Thorsten Albutat bekommt wegen Sanierungsarbeiten sein Zuhause nicht warm Frieren in der eigenen Wohnung

Bielefeld  (WB). Es ist früher Nachmittag, die Sonne scheint. Doch das Thermometer, das Thorsten Albutat im Wohnzimmer seiner Wohnung in Sennestadt stehen hat, zeigt 11,4 Grad Celsius. „Selbst wenn ich die Heizkörper voll aufdrehe, werden es nicht mehr als 14 bis 15 Grad“, sagt der 55-Jährige. Denn die meiste Heizenergie verpuffe derzeit, da an dem Dach des Hauses am Biberweg 3, in dem er wohnt, Umbauarbeiten laufen.

Von Hendrik Uffmann
Gut 11 Grad Celsius sind es in seinem Wohnzimmer, zeigt Thorsten Albutat auf dem Thermometer. Selbst bei voll aufgedrehten Heizkörpern werde es auch nicht wärmer als 14 bis 15 Grad, sagt der 55-Jährige. Deshalb versuche er, mit Kerzen zu heizen.
Gut 11 Grad Celsius sind es in seinem Wohnzimmer, zeigt Thorsten Albutat auf dem Thermometer. Selbst bei voll aufgedrehten Heizkörpern werde es auch nicht wärmer als 14 bis 15 Grad, sagt der 55-Jährige. Deshalb versuche er, mit Kerzen zu heizen. Foto: Uffmann

Für Thorsten Albutat bedeutet dies, dass er die Heizung gar nicht mehr anstellt. „Ich habe Angst vor den hohen Kosten, die das bedeutet, und dass ich das mit der Miete dann nicht mehr hinbekomme“, sagt der Frührentner. Statt dessen versucht er, mit Kerzen und Teelichtern, die er auf seinem Wohnzimmertisch aufgestellt hat, wenigstens für ein bisschen Wärme und Behaglichkeit zu sorgen. „Und ich gehe mit Handschuhen und dicker Jacke ins Bett, weil es im Schlafzimmer eiskalt ist“, erzählt er.

Dach wird aufgestockt

Das Haus, in dem Thorsten Albutat wohnt, gehört der Wohnungsgesellschaft Vonovia mit Sitz in Bochum, dem größten privaten Wohnungsvermieter in Deutschland. Die Gesellschaft besitzt in Bielefeld viele Gebäude, darunter auch in Sennestadt. Und dort wird ein großer Teil aktuell saniert und modernisiert, einige Häuser auch umgebaut. Dies betrifft, wie berichtet, Objekte am Hirsch-, Keiler- und Biberweg sowie an der Bleicherfeldstraße. Insgesamt investiert das Unternehmen nach eigenen Angaben dort 13,6 Millionen Euro. An einigen Gebäuden wird das Dach entfernt und ein weiteres Stockwerk aufgesetzt, um mehr Wohnraum zu schaffen – auch am Biberweg 3.

Baubeginn im September

Begonnen haben die Arbeiten in dem Quartier im Januar 2018 an der Bleicherfeldstraße, im Herbst dieses Jahres war der Baustart am Biberweg. „Im September haben die Bauarbeiten bei uns begonnen“, erzählt Thorsten Albuschat. Dazu seien auch Teile der Dachpfannen entfernt und die offenen Stellen mit Planen abgedeckt worden. Außerdem seien auf dem Dachboden Wände eingerissen worden.

Dadurch ströme nun kalte Luft in das Treppenhaus und ziehe durch die Wohnungstür, die nur schlecht schließe, so der 55-Jährige. Außerdem strahlten Wände und Decke so viel Kälte ab, dass die Heizkörper nicht mehr dagegen ankämen.

Ein Grund, warum die Heizungswärme sofort wieder verpuffe, seien auch die nur schlecht isolierten Fenster in dem Haus, sagt Thorsten Albutat. Eigentlich hätten diese schon am 18. Oktober im Zuge der Sanierungsmaßnahmen gegen moderne Fenster ausgetauscht werden sollen. „In den umliegenden Wohnungen ist das überall schon passiert. Nur bei mir noch nicht“, ärgert er sich.

Erstmals bemerkt, dass sich die Wohnung nicht mehr ausreichend heizen lasse, habe er, als er nach einem 14-tägigen Krankenhausaufenthalt Ende November wieder in seine Wohnung gekommen sei. „Daraufhin habe ich mich bei der Vonovia in Bochum beschwert“, berichtet er. Passiert sei danach jedoch nichts. Auch der Mitarbeiter des Büros, das die Vonovia in dem Haus am Biberweg 3 unterhält, sei nicht auf das Problem eingegangen.

Vonovia stellt Heizlüfter

Nach Anfrage des WESTFALEN-BLATTS reagierte das Wohnungsunternehmen am Montag sehr schnell. Der zuständige Objektbetreuer besuchte Thorsten Albutat und bot an, die Heizkörper zu überprüfen, stellte einen elektrischen Heizlüfter zur Verfügung und sagte zu, dass das Unternehmen die dadurch entstehenden Stromkosten übernehme.

Dies sicherte am Montag auch Unternehmenssprecher Matthias Wulff zu. Hintergrund für die Arbeiten sei die Dachaufstockung an dem Gebäude, so Wulff. Der Abbruch des Dachs und der Aufbau des neuen Dachs seien für Mitte/Ende Januar geplant. Doch schon jetzt sei die Dachdämmung entfernt worden. Bei Bedarf würden deshalb allen Mietern Heizlüfter zur Verfügung gestellt. Anfang Dezember sei außerdem eine neue Brennwertheizung eingebaut worden.

Während der Bauarbeiten der Dachaufstockungen entstünden leider Belastungen für die Bewohner vor Ort, erklärte Matthias Wulff. „Wir geben uns große Mühe, dass diese so gering wie möglich sind“, so der Unternehmenssprecher. Vonovia informiere die Mieter und sorge mit seinen Mitarbeitern vor Ort dafür, dass ihnen jemand von Unternehmensseite persönlich mit Rat und Tat zur Seite steht. Wulff: „Meistens klappt das auch gut.“ Als Ausgleich für die Belastungen während der Bauphase komme das Unternehmen den Bewohnern mit Mietminderungen entgegen.

Weiter erklärte Wulff, dass die neue Heizungsanlage aufgedreht werden müsse, damit sie funktioniert. „Das ist eine Veränderung zur alten Anlage. Dadurch entstehen aber eben keine hohen Kosten mehr.“

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