Auch Extra-Touren reichen in Bielefeld nicht aus
Altglascontainer quellen über

Bielefeld (WB). Alle Jahre wieder um die Weihnachtsfeiertage herum und nach dem Jahreswechsel das gleiche Bild: überquellende Altglascontainer, um die herum vielerorts Dutzende oder gar Hunderte leerer Sekt- und Weinflaschen, Rotkohl- und Marmeladengläser stehen oder liegen. Altglas zu entsorgen ist derzeit weder am Siggi noch an der Großen-Kurfür­sten- oder der Drögestraße einfach.

Freitag, 03.01.2020, 09:00 Uhr
Volle Container: der Anblick am Donnerstag nach Neujahr an der Großen-Kurfürsten-/Mindener Straße Foto: Uffmann

„Es ist jedes Jahr das gleiche Phänomen“, sagt Andreas Geisler, im Umweltbetrieb Abteilungsleiter der Straßenreinigung. Schon vor den Feiertagen hatte der Umweltbetrieb der Stadt deshalb darauf hingewiesen, dass die Container, in denen an vielen Stellen in der Stadt Altglas gesammelt wird, die anfallenden Mengen kaum würden aufnehmen könnten. Verbunden war das mit der Bitte, Flaschen und Gläser vielleicht erst später im neuen Jahr zu entsorgen.

Irgendwann aber ist alles Brennpunkt

„Wir kommen nicht nach“, sagt Uwe Sonntag, Logistikleiter beim Entsorgungsunternehmen Suez, das die Glascontainer leert. Dabei werden sogar Extra-Touren gefahren. „Wir steuern zuerst die Brennpunkte an, von denen wir wissen, dass die Container dort schnell voll sind. Irgendwann aber ist alles Brennpunkt.“ Selbst Heiligabend und Silvester habe man noch bis Mittag Gläser und Flaschen entsorgt, betont Sonntag.

Dabei ist oft „händische“ Arbeit fällig. Denn so mancher, der den ersten und vielleicht auch noch den zweiten Container ansteuert, um die Reste der Feiertage zu beseitigen, nimmt sein Leergut dann nicht wieder mit nach Hause, sondern stellt es eben neben die Container. „Damit begeht man eigentlich eine Ordnungswidrigkeit. Wenn der Container voll ist, ist er voll“, sagt Geisler.

Vor allem aber: Was rund um die Container abgeladen wird, muss von Hand eingesammelt werden. „Dafür haben wir jemanden engagiert, der seine Runden dreht“, erklärt Sonntag. Alleine am Silvestertag habe der bis 14.30 Uhr 3,5 Tonnen Glas rund um die Container eingesammelt – was schon notwendig ist, damit der große Glaswagen überhaupt die Müllbehältnisse anfahren kann.

Stadt hat den Entsorgern des dualen Systems Vorgaben gemacht

Die Stadt hat den Entsorgern des dualen Systems Vorgaben gemacht. Nach einer Rahmenvereinbarung sind die Glascontainer, deren Stellplätze die Stadt zur Verfügung stellt, mindestens im 14-tägigen Rhythmus, aber auch nach Bedarf zu leeren. „Letzteres gilt insbesondere für die Feiertage“, sagt Geisler.

Wenn Mitarbeiter des Umweltbetriebes zudem feststellen, dass an einem Standort dauernd die Behältnisse überfüllt sind, wird nachgesteuert: „Dann wird der Rhythmus verkürzt oder ein weiterer Container aufgestellt.“ Die Feiertage aber bedeuten regelmäßig den Ausnahmezustand. „Wenn möglich, sollten die Bürger noch ein bis zwei Wochen mit der Entsorgung von Altglas warten“, bittet Geisler. Dann pendle sich alles wieder ein.

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