezirksvertretungen“, fordert Wasyliw. Deswegen begrüßt er auch einen Parteitagsbeschluss der Kreis-CDU, dass in jeder der zehn Bezirksvertretungen ein Mitglied der Jungen Union sitzen soll.

Wasyliw, der für den CDU-Kreisverband Gütersloh als politischer Referent arbeitet, will für den Bielefelder Stadtrat und die Bezirksvertretung (BZV) Schildesche kandidieren. BZV-Mitglied ist er bereits und gilt als möglicher CDU-Kandidat für das Amt des Bezirksbürgermeisters. „Dazu will ich noch nichts sagen. Ende Januar treffen wir uns zur Klausurtagung in Schildesche. Im Frühjahr geben wir dann die Personalien bekannt.“

Ziemiak als Gastredner

Zunächst einmal gilt aber die Konzentration dem Neujahrsempfang am Montag, 6. Januar, in Bielefeld, zu dem CDA-Bezirksverband und -Landesverband einladen. Als Redner ab 17.30 Uhr im Haus der Kirche wird CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak erwartet.

Es sei vor allem Angelika Gemkow zu verdanken, dass immer wieder bundesweit bekannte Redner nach Bielefeld kommen, sagt Wasyliw. Darunter waren in den vergangenen Jahren unter anderem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn, sein Vorgänger Hermann Gröhe oder der frühere Bundestagspräsident Norbert Lammert.

Und natürlich wird Wasyliw bei Ziemiaks Vortrag darauf achten, dass er soziale Themen in den Blick nimmt. „Denn die CDU gewinnt nur Wahlen, wenn sie als Volkspartei auch eine Mehrheit in der Arbeitnehmerschaft gewinnt.“

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7168747?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198387%2F2513179%2F
Rolle rückwärts beim Kreis Höxter: Corona-Einschränkungen gelten doch schon ab Montag
Von Montag an gelten verschärfte Regeln im Kreis Höxter. Foto: dpa
Nachrichten-Ticker